Vier Profis des VfB Stuttgart stehen in Jürgen Klopps erstem DFB-Kader – einer davon zum allerersten Mal. Finn Jeltsch wurde vom neuen Bundestrainer in die A-Nationalmannschaft berufen, wie clubfokus.de, onefootball und vfb.de berichten. Über den 20-jährigen Innenverteidiger hatte Klopp bei der Kaderverkündung besonders viel zu sagen.
VfB Stuttgart: Klopp staunt über Jeltschs Einsatzzahlen
„Unter den Spielern, die mir nicht sofort geläufig waren, war Finn der erste, der mir aufgefallen ist. Du guckst auf die Statistik und denkst: ‚Einsätze: Hä, was ist das denn?'“, sagte der Bundestrainer laut clubfokus.de. Bei genauerem Hinsehen habe er einen „außergewöhnlichen Verteidiger“ entdeckt, der abgeklärt wirke, athletisch stark sei und kicken könne. Ein Lob, das kaum größer ausfallen könnte.
Die Verblüffung des Bundestrainers hat einen Grund. Trotz seines Alters hat Jeltsch bereits 56 Spiele für Stuttgart und 33 für Nürnberg absolviert, zudem lief er sechsmal für die U21 des DFB auf, teils als Kapitän. Der gebürtige Mittelfranke durchlief fast zehn Jahre die Nürnberger Jugend, ehe er Anfang 2025 zum VfB wechselte – auch der Club sieht sich an diesem Meilenstein beteiligt.
DFB-Kader mit 44 Spielern: So verteilen sich die VfB-Profis
Insgesamt berief Klopp für die vier Nations-League-Spiele 44 Akteure, verteilt auf zwei Blöcke. Hintergrund der langen Abstellungsperiode: Die erste Länderspielphase einer Saison wurde verlängert, dafür gibt es im Herbst nur noch zwei statt drei Phasen. Für die Klubs bedeutet das eine ungewohnt lange Zeit ohne ihre Nationalspieler.
Vagnoman und Führich gehören zum 24-köpfigen ersten Block für die Partien am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande und am 27. September in Augsburg gegen Griechenland. Jeltsch und Mittelstädt stoßen mit 20 weiteren Akteuren für die Spiele am 1. Oktober in München gegen Serbien und am 4. Oktober in Thessaloniki gegen Griechenland dazu, alle Partien werden um 20.45 Uhr angepfiffen.
Finn Jeltsch: Debüt gegen Serbien oder Griechenland möglich
Alle vier Begegnungen zählen zur Nations League, Liga A, Gruppe 2, ein Großteil des ersten Blocks kehrt vor den Oktober-Spielen zu den Klubs zurück. Jeltsch könnte damit Anfang Oktober sein Debüt im DFB-Trikot feiern, in München oder in Thessaloniki. Für den VfB wäre ein Einsatz der nächste Beleg dafür, dass sich die Verpflichtung aus Nürnberg Anfang 2025 gelohnt hat.
Auch abseits des DFB sind die Schwaben stark vertreten. Neuzugang Leo Sauer trifft mit der Slowakei in Liga C, Gruppe 3 auf Moldawien, Kasachstan und die Färöer, Ermedin Demirovic spielt mit Bosnien-Herzegowina in Liga B, Gruppe 4 gegen Polen, Rumänien und Schweden. Bilal El Khannouss bestreitet mit Marokko die Afrika-Cup-Qualifikation gegen Gabun und Lesotho sowie ein Testspiel gegen Ghana.
Stuttgarter auf Reisen: Von Demirovic bis Talent Spalt
Demirovic hatte bei der WM 2026 das Sechzehntelfinale erreicht, El Khannouss mit Marokko das Viertelfinale. Dazu ist Talent Yanik Spalt erstmals für Österreichs U21 nominiert und könnte in der EM-Qualifikation gegen Dänemark und in Wales debütieren. Insgesamt acht Stuttgarter sind damit in den kommenden Wochen für ihre Verbände unterwegs – so viele wie selten.
Für den VfB ist die Länderspielphase damit Fluch und Segen zugleich. Einerseits fehlen zahlreiche Leistungsträger im Training, andererseits unterstreicht die Zahl der Abstellungen, welchen Stellenwert der Kader inzwischen international besitzt. Jeltschs erste Berufung ist dabei das schönste Kapitel – und womöglich erst der Anfang einer langen DFB-Karriere.
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