Fußball heute: Für die Winter-Transferperiode zeichnet sich bei Borussia Mönchengladbach ein klarer Kurs ab. Der Klub will vor allem die Abwehr verstärken, setzt wegen der angespannten Finanzen aber erneut auf Leihgeschäfte. Gleichzeitig ist der Kader mit 30 Profis zu groß. Das berichten bmg-news.de und gladbachlive.de, beide verweisen zudem auf Informationen von Sky.
Borussia Mönchengladbach: Leihgeschäfte haben im Winter Priorität
Wie Sky meldet, laufen die Planungen für mögliche Winter-Neuzugänge bereits. Viel Geld steht nicht zur Verfügung, weshalb Leihen die wahrscheinlichste Variante sind. Schon im vergangenen Winter ging die Borussia diesen Weg und holte Hugo Bolin, Alejo Sarco und Kota Takai. Bolin blieb dank einer Kaufpflicht für zwei Millionen Euro dauerhaft in Gladbach.
An diesem Vorbild könnte sich der Klub auch diesmal orientieren. Sportdirektor Rouven Schröder findet das Winterfenster nach eigener Aussage mitunter spannender als den Sommer. Er könnte die Chance nutzen, um drohende Abgänge im kommenden Sommer schon früh zu ersetzen – der Fall Bolin zeigt, wie aus einer Leihe eine dauerhafte Verstärkung werden kann.
Eric Smith: Blessins Abwehrchef aus St.-Pauli-Zeiten
Ein interessanter Kandidat für die Defensive ist laut bmg-news.de Eric Smith (29). Der Schwede war beim FC St. Pauli unumstrittener Abwehrchef unter Alexander Blessin und kennt den Abstiegskampf bestens. Sein Klub ist inzwischen abgestiegen und spielt in der 2. Bundesliga. Für Gladbachs Trainer wäre es ein Wiedersehen mit einem vertrauten Führungsspieler.
Für St. Pauli könnte der Winter die letzte Chance auf eine Ablöse sein. Der Vertrag des viermaligen schwedischen Nationalspielers läuft nur noch bis Sommer 2027, sein Marktwert liegt bei drei Millionen Euro. Für die Borussia wäre ein Transfer damit bezahlbar – und Blessin bekäme einen Spieler, der seine Vorstellungen aus der gemeinsamen Zeit bestens kennt.
BMG News: Smith könnte Itakura ins Mittelfeld schieben
Sportlich würde Smith eine konkrete Lücke schließen. Gemeinsam mit Kevin Diks und Jan Leszczynski könnte er eine Dreierkette bilden. Zwar hat Blessin mit Fabio Chiarodia, Diks, Ko Itakura und Leszczynski vier gelernte Innenverteidiger im Kader, doch Verletzungen haben eine eingespielte Abwehrreihe bislang verhindert. Ein weiterer Profi würde mehr Stabilität bringen.
Profitieren könnte davon vor allem Itakura. Seit seiner Rückkehr nach Gladbach hat er noch nicht zu alter Form gefunden, im Pokal kam er bereits im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Mit Smith in der Abwehr könnte er dauerhaft ins Zentrum rücken. Die Verpflichtung hätte damit gleich zwei positive Effekte für die Statik der Mannschaft.
Rayane Bounida: Ajax-Profi als Offensiv-Kandidat
Auch für die Offensive gibt es eine Idee. Rayane Bounida (20) von Ajax Amsterdam könnte ein Thema werden. Schon im vergangenen Sommer soll die Borussia Interesse an dem marokkanischen Nationalspieler gehabt haben. In dieser Saison kommt er bei Ajax kaum zum Zug und wurde sogar in der zweiten Mannschaft eingesetzt – für eine Leihe eine günstige Ausgangslage.
Bei einem Marktwert von fünf Millionen Euro und einem Vertrag bis 2028 wäre ein Leihgeschäft mit Kaufpflicht nach dem Modell Bolin denkbar. Im zentralen Mittelfeld stehen zwar Jens Castrop, Zento Uno, Philipp Sander und womöglich Itakura zur Wahl. Ein offensiverer Spieler, der auch auf dem Flügel spielen kann, würde aber Sinn ergeben, zumal Gio Reyna den Klub im Sommer verließ.
Gladbach-Kader: 30 Lizenzspieler sind zu viele
Bevor neue Spieler kommen, muss sich der Kader allerdings lichten. Aktuell stehen 30 Lizenzspieler unter Vertrag, Schröder hält rund 25 für ideal, wie beide Portale übereinstimmend berichten. Solange viele Profis verletzt waren, fiel das nicht ins Gewicht. Mit den Rückkehrern wächst nun aber der Konkurrenzkampf, selbst gestandene Spieler könnten auf der Tribüne landen.
Realistische Januar-Abgänge sind laut gladbachlive.de Kevin Stöger und Torhüter Jan Olschowsky, deren Verträge im Sommer auslaufen. Das Eigengewächs ist nur dritter Keeper und kommt nicht zum Einsatz, ein Wechsel würde ihm Spielpraxis bringen. Stöger stand unter Blessin noch keine Ligaminute auf dem Platz und überzeugte auch bei seinem Pokal-Startelfeinsatz nicht.
Florian Neuhaus und Franck Honorat: Bleiben oder gehen?
Ganz anders sieht es bei Florian Neuhaus (29) aus. Nach einer Phase auf dem Abstellgleis spielt der Zehner unter Blessin wieder regelmäßig, ein Abgang im Januar gilt trotz seines hohen Gehalts als unwahrscheinlich. Offen ist dagegen, ob sein auslaufender Vertrag verlängert wird. Dafür wären deutliche Gehaltseinbußen nötig, zudem drängen Uno und Castrop als Zukunft im Zentrum.
Franck Honorat (30) könnte trotz eines Vertrags bis 2029 gehen, sollte ein passendes Angebot kommen. Schon im Sommer hatte er öffentlich über einen Wechsel nachgedacht, attraktive Offerten blieben aber aus. Nach dem ersten Ligasieg in Stuttgart und dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale hat sich die Stimmung gebessert – im Winter will Gladbach diesen Aufschwung nun personell absichern.
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