Handball heute: Am Donnerstag startet die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Belgien in die dritte Phase der Qualifikation zur EM 2028. Vor dem Heimspiel in Berlin sorgt Heiner Brand für Aufsehen, wie Handball-World berichtet. Die Frankfurter Rundschau sieht das junge Team zugleich auf dem Weg zur Heim-WM 2027.
Handball-Nationalmannschaft: Auftakt gegen Belgien in Berlin
Angeworfen wird das erste Spiel der Gruppe 7 am Donnerstag, 5. November 2026, um 20:30 Uhr in der Berliner Uber Arena. Bis zu 13.000 Zuschauer werden zum letzten Heimspiel des Jahres erwartet. Für die Mannschaft ist es zugleich der Abschluss eines intensiven Länderspieljahres vor eigenem Publikum.
Bundestrainer Alfred Gislason hat mit Niklas Theiß von der HSG Wetzlar und David More vom ThSV Eisenach zwei neue Spieler nominiert. Der junge, hungrige Kader bereitet sich bereits auf die Heim-WM 2027 vor. Die Partie könnte deshalb erste Hinweise darauf liefern, wer im WM-Aufgebot stehen wird.
Belgien: Der Gegner geht als klarer Außenseiter ins Spiel
Die Rollen sind eindeutig verteilt. Belgien erreichte bei seiner ersten WM-Teilnahme 2023 zwar die Hauptrunde, scheiterte in den Playoffs zur WM 2027 aber zweimal an Griechenland. Gegen den ambitionierten Gastgeber sind die Belgier damit krasser Außenseiter. Auf dem Papier ist die Ausgangslage vor dem Auftakt also klar.
Auch die Bilanz spricht für Deutschland, das alle acht bisherigen Länderspiele gegen Belgien gewann. Das letzte Duell endete am 9. Mai 1999 in Hasselt mit einem 25:26. Die beiden besten Teams der Gruppe qualifizieren sich direkt für die EM 2028, am Sonntag, 8. November (18 Uhr), geht es in der Slowakei weiter.
Heiner Brand: Die beste Generation seit Jahrzehnten
Große Erwartungen weckt derweil der frühere Bundestrainer. „Wir haben mit der aktuellen Nationalmannschaft so viel Potenzial wie seit 50 Jahren nicht! Das ist die beste Generation seit Jahrzehnten“, sagte Brand im Buch „Generation Gentlemen“ von Ron Ulrich. Der 74-Jährige aus Gummersbach wurde 1978 als Spieler und 2007 als Trainer Weltmeister.
Die größte Stärke sieht er im Rückraum. Deutschland verfüge über die beste Wucht aus der zweiten Reihe aller Teams, da könnten auch die Dänen nicht mithalten. Brand verweist zudem auf die U21-Weltmeister von 2023. „Köster ist außerdem nicht so alt, Schluroff, Grgic“, fügte er an.
Deutschland: Mehr Fluss im Angriffsspiel gefordert
Ganz zufrieden ist der Weltmeister-Coach allerdings nicht. „Nur müssen wir diese Kraft noch besser auf die Platte kriegen, wir müssen flüssiger spielen“, mahnte Brand. Gelinge das, werde man „auch nicht so viele Notwürfe nehmen und nicht so viele technische Fehler begehen“. Genau hier liegt das größte Entwicklungspotenzial.
Gislason sieht ebenfalls Handlungsbedarf. Im Mai verlor Deutschland zweimal gegen Dänemark, mit 36:28 in Kopenhagen und 29:31 in Köln, danach forderte der Bundestrainer bessere taktische Abläufe. Zuvor hatte es im Januar zwei Siege gegen Kroatien gegeben, 32:29 und 33:27. Die beiden Pleiten gegen den Rivalen offenbarten jedoch klare Baustellen.
Dänemark: Brand glaubt an den WM-Coup
Bei der EM 2026 bezwang Deutschland Kroatien im Halbfinale mit 31:28, im Finale setzte es gegen Dänemark eine 27:34-Niederlage. Der Rivale ist amtierender Olympiasieger, Welt- und Europameister und damit das Maß aller Dinge. An ihm muss sich das junge deutsche Team bei der Heim-WM messen lassen.
Brand traut seinem Land bei der WM dennoch einen Sieg gegen die Dänen zu. Er verweist auf den Heimvorteil und das Offensivpotenzial, zudem sei der Favorit in der Defensive verwundbar. Bevor es so weit ist, gilt es aber, die EM-Qualifikation gegen Belgien und die Slowakei mit einem perfekten Start zu eröffnen.
