Fußball heute: Mit seinem Treffer beim 2:0 gegen Hoffenheim hat Niclas Füllkrug (33) gleich zwei Klubrekorde aufgestellt, wie die Bild berichtet. Bei Werder Bremen will man den Torjäger deshalb unbedingt langfristig halten. Das bestätigte Sportdirektor Clemens Fritz laut sport.de gegenüber der DeichStube.
Werder Bremen: Füllkrug knackt zwei Vereinsrekorde
Noch nie hatte ein Werder-Stürmer nach acht Spielen neun Tore auf dem Konto. Zudem traf Füllkrug zum siebten Mal in Folge in der Bundesliga, das gelang im Verein zuvor nur Rudi Völler in der Saison 1982/83. Es sind Zahlen für die Geschichtsbücher. Der Rückkehrer wandelt damit auf den Spuren einer Bremer Legende.
Mit 15 Punkten steht Werder auf Rang fünf, und Füllkrug ist laut 90min das Gesicht dieses Aufschwungs. Mit neun Treffern führt er die Torjägerliste der Bundesliga an, über alle Wettbewerbe hinweg traf er in zehn Pflichtspielen schon zwölfmal. Sein Selbstvertrauen überträgt sich sichtbar auf die Mitspieler.
Marco Grüll: Vom vermeintlichen Flop zum Vorlagenkönig
Die größte Überraschung ist jedoch Marco Grüll. Lange galt der 28-jährige Österreicher in Bremen als Flop, nun kommt er auf zwei Tore und sieben Vorlagen, zählt man herausgeholte Elfmeter mit, sogar auf acht. Damit ist er bester Vorbereiter der Liga und hinter Michael Olise der zweitbeste Scorer. Gegen Hoffenheim legte er das 2:0 durch Eren Dinkci auf.
Seit 14 Jahren hat kein Spieler mehr einen solchen Start bei den Assists hingelegt, zuletzt gelang das Szabolcs Huszti bei Hannover. Seit Beginn der detaillierten Erfassung 2004/05 hatte zudem kein Bundesliga-Profi nach acht Spieltagen mehr Vorlagen auf dem Konto. Für Werder ist er damit ein unerwarteter Glücksfall.
SVW News: Grüll erobert die linke Seite
Dabei gehörte er in der Vorbereitung noch zu den Verlierern, weil er verletzungsbedingt in fast jedem Testspiel auf einer anderen Position ran musste. Inzwischen hat er sich den linken Flügel gesichert. Mit zehn Torbeteiligungen in acht Bundesliga-Partien kommt er schon fast an die zwölf heran, die ihm zuvor in 63 Spielen gelangen.
Dank seiner Form dürfte er nun auch von Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick wieder berufen werden. Angesprochen fühlen kann er sich auch von Trainer Daniel Thioune (52). „Die Entwicklung der Mannschaft ist sehr schnell vorangeschritten. Schneller, als man sich das vielleicht vorgestellt hat“, sagte der Coach.
Niclas Füllkrug: Lob für den unermüdlichen Partner
Füllkrug beeindrucken weniger Grülls Zahlen als dessen Einsatz. „Grüll und ich – ich habe immer das Gefühl, wir stecken uns gegenseitig an, wie wir die Gegenspieler anlaufen“, schwärmte er. Als er in der 87. Minute auf einen Außenverteidiger zugesprintet sei, habe er gesehen, wie Grüll plötzlich drei Spieler attackiere.
Dabei bekomme er auf dem Platz fast Gänsehaut. „Meine Jungs haben meinen Rücken, und genauso ist es bei ihnen auch. Wir sind eine absolute Einheit“, betonte der Angreifer. Seine Worte zeigen, dass Füllkrug in Bremen sofort wieder zur Führungsfigur geworden ist. Genau deshalb soll er über die Saison hinaus bleiben.
Clemens Fritz: Werder will Füllkrug unbedingt halten
„Wir würden sehr gerne mit Niclas über den Sommer hinaus weitermachen“, sagte Fritz. Er wisse, dass sich der Stürmer das ebenfalls gut vorstellen könne. Eine solche Option sei bereits vor der Rückkehr Thema der Gespräche gewesen. Die Leihe von West Ham soll für Werder also keine Episode bleiben.
Allerdings weiß Fritz, „dass dabei eine dritte Partei mitredet und der Fußball sehr dynamisch ist“. Füllkrug verzichtete für die Rückkehr auf viel Geld und steht bei West Ham noch bis 2028 unter Vertrag. Gehalt und Ablöse sind laut 90min die größten Hürden, zumal sein Marktwert steigt, sein klarer Wunsch zu bleiben wäre aber ein Vorteil.
West Ham: Ein Leidensweg vor der Rückkehr nach Bremen
Wie viel die Londoner im Sommer 2027 verlangen könnten, ist offen. West Ham, damals in der Premier League und inzwischen in der Championship, hatte Füllkrug im Sommer 2024 für 27 Millionen Euro aus Dortmund geholt. Auch wegen Verletzungen kam er dort nur auf drei Tore in 29 Pflichtspielen, die Leihe zum AC Mailand brachte einen Treffer in 20 Partien.
In Bremen dagegen, wo er einst den Nachwuchs des Klubs durchlief, blüht der Angreifer wieder auf. Für Werder kommt der 24-malige Nationalspieler inzwischen auf 61 Tore und 16 Vorlagen in 134 Pflichtspielen. Gelingt eine dauerhafte Lösung, hätte der Klub seinen Torjäger und Anführer für die kommenden Jahre gesichert.
