Fußball heute: Zwei Spiele, zweimal zu null – Daniel Batz (35) hat sich bei Borussia Mönchengladbach mit Nachdruck für das Duell beim Hamburger SV am Freitag (20:30 Uhr, Sky) empfohlen. Das berichtet die Bild. Laut Gladbach Live ist die Torwartfrage damit völlig offen, auch Absolut Fußball sieht Stammkeeper Moritz Nicolas unter Druck.
Borussia Mönchengladbach: Batz glänzt gegen Paderborn
Beim 0:0 gegen Aufsteiger Paderborn war der frühere Mainzer mit Abstand der beste Gladbacher. Die Gäste waren lange klar überlegen und schossen aus allen Lagen, Batz hielt jedoch alles. Zudem wirkte er ruhig und souverän, spielte klare Pässe im Aufbau und dirigierte seine Abwehr wie ein echter Anführer.
Das blieb auch Sportdirektor Rouven Schröder (51) nicht verborgen. „Man spürt bei jeder Aktion seine Erfahrung. Auch seine Körpersprache ist super“, lobte er. Für einen Torhüter, der eigentlich hinter Nicolas eingeplant war, ist das ein bemerkenswertes Zeugnis. Batz hat seine Bewerbung damit eindrucksvoll unterstrichen.
Daniel Batz: Zwei Einsätze ohne Gegentor
Auch die Zahlen sprechen für ihn. Mit Batz im Tor gelang Gladbach das erste Bundesliga-Spiel der Saison ohne Gegentreffer, schon beim 2:0 im DFB-Pokal gegen Karlsruhe hatte er die Null gehalten. Nicolas kassierte dagegen in den ersten sieben Ligaspielen 22 Gegentore. Der Kontrast könnte kaum größer sein.
Die alte Fußballweisheit, eine siegreiche Mannschaft nie zu verändern, greift diesmal allerdings nur bedingt. Gegen Paderborn reichte es eben nicht zu einem Sieg. Die Entscheidung im Tor für das wichtige Spiel in Hamburg gilt deshalb als völlig offen. Genau das macht die Lage so brisant.
Moritz Nicolas: Die Krise hat Spuren hinterlassen
Laut Trainer Alexander Blessin (53) fehlte Nicolas nur wegen eines kleinen „Zipperleins“, Absolut Fußball spricht von muskulären Problemen. Die sportliche Talfahrt ging an ihm aber sichtbar nicht spurlos vorbei, er bleibt deutlich häufiger auf der Linie als in der Vorsaison. Beim 2:3-Sieg in Stuttgart leistete er sich zudem einen weiteren Fehler vor einem Gegentor.
Noch vor der Saison schienen die Rollen klar verteilt. Nach dem ablösefreien Abgang von Ex-Kapitän Jonas Omlin zum FC Basel galt Nicolas als unumstrittene Nummer eins, hatte er Gladbach doch in der Vorsaison mit 13 Spielen ohne Gegentor zum Klassenerhalt verholfen. Dabei kennt er die Situation von der anderen Seite, als Backup nutzte er einst Omlins Verletzung.
Borussia Mönchengladbach: Keine Diskussion um die Nummer eins
Auf die Frage der Bild, warum man angesichts von Batz‘ Form nicht wechseln sollte, reagierte Blessin leicht gereizt. „Wir öffnen hier jetzt keine Torwartdiskussion. Wir warten erstmal ab, wie es Mo geht, wenn wir am Dienstag mit der Vorbereitung auf Hamburg beginnen“, stellte der Coach klar. Eine Festlegung vermied er damit.
Schon vor den beiden Partien hatte sich Blessin eindeutig positioniert. „Mo bleibt die Nummer eins, da gibt es nichts dran zu rütteln“, sagte er laut 90min.de. Für den Stammkeeper ist das ein klares Bekenntnis. Ob es auch nach Batz‘ starken Auftritten noch Bestand hat, wird die Woche zeigen.
BMG News: Batz kam genau für diese Situation
Batz war erst im Mai ablösefrei aus Mainz gekommen, um in genau solchen Momenten verlässliche Bundesliga-Erfahrung einzubringen. Diese Rolle hat er bislang perfekt ausgefüllt. Für Blessin bleibt die Lage dennoch heikel, denn Nicolas weckte mit seinen Leistungen in der Vorsaison sogar internationales Interesse.
Ist Nicolas für das Spiel in Hamburg fit, dürfte er beginnen. Weitere Patzer des Stammkeepers würden Batz allerdings zu einem noch ernsthafteren Herausforderer machen. Die Rückendeckung des Trainers ist für Nicolas damit zugleich Chance und Verpflichtung. Spätestens am Freitagabend wird sich zeigen, wem Blessin im Duell mit dem HSV das Vertrauen schenkt.
