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FC Barcelona: Laporta über Real Madrid – „Mehr als einen Hahn im Hühnerstall“

FC-Barcelona-Fans

Fußball heute: Wenige Tage vor dem Clásico hat Joan Laporta (64) zum Rundumschlag gegen Real Madrid ausgeholt. Wie die französischen L’Équipe berichtet, ist das Verhältnis der beiden Klubs aus Sicht des Barça-Präsidenten völlig zerrüttet. Laut ESPN stellte er sich zudem demonstrativ hinter LaLiga-Präsident Javier Tebas.

FC Barcelona: Laporta rechnet mit Real Madrid ab

Selbst von einem schwierigen Verhältnis will der 64-Jährige nichts mehr wissen. „Nein, es existiert inzwischen nicht mehr“, stellte er klar. „Ich würde sogar sagen, dass wir uns mittlerweile in einer offenen Konfrontation befinden. Sie versuchen, die Aufmerksamkeit von anderen Dingen abzulenken.“ Vor dem Duell von Spitzenreiter und Verfolger erreicht der Zwist damit eine neue Stufe.

Den Fall Negreira, in dem es um die mutmaßliche Bestechung von Schiedsrichtern durch Barça geht und den Real mit großem Nachdruck verfolgt, sprach Laporta ebenfalls an. „Sie wollen die Aufmerksamkeit darauf lenken, aber an der Sache ist nichts dran“, betonte er. Damit weist der Präsident die Vorwürfe gegen seinen Klub zurück und dreht den Spieß gegen den Rivalen um.

Real Madrid: Laporta kritisiert die Transferpolitik

Ins Visier nahm Laporta vor allem Reals Einkaufspolitik. Seit seinem Amtsantritt im März 2021 hat Barça laut Transfermarkt rund 540 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben und dabei ein Transferminus von 86 Millionen Euro verbucht. Der Rivale investierte im selben Zeitraum 714 Millionen Euro, das Minus beläuft sich auf 342 Millionen Euro. In Madrid ist also deutlich mehr Geld versickert.

Diese Bilanz zeigt aus Laportas Sicht, dass Reals Kurs gescheitert ist. „Real Madrid hat institutionell und sportlich an Glaubwürdigkeit verloren“, urteilte er. Der Klub habe den falschen Weg eingeschlagen und bezahle nun den Preis dafür. „Real Madrid hat das Scheckbuch gezückt und viel Geld für zahlreiche sehr teure Spieler ausgegeben, die nicht die erhofften Ergebnisse liefern.“

Kylian Mbappé: Laporta spottet über den „Hahn in einem Hühnerstall“

Besonders hart ging Laporta mit dem Star-Ensemble von Real ins Gericht. Der Klub habe sich „für Individualisten und große Transfers“ entschieden, für Mbappé und die übrigen Stars sieht er mit diesem Ansatz keine Zukunft. „Mehr als einen Hahn in einem Hühnerstall zu haben, kann niemals funktionieren“, sagte der Präsident. Mit diesem Bild stellt er Reals gesamtes Kaderkonzept infrage.

Den Gegenentwurf verkörpert Lamine Yamal. Das 19-jährige Eigengewächs hat inzwischen den höchsten Marktwert im Weltfußball und liegt damit vor Mbappé (27), der 2024 ablösefrei von PSG nach Madrid gewechselt war. Trotz dieses Coups holte Barça in Mbappés ersten beiden Saisons bei Real jeweils die Meisterschaft und dominiert auch die laufende Spielzeit.

Barça-Erfolgsrezept: La Masia, Hansi Flick und Deco

Wie sehr der FC Barcelona den spanischen Fußball prägt, zeigte sich auch im Sommer. Spanien gewann die WM in den USA mit acht Barça-Profis im Kader, ein Spieler von Real war nicht dabei. Laporta führt den Erfolg auf die Mischung aus Eigengewächsen und Zugängen mit anderem fußballerischen Hintergrund zurück. Seinem Klub gelinge es, aus ihnen eine Mannschaft mit funktionierender Synergie zu formen.

Ausdrücklich lobte er dabei die sportliche Führung. „Das verdanken wir einem herausragenden Trainer, Hansi Flick, und auch einem Sportdirektor, Deco, der daran arbeitet, diese Mannschaft weiterzuentwickeln“, so Laporta. Während Real auf große Namen setzt, sieht der Präsident die Stärke seines Klubs in der Arbeit von Trainer und Sportdirektor.

Javier Tebas: Laporta stellt sich hinter den LaLiga-Boss

Am Samstag legte Laporta vor Reportern nach, wie ESPN berichtet. Real greife ständig alles an, was in der Liga, im Verband und bei den Schiedsrichtern passiere, warf er dem Rivalen vor. Der Klub suche tausend Ausreden, weil er die selbst verschuldete Lage nicht akzeptieren könne, und solle sich selbstkritisch hinterfragen. Über Tebas als Liga-Chef könne man dagegen glücklich sein.

Hintergrund ist ein offener Streit zwischen Tebas und Real. Am Freitag hatte der Klub seinen Rücktritt gefordert, nachdem Tebas die Nutzung des klubeigenen TV-Senders zur Diskreditierung von Schiedsrichtern mit Propagandatechniken der Nazis verglichen hatte. Am Sonntag meldete Real auf der eigenen Webseite, Fans hätten beim Heimsieg gegen Sevilla am Samstag Tebas’ Abgang verlangt.

Clásico am 25. Oktober: Laporta heizt die Stimmung an

Für den Liga-Boss fand Laporta noch weitere lobende Worte. Tebas verfüge über die Erfahrung aus unzähligen Schlachten, um den Angriffen zu begegnen, mit denen Real alles zerreißen wolle – die Liga ebenso wie das Technische Komitee der Schiedsrichter. Auch mit dem Verband sei der Klub unzufrieden. Solche Attacken seien eines Mitglieds der Liga unwürdig, so der Barça-Präsident.

Sportlich liegt Barça vor dem direkten Duell klar vorn. Mit sechs Punkten Vorsprung auf Real führt der Titelverteidiger die Tabelle an und empfängt den Verfolger am 25. Oktober zum Clásico. Mit seinen Aussagen hat Laporta die Brisanz vor dem Gipfeltreffen noch einmal deutlich erhöht. Ein Heimsieg würde den Vorsprung ausbauen und seine Thesen auch auf dem Rasen untermauern.

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