Zwei Tore in neun Minuten – und plötzlich steht Felix Nmecha im Fokus der Premier League. Manchester City und der FC Liverpool sollen detaillierte Dossiers über den Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund führen und beim 3:0 gegen Paderborn Scouts im Stadion gehabt haben, wie sport.de unter Berufung auf Fussballdaten.de und onefootball unter Verweis auf fussball-news.de berichten.
Borussia Dortmund: Nmecha-Doppelpack vor den Augen englischer Scouts
Gegen Paderborn stand der 25-Jährige nach holprigem Saisonstart nicht in der Startelf von Trainer Niko Kovac. Eingewechselt in der 65. Minute, traf Nmecha dann in der 80. und 89. Minute jeweils sehenswert und machte aus einer wackligen Führung einen klaren Sieg. Die Beobachter aus England sollen von diesem Auftritt begeistert gewesen sein – besseres Timing für einen Joker gibt es kaum.
Konkrete Verhandlungen gibt es dem Bericht zufolge noch nicht. Beide Klubs könnten sich aber bald nach den Bedingungen eines Wintertransfers erkundigen und die Rahmenbedingungen abfragen. Setzt Nmecha seine Entwicklung fort, dürfte das Thema laut onefootball vor allem im Sommer heiß werden, im Januar sind die Hürden für einen Wechsel deutlich höher.
BVB-Preisschild: 80 bis 90 Millionen Euro als Verhandlungsbasis
Dortmund will im Winter eigentlich nicht verkaufen und schließt einen Abgang im Januar grundsätzlich aus. Bei 80 bis 90 Millionen Euro könnte der Klub demnach allerdings schwach werden, diese Summe gilt als Verhandlungsbasis – bei einem Marktwert von rund 55 Millionen Euro. In ähnlicher Höhe soll auch Nmechas Ausstiegsklausel liegen, die im Januar allerdings nicht greifen dürfte.
Wie zentral der gebürtige Hamburger für den BVB ist, zeigt der Blick auf den Frühling. Erst im März hatte Nmecha seinen bis Juni 2030 laufenden Vertrag unterschrieben, Sport-Geschäftsführer Lars Ricken nannte ihn damals gegenüber sport.de einen „ganz zentralen Baustein“ der Kaderplanung. Ein Abgang mitten in der Saison wäre demnach kaum zu kompensieren.
Felix Nmecha: Darum passt der Achter nach England
Das Interesse aus England hat unterschiedliche Hintergründe. City bildete Nmecha in der eigenen Akademie aus und sieht in ihm eine Option, das Mittelfeld physisch und technisch zu verstärken, Liverpool schätzt Athletik, Dynamik und seine Box-to-Box-Qualitäten. Vertikale Dribblings, Zweikampfstärke und Läufe in den Strafraum machen den Rechtsfuß zu einem modernen Achter – Eigenschaften, wie sie in England gefragt sind.
Für Dortmund ergibt sich daraus ein Dilemma. Ein Spieler, der nach schwachem Start gerade erst wieder in Form kommt, wird ausgerechnet dann für die Konkurrenz interessant, wenn der Klub ihn am dringendsten braucht. Die hohe Verhandlungsbasis ist deshalb weniger ein Verkaufssignal als eine Abschreckung.
Nmecha-Torjubel: „King’s Return“-Geste sorgt für Diskussionen
Diskussionen löste derweil auch der Torjubel aus. Nmecha feierte sein Traumtor gegen Paderborn mit der „King’s Return“-Geste, die für das Netzwerk „Ballers in God“ steht, wie n-tv.de berichtet. Dabei handelt es sich um eine evangelikale Vereinigung, die wegen radikal konservativer Positionen in der Kritik steht.
Der Jubel wird deshalb als brisantes Zeichen mit umstrittener Botschaft gewertet, Corni Küpper geht in seinem Podcast auf den Vorfall ein. Für den BVB kommt damit zur sportlichen Debatte um den Nationalspieler eine weitere hinzu – und beide dürften den Verein bis zum Winterfenster begleiten. Sportlich bleibt der Doppelpack gegen Paderborn dennoch die wichtigste Nachricht dieser Woche.
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