Fußball heute: Der FC Hansa Rostock hat einen wirtschaftlichen Kraftakt gestemmt: Der Drittligist reduzierte seine Verbindlichkeiten gegenüber Investor Rolf Elgeti in kurzer Zeit von rund 12,5 Millionen auf nur noch etwa drei Millionen Euro. Erstmals legt der Klub zudem einen konkreten Plan vor, wie er die letzten Schulden tilgen will.
Von 12,5 auf drei Millionen Euro
Wie der NDR berichtet, tilgte Hansa in den vergangenen Monaten rund 9,5 Millionen Euro der Verbindlichkeiten gegenüber Elgetis Investmentfirma Obotritia Capital KGaA. Der Löwenanteil kam dabei aus eigener Kraft: Acht Millionen Euro erwirtschaftete der Verein selbst – zum einen über gestiegene Einnahmen, zum anderen über den Transfer von Angreifer Ryan Naderi, den es zu Jahresbeginn zu den Glasgow Rangers gezogen hatte. Zusätzlich verzichtete die Obotritia auf Forderungen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.
Laut Bild schuldete der Hansa-Konzern der Investmentfirma zum 30. Juni 2026 noch rund 12,5 Millionen Euro, ehe der Klub im Juli acht Millionen zurückzahlte. Für Vorstandsvorsitzenden Ronald Maul ist das ein Meilenstein: Die Entschuldung sei „ein historischer Schritt“, erklärte er. Erstmals könne man nicht nur über das Ziel reden, sondern einen konkreten Plan vorlegen, wie es erreicht werden solle.
Elgetis Rolle und der Rest-Plan
Elgeti ist seit Jahren eng mit dem Verein verbunden: 2015 löste der Finanz- und Immobilienunternehmer rund 20 Millionen Euro Schulden ab und bewahrte Hansa so vor der drohenden Insolvenz. Auch beim aktuellen Schritt betonte der Investor die langfristige Perspektive: Im Mittelpunkt stehe für ihn stets die Frage, was für Hansa auf lange Sicht gut sei – dass der Klub seine Verbindlichkeiten nun schneller abbauen könne, freue ihn daher sehr.
Offen sind noch rund drei Millionen Euro, aufgeteilt auf zwei Posten: 1,6 Millionen Euro bei der Ostseestadion GmbH und 1,4 Millionen Euro beim F.C. Hansa Rostock e.V. Die 1,6 Millionen will der Klub bis zum 30. Juni 2027 zurückzahlen – gelingt das, verzichtet die Obotritia erneut auf einen Teil ihrer Forderungen. Die restlichen 1,4 Millionen sollen bis 2030 folgen, eine frühere Tilgung ist möglich.
Kein Sparen am Kader
Wichtig für den sportlichen Bereich: Der beschleunigte Schuldenabbau geht nicht zulasten der Mannschaft. Der finanzielle Rahmen für die Lizenzspielerabteilung bleibt in der Saison 2026/27 unverändert gegenüber dem Vorjahr. Möglich ist das, weil der Verein wirtschaftlich stabiler dasteht und zusätzliche Einnahmen erzielt.
Ein positiver Nebeneffekt: Durch die geringere Zinslast verbleiben dem Klub eigenen Angaben zufolge Jahr für Jahr etwa 500.000 Euro zusätzlich für Sport und Infrastruktur. Aufsichtsratschef Sebastian Eggert brachte es so auf den Punkt: „Jeder Euro, den wir heute nicht mehr für Zinsen aufwenden müssen, schafft zusätzlichen Spielraum für unsere Zukunft.“ Bis 2030 will Hansa sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA getilgt haben
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