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HSV ohne Remberg: Diese Lösung soll das Kapitäns-Loch stopfen

HSV-Fans

Fußball heute: Der Kreuzbandriss von Kapitän Nicolai Remberg trifft den Hamburger SV hart, ein Winter-Transfer ist laut 90min aber kein Thema. Beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart fing das umgebaute Mittelfeld den Ausfall eindrucksvoll auf, wie Zahlen von hsv.de belegen. In der Abwehr hat zudem ein Profi seinen Konkurrenten überholt, berichtet nurdieraute.

Hamburger SV: Kein Winter-Wechsel von Robert Andrich

Laut Hamburger Abendblatt steht Robert Andrich nicht auf der Agenda. Zuvor hatte Sky den früheren Nationalspieler erneut als möglichen Remberg-Ersatz für Januar ins Spiel gebracht. Schon im Sommer war Andrich bei Bayer Leverkusen außen vor und mit dem HSV in Verbindung gebracht worden, lehnte einen Wechsel aber selbst ab. Inzwischen spielt er in Leverkusen wieder eine Rolle.

Dabei wiegt der Ausfall des Kapitäns schwer. Mitten in einer Serie von drei Siegen in Folge riss sich Remberg beim 3:2 in Hoffenheim das Kreuzband, er dürfte die restliche Saison verpassen. Trainer Merlin Polzin stellte klar, dass sich sein Spielführer nicht eins zu eins ersetzen lasse. Gesucht ist also eine Lösung, die das Loch gemeinsam stopft.

HSV News: Keine vorzeitige Rückkehr der Leihspieler

Eine Rückholaktion ist offenbar ebenfalls nicht geplant. Daniel Elfadli und Aboubaka Soumahoro, beide vor allem Innenverteidiger mit Option fürs defensive Mittelfeld, besitzen ohnehin keine Rückrufoption in ihren Leihverträgen. Elfadli spielt beim Linzer ASK in der Champions League. Soumahoro (21) ist bei RCD Mallorca in Spaniens zweiter Liga meist Joker und wäre keine Soforthilfe.

Vorerst soll der Ausfall deshalb mit dem vorhandenen Personal aufgefangen werden. Funktioniert das weiter so wie gegen Stuttgart, dürfte es bei diesem Plan bleiben. Erst eine weitere Verletzung im defensiven Mittelfeld würde den Klub im Winter zum Handeln zwingen. Mit Sambi Lokonga fällt dort wegen Oberschenkelproblemen bereits ein zweiter Mann aus.

Miro Muheim: Vom Linksverteidiger zum Matchwinner

Wie gut das klappen kann, zeigte das 1:0 gegen den VfB. Polzin zog Linksverteidiger Miro Muheim ins zentrale Mittelfeld, und ausgerechnet der Umgeschulte erzielte spät den Siegtreffer. Es war bereits das zweite Spiel in Folge, das er entschied. Mit 11,42 Kilometern lief Muheim zudem mehr als jeder andere Akteur auf dem Platz.

Neben ihm bildeten Martin Adeline und Bilal Nadir die neue Zentrale. Adeline fiel mit gewohnt hohem Pressing auf, spulte 10,54 Kilometer ab und zog 15 Sprints an. Häufiger sprinteten beim HSV nur die Schienenspieler David Møller Wolfe (29) und Louis Lemke (25). Gegen den Ball verteidigte das Team in einem kompakten 5-3-2 und bekam den VfB so zunehmend in den Griff.

Bilal Nadir: Beste Passquote auf dem Platz

Herausragend war auch Nadir. Der 22-Jährige brachte 96,7 Prozent seiner Zuspiele an den Mann, das war der Bestwert der Partie. Selbst die Saisonschnitte der besten Passgeber der Liga liegen darunter, angeführt von Joane Gadou (BVB, 93,7), Dayot Upamecano (FC Bayern, 93,6) und Chrislain Matsima (FC Augsburg, 93,2). Deren Werte beziehen sich allerdings auf alle bisherigen Spiele.

Für den Sommer-Zugang aus Marseille war es erst der zweite Startelf-Einsatz. Zuvor hatte er drei Bundesliga-Spiele verpasst, in Hoffenheim fehlte er wegen Adduktorenproblemen. Bei seiner Vorstellung hatte Sportdirektor Claus Costa auf hsv.de geschwärmt: „Er ist ein Spieler, der den Ball immer haben will, eine hohe Aktionsdynamik besitzt und sich intelligent in den Halbräumen bewegt.“

Warmed Omari: Stammplatz statt Torunarigha

Auch hinten griff ein Rädchen ins andere. Schienenspieler, Dreierkette und Torhüter Daniel Heuer Fernandes sorgten gemeinsam für das erste Zu-null-Spiel der Saison. Eine zentrale Rolle spielt dabei Warmed Omari. Wie nurdieraute berichtet, hat er Jordan Torunarigha verdrängt und stand bei allen drei Siegen gegen Köln, Hoffenheim und Stuttgart in der Startelf.

Abwehrchef Sebastiaan Bornauw lobte den komorischen Nationalspieler nach dem VfB-Sieg laut Mopo: „Und man muss sagen, dass er in letzter Zeit sehr gute Spiele macht. Ich freue mich für ihn.“ Hinten ist er der mit Abstand beste Passgeber, spielt raumgreifende Pässe und treibt den Ball selbst nach vorn. Diese Stärken zeigt er auf der linken Seite der Abwehrreihe, eigentlich Torunarighas Revier.

SCP – HSV: Bleibt Polzin bei seiner Dreierkette?

Fehlerfrei agierte Omari allerdings nicht. Bei seinem Comeback als Joker in Leipzig verschuldete er das fünfte Gegentor, danach verlor er mehrfach in gefährlichen Situationen den Ball. Torunarigha (29) war seit November 2025 gesetzt und trug als einziger Linksfuß unter den Innenverteidigern maßgeblich dazu bei, dass der HSV in der Vorsaison nur 54 Gegentore kassierte.

Trotzdem dürfte Polzin nach der ersten weißen Weste nicht an seiner Dreierkette rütteln. Schon am Samstag (15:30 Uhr) wartet am 7. Spieltag der SC Paderborn. Dann muss auch das neu formierte Mittelfeld beweisen, dass der Auftritt gegen Stuttgart keine Eintagsfliege war. Gelingt das, wird ein Winter-Transfer für den Remberg-Ersatz noch unwahrscheinlicher.

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