dpa) – Fußball heute: Fußballtrainer Oliver Glasner hat mit feiner Selbstkritik die Spekulationen über ein schnelles Aus bei Crystal Palace befeuert. «Ich bin einfach nicht gut genug, um die Spieler zu ersetzen, die wir verkauft haben», sagte der 51 Jahre alte Ex-Bundesliga-Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Premier-League-Spiel gegen Schlusslicht Wolverhampton Wanderers am Sonntag.
Glasners Aussage darf auch als erneute Kritik an den Club-Besitzern verstanden werden. Bereits im vergangenen Januar hatte der Coach mit einer Wutrede für Aufsehen gesorgt, in der er die Vereinsführung für die Abgänge der Leistungsträger Marc Guehi (zu Manchester City) und Eberechi Eze (zum FC Arsenal) scharf kritisiert hatte.
Vorzeitiges Ende? «Mal sehen, was die Zukunft bringt»
Auf die Frage, ob er bis zum Saisonende bei Crystal Palace bleiben wolle, antwortete er: «Mal sehen, was die Zukunft bringt. Das wissen wir nie.» Fest steht bereits, dass Glasner seinen Vertrag nicht verlängern wird. Gültig ist dieser noch bis zum Ende dieser Saison.
«Ich bin einfach nicht gut genug, um die neuen Spieler so zu integrieren, dass wir so spielen können, wie wir zuvor gespielt haben», zählte der Coach nun weiter auf. Von den vergangenen 15 Pflichtspielen gewann seine Mannschaft nur eines. In der Liga beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze noch acht Punkte.
«Ich war gut genug, die beste Saison jemals zu spielen»
Er sei auch nicht gut genug, um die Herausforderungen des eng getakteten Spielplans zu meistern, sagte Glasner, dessen Team in dieser Saison auch in der Conference League gefordert ist. Mit Verweis auf die äußerst erfolgreiche vergangene Runde fügte Glasner aber an: «Ich war gut genug, die beste Saison jemals zu spielen, zwei Pokale zu gewinnen.»
Glasner, einst Trainer beim VfL Wolfsburg und bei Eintracht Frankfurt, hatte die Mannschaft im Februar 2024 übernommen und dann zu den größten Vereinserfolgen geführt. Crystal Palace hatte den FA Cup gewonnen und das sogenannte Community Shield, den englischen Supercup.
Glasners andere Realität
Mit Blick auf die gesammelten 32 Punkte nach 26 Spielen sagte Glasner, er möge es, manchmal zurückzuschauen: «In den letzten zehn Jahren war Crystal Palace nur zweimal besser.» Das sei die andere Realität.
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