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Nach dem 2:2 gegen Arsenal: An diesen Stellen fehlt Bayern die Breite

FC-Bayern-Fans

Fußball heute: Ist der Kader des FC Bayern zu dünn besetzt? Ex-Profi Markus Babbel (54) beantwortet diese Frage gegenüber ran mit einem klaren Ja, wie fcbinside.de berichtet. Auch ein Kommentar bei transfermarkt.de sieht nach dem 2:2 gegen den FC Arsenal große Lücken – und übt Kritik an Vincent Kompany.

FC Bayern: Babbel hält den Kader für zu dünn

„Ja, so sieht es im Moment aus“, sagte Babbel auf die Frage nach der Kadertiefe. Das Problem sei allerdings vielschichtig. „Bei Bayern sind die Stammspieler nicht zufrieden, wenn sie auf die Bank rotieren müssen. Ein Harry Kane will einfach dreimal in der Woche spielen“, erklärte der frühere Münchner.

Genau dieser Hunger zeichne Spitzenkräfte aus. „Deswegen ist es immer ein Ritt auf der Rasierklinge“, so Babbel. Den Weg habe der Klub bewusst gewählt und müsse damit leben, in einem Topspiel nicht immer die besten Akteure zur Verfügung zu haben. Erschwerend kommt die Zusatzbelastung durch die WM hinzu, die vielen Spitzenklubs Verletzungssorgen beschert.

Max Eberl: Babbel überrascht von der Karl-Kritik

Überrascht zeigte sich der 54-Jährige von der öffentlichen Kritik, die Sportdirektor Max Eberl an der schwachen Form von Lennart Karl geäußert hatte. „Das kennt man normalerweise nicht von Bayern und ich glaube, da steckte schon auch eine Message an die Nachrücker dahinter: Wenn ihr reinkommt, erwarten wir mehr von euch“, vermutet Babbel.

Grundsätzlich schlecht aufgestellt sieht er die Münchner dennoch nicht. Vielmehr beschreibt er einen Balanceakt zwischen regelmäßigen Einsatzzeiten für die Stars und ausreichend Qualität auf der Bank, um Ausfälle in großen Spielen aufzufangen. Gerade bei drei Wettbewerben wird dieser Spagat für Kompany zur Daueraufgabe.

Bayern gegen Arsenal: Personalnot beim 2:2

Wie dünn die Personaldecke ist, zeigte sich gegen Arsenal. Neben dem gesperrten Michael Olise fehlten Jamal Musiala und kurzfristig Joshua Kimmich. Luis Díaz saß wegen muskulärer Probleme zunächst nur auf der Bank und musste nach seiner Einwechslung wieder runter – das sorgt für neue Bedenken.

Ausfälle diktierten Kompanys Aufstellung weitgehend, heißt es im Kommentar bei transfermarkt.de. Als seinem Team in der Schlussphase bei eigener Führung die Kräfte ausgingen, konnte er kaum reagieren. Nachvollziehbar sei, dass er die zuvor beim 3:3 in Stavanger schwachen Jonathan Tah und Karl draußen ließ und Josip Stanisic statt Nathaniel Brown brachte.

Vincent Kompany: Davies-Kniff geht auf – Kritik bleibt

Auch der Schachzug, Alphonso Davies auf den linken Flügel vorzuziehen, weil Díaz nicht für die Startelf fit war, ging auf. Davies traf und gehörte neben dem überragenden Harry Kane und Dayot Upamecano zu den besten Bayern (ran-Note 2). Trotzdem hätten einige umstrittene Personalentscheidungen einen möglichen Sieg gekostet.

Im Gegensatz zu seinem Mentor Pep Guardiola, der für große Spiele oft alles umstellte und dafür regelmäßig bezahlte, handelte es sich laut des Kommentars nicht um spontane Geistesblitze. Manche fühlten sich dennoch an Carlo Ancelottis letztes Spiel als Bayern-Trainer erinnert, das 2017 in Paris verloren ging und noch in der Nacht zur Entlassung führte.

FCB-Kader: Kein Back-up für Harry Kane

Kompany sei in München allerdings schon jetzt deutlich erfolgreicher als sein prominenter Vorgänger. Das grundsätzliche Problem bleibt: Für höchste Ansprüche ist der Kader laut des Kommentars zu dünn. Fallen mehrere Spieler aus, können formschwache Youngster wie Karl oder Talente aus dem Nachwuchs die Lücken nicht angemessen schließen.

Konkret fehlen demnach ein Back-up für den unverzichtbaren Kane, ein Ersatz für Díaz nach der Abgabe von Arijon Ibrahimovic sowie defensivstarke Außenverteidiger von internationaler Topqualität. Eberl, für die Transfers von Olise und Díaz viel gelobt, habe sich bewusst – oder unter finanziellem Druck des Aufsichtsrats um Uli Hoeneß – gegen mehr Breite entschieden.

Champions League: PSG und Co. mindestens ebenso stark

Für die Moral des geschwächten Teams spricht immerhin, dass es mit Titelkandidat Arsenal mithielt. Doch andere Konkurrenten in der Champions League, etwa Titelverteidiger PSG, sind mindestens ebenso stark. Mit einem dezimierten Aufgebot dürfte es gegen solche Gegner auf Dauer schwer werden.

Um bis zum Ende um die Trophäe mitzuspielen, braucht Bayern deshalb den gesamten Kader in Topform, möglichst wenige Verletzungen und ein etwas besseres Coaching als am Mittwoch. Genau hier schließt sich der Kreis zu Babbels Balanceakt zwischen zufriedenen Stars und ausreichender Breite.

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