HSV News beim Fußball heute: Große Töne spuckt Rafael van der Vaart (43) vor dieser Saison nicht. „Es geht darum, einfach drin zu bleiben“, sagte der frühere Star des Hamburger SV dem Hamburger Abendblatt bei der Eröffnung von Deutschlands erstem Cruyff Court in Wilhelmsburg. Auch nurdieraute.de greift die Aussagen des Niederländers auf.
Hamburger SV: Van der Vaart sieht den Klassenerhalt als Ziel
„Der HSV macht es ordentlich“, schob van der Vaart nach. Natürlich wolle jeder in Hamburg direkt wieder in die Europa League und oben mitspielen, „aber das braucht einfach Zeit“. Ein Plädoyer für Geduld, das im Umfeld des Klubs nicht jeder gern hören dürfte – aus dem Mund einer Vereinslegende hat es aber Gewicht.
Auch neun Jahre nach seinem Abschied verfolgt der frühere Kapitän die Spiele seines Ex-Klubs genau. „Das Spiel in Hoffenheim habe ich genossen. Der Teamgeist ist zurück“, schwärmte er. Gerade dieser Zusammenhalt dürfte im Kampf um den Klassenerhalt zu einem entscheidenden Faktor für die Hamburger werden.
HSV-Trainer Polzin und Kapitän Remberg: Lob und Mitgefühl
Skeptisch war der Niederländer zunächst bei Coach Merlin Polzin. „Am Anfang dachte ich: Hmm, er war überall Co-Trainer. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Trainer“, gab er zu. „Er macht es sehr gut, kommt sehr gut rüber. Die Mannschaft geht für ihn durchs Feuer.“ Ein größeres Kompliment kann ein HSV-Trainer von einer Ikone kaum bekommen.
Die Verletzung von Nicolai Remberg trifft ihn dagegen sehr. Der neue Kapitän hat sich das Kreuzband gerissen, was van der Vaart traurig stimmt: „Das ist einfach scheiße. Er ist vielleicht neun Monate raus. Man weiß nicht, wie er zurückkommt.“ Der HSV habe aber gute Spieler, die den Ausfall nun auffangen müssten.
Fabio Vieira: Van der Vaart warnt vor Vergleichen
Mitunter wird Fabio Vieira bereits als der „beste HSV-Fußballer seit van der Vaart“ bezeichnet. Davon hält der Namensgeber des Vergleichs wenig. „Für Fabio ist es einfach wichtig, sein Ding zu machen und nicht der neue van der Vaart oder der neue Barbarez zu sein“, sagte er dem Abendblatt lachend.
Mit einer Prise Selbstironie fügte er hinzu: „Das ist alles Vergangenheit. Wir sind jetzt alt und dick und können nicht mehr spielen, wie man gerade sehen konnte.“ Entscheidend sei, dass man den HSV liebe und alles gebe. Für Vieira ist das eine Einladung, ohne Vergleichsdruck seinen eigenen Weg zu gehen.
Cruyff Court in Wilhelmsburg: Platz für künftige HSV-Talente
Der Anlass für den Termin war ein besonderer. Als Botschafter der Johan Cruyff Foundation eröffnete van der Vaart am Mittwoch gemeinsam mit dem niederländischen Non-Food-Discounter Action den ersten Cruyff Court Deutschlands am Helmut-Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg. Der neue Kunstrasenplatz steht auch den Anwohnern im östlichen Wilhelmsburg offen.
Nach Stephan Ambrosius, Faride Alidou und Fabio Baldé könnten hier die nächsten HSV-Profis heranwachsen. Schulleiter Volker Clasing jubelte: „Das ist ein großer Tag.“ Und weiter: „Hier war lange Zeit ein staubiger, schwarzer Fußballplatz. Dieser neue Platz wird uns über Jahre prägen.“ Vor allem aber sollen Kinder hier Freude am Fußball finden.
Rafael van der Vaart: Als Cruyff den HSV-Wechsel nicht verstand
Selbst mitzukicken fiel dem 43-Jährigen beim 15-minütigen Spiel mit den Schülern sichtlich schwer, mehr als Standfußball war nicht drin. „Fußballspielen ist nicht mehr mein Ding. Aber wenn man die Kinder sieht, ist das super“, sagte er. Über den größten niederländischen Fußballer aller Zeiten betonte er: „Respekt und Spaß waren für Johan Cruyff das Wichtigste.“
In seiner Rede erinnerte van der Vaart an seinen Wechsel von Ajax Amsterdam zum HSV im Jahr 2005. Cruyff habe damals in einer Zeitung gefragt: „Was will er denn beim HSV? Der muss zu Real Madrid oder Barcelona gehen.“ Umso mehr freut ihn der Tag: „Daher macht es mich besonders stolz, dass ich heute hier in Hamburg bin. Ich liebe die Stadt noch immer.“
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