Fußball heute: Mehr Geld rein als raus – das war das klare Transferziel von Werder Bremen in diesem Sommer. Neun Spieler wurden für 42,5 Millionen Euro abgegeben, für Neuzugänge flossen lediglich 7,3 Millionen Euro. Wie Transfermarkt berichtet, verlor kein anderer Bundesligist prozentual mehr Kaderwert: Der Gesamtmarktwert sank von 170,5 auf 122 Millionen Euro.
Werder Bremen: Fritz nennt Transferbilanz „klare Aufgabe“
Sportchef Clemens Fritz bezeichnete den erwirtschafteten Überschuss gegenüber Sky als „notwendig“ und „klare Aufgabe“ – mahnte aber zugleich zur Selbstkritik. Die bevorstehende Saison werde herausfordernd, so Fritz, dennoch müsse der Klub selbstbewusst auftreten. Ein Spagat, der die Bremer Lage treffend beschreibt.
Dass es am Ende doch noch zwei zusätzliche Leihen gab, war kein Teil des Plans. Mittelfeldspieler Youri Regeer von Ajax Amsterdam und Außenverteidiger Arthur von Bayer Leverkusen kamen erst am Deadline Day – als direkte Reaktion auf die Verletzungsausfälle von Jens Stage und Justin Njinmah, die Fritz als „Nackenschläge“ bezeichnete. Bereits länger vorbereitet war hingegen die Leihe von Moussa Ndiaye von RSC Anderlecht.
SVW-Kehrtwende: Fritz rudert in 24 Stunden zurück
Besonders pikant: Noch am Dienstag zuvor hatte Fritz öffentlich erklärt, auf kurzfristige Ersatzverpflichtungen verzichten zu wollen – mit Verweis auf die bald zurückkehrenden Mitchell Weiser und Felix Agu. Dann folgte der Last-Minute-Abgang von Samuel Mbangula zum FC Bologna, und die Lage änderte sich schlagartig. Innerhalb von 24 Stunden war die Ansage hinfällig.
Inmitten dieser turbulenten Transferwoche lieferte ausgerechnet Rückkehrer Niclas Füllkrug die positivste Schlagzeile. Beim 3:1 gegen RB Leipzig traf der 33-Jährige direkt und erzielte damit seinen ersten Bundesliga-Treffer seit April 2024. „Es fühlt sich teilweise unwirklich an“, sagte Füllkrug nach dem Spiel. Kapitän Marco Friedl brachte den Effekt des Stürmers auf den Punkt: „Wir haben eine Wucht dazubekommen.“
Füllkrug-Rückkehr: Was sie für Werder bedeutet
Für einen Klub, der im Sommer so viel Qualität abgegeben hat, ist ein Füllkrug in Normalform mehr als nur ein Trost. Er ist der Anker, um den Trainer und Kader ihren Spielstil neu ausrichten können – und ein Signal nach innen wie nach außen, dass die Bremer trotz Sparkurs nicht klein beigeben wollen. Die Herausforderungen bleiben, doch der Start gibt Mut.
