Biathlon News beim Sport heute: Magdalena Neuner hatte ihn, Laura Dahlmeier und Franziska Preuß auch. Den X-Faktor. Doch nach dem Rücktritt von Gesamtweltcupsiegerin Preuß nach den Olympischen Spielen und dem historisch schlechten Abschneiden dort ist einmal mehr die Frage: Wer füllt die Lücke? Wann schließt Deutschland wieder zu den Topnationen auf?
„Wir haben ohne Franzi nicht mehr diesen Über-Biathleten. Wir haben wirklich gute Sportler, aber derzeit nicht diese X-Faktor-Athleten“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Dass es diese wieder in der Zukunft gibt, daran arbeite man „sehr, sehr stark im Hintergrund“. Doch die Nachwuchsarbeit und die Suche nach einem neuen Biathlon-Juwel sei eine „Sisyphusarbeit“, da sich immer weniger Jugendliche für den Leistungssport entscheiden würden.
Dass die deutsche Biathlon-Szene mit ihren vielen Fans danach lechzt, wurde bei den Winterspielen in Antholz deutlich. Für das DSV-Team reichte es nur zu Bronze in der Mixed-Staffel. Zwar gab es vier vierte Plätze und mehrere Top-Ten-Resultate, doch der Erfolg bei Großereignissen wird halt in Edelmetall gemessen. Auch im Weltcup gab es vor dem Start der Rennen im finnischen Kontiolahti ab Donnerstag mit dem Einzel der Frauen (17.05 Uhr/ZDF und Eurosport) noch keinen einzigen Sieg.
Biathlon News heute: „Uns fehlen ein, zwei Generationen“
Julia Tannheimer (20) und Selina Grotian (21) könnten vielleicht zu diesen Unterschiedsathletinnen werden. Dafür müssen die Youngster den nächsten Schritt machen und beweisen, dass sie nicht nur Talente sind. Bei Olympia gelang das noch nicht. Vor allem bei den Frauen gebe es aber „mehrere sehr hoffnungsvolle Athletinnen, die sich weiterentwickeln und perspektivisch in diese Rollen hineinwachsen können“, sagte Bitterling.
Bei den Männern gebe es ein strukturelles Defizit. „Hier haben uns ein oder zwei Generationen einfach gefehlt“, erklärte Bitterling. Dadurch blieben der Druck auf das Weltcupteam und der nötige Konkurrenzkampf aus. Hoffnung setzt er vor allem auf Leo Pfund (22), Elias Seidl (21) und Franz Schaser (23). Zudem müsse Danilo Riethmüller (26), der die Olympia-Norm verpasst hatte, endlich sein „unendliches Potenzial“ abrufen. „Wir haben da Schritte nach vorn gemacht“, meinte Bitterling.
Manche trainieren wie 2012
Der Zustand im deutschen Biathlon rief selbst ausländische Beobachter auf den Plan. „Ein Wandel in Deutschland ist absolut notwendig“, konstatierte Norwegens Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö. Viel drastischer formulierte es der Franzose Loïs Habert.
Der Ex-Biathlet hatte vor Kurzem in seinem Sporthotel in Frankreich die Deutschen und Italiener zu Gast. „Und ich hatte den Eindruck, dass sie genauso trainieren wie ich 2012“, sagte der Eurosport-Experte Habert. Während Norwegen und Frankreich in allem an der Spitze stünden, seien einige Teams „im vorigen Jahrhundert, im vorigen Jahrzehnt stehen geblieben“, meinte der 42-Jährige.
Keine Weltuntergangsstimmung rund um den deutschen Biathlon
Bitterling bekannte, dass Norwegen und Frankreich „ganz brutal vorn wegmarschieren“. Dahinter klaffe eine große Lücke, mit einer Anschlussgruppe inklusive Deutschland. „Die entsprechenden Analysen haben bereits begonnen“, sagte Bitterling, der nach der Saison zum Weltverband IBU wechselt.
Er betonte, dass man „die teilweise sehr zugespitzte Weltuntergangsstimmung rund um den deutschen Biathlon nicht teile“. Das Team habe bei Olympia viele starke Leistungen gezeigt, mehrere nur sehr knapp an den Medaillen vorbei.
Veränderungen hätte es früher geben müssen
Vor zweieinhalb Jahren leitete der deutsche Verband bereits Veränderungen ein. So wurde eine Trainer-Taskforce gegründet. Dazu gibt es eine Schießakademie und Ex-Bundestrainer Mark Kirchner soll beim Thema Trainingsmethodik unterstützend agieren.
Bis die Maßnahmen sichtbar greifen, „dauert es aber wahrscheinlich Jahre. Man hätte es viel früher machen müssen“, sagte Bitterling, aber: „Es wird seine Früchte tragen.“ Aber Deutschland habe auch einen Standortnachteil, weil durch die sich nach oben verlagernde Schneefallgrenze «viele unserer Nachwuchsathleten deutlich später auf Schnee stehen als die Konkurrenz zum Beispiel aus Skandinavien“, erklärte Bitterling.
Umgang mit Nachwuchs: Fast schon stümperhaft
Der viermalige Olympiasieger Sven Fischer (54) sieht vor allem ein Problem in der Nachwuchsarbeit. „Bei uns wird der Nachwuchs fast schon stümperhaft behandelt“, sagte der 54-Jährige der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Es werde im Kinder- und Schülerbereich, sogar noch im jungen Seniorenbereich, «an der falschen Stelle Druck ausgeübt. Erst an der Schwelle zum Weltcup darf es ein knallhartes Auswählen geben.“
Die Jugendlichen müssten Zeit bekommen, um besonders aus Fehlern zu lernen. Entscheidend sei der Umgang mit den Ergebnissen und die richtige Interpretation der Leistung. „Wenn dann noch die Freiheit und die Kreativität verloren gehen, haben wir viele Junioren-Weltmeister – aber wenige wirkliche Weltmeister und Olympiasieger“, meinte Fischer.
(dpa)
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