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„Wir sind die Gejagten“: Der VfL Wolfsburg klotzt für den Wiederaufstieg

Wolfsburg-Fans

Fußball heute: Der erste Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte hat den VfL Wolfsburg nicht kleiner gemacht – im Gegenteil. Mit hohen Transfererlösen, teuren Neuzugängen und dem mit Abstand wertvollsten Kader der Liga geht der Klub als klarer Favorit in die Zweitliga-Saison. Geschäftsführer Dieter Hecking gibt das Ziel offen aus: der direkte Wiederaufstieg.

VfL Wolfsburg: Ein sattes Transferplus

Wie Transfermarkt vorrechnet, investierten die Niedersachsen 22,7 Millionen Euro in Zugänge – annähernd so viel wie alle übrigen Zweitligisten zusammen. Dem stehen jedoch Einnahmen von 64,25 Millionen Euro gegenüber, vor allem durch die Verkäufe von Dzenan Pejcinovic (25 Millionen), Konstantinos Koulierakis (16,5 Millionen) und Patrick Wimmer (10 Millionen).

Für Hecking ein Beleg für die Substanz des Kaders. „Dass solche Summen möglich sind, zeigt auch: Obwohl die Mannschaft abgestiegen ist, besitzen viele Spieler individuell einen hohen Wert. Den lassen wir uns bezahlen“, sagte der frühere Bundesliga-Trainer mit Blick auf die inzwischen fast 70 Millionen Euro an Erlösen. Zugleich betonte er, dass die Neuen nicht nur des Geldes wegen gekommen seien: „Hätten Sie nur aufs Geld geschaut, wäre das schneller gegangen. Aber sie wollten genau wissen, was wir als Klub und mit ihnen vorhaben.“

Gestandene Profis als Gerüst

Auf erfahrene Kräfte soll die neue Mannschaft aufgebaut werden. Wellenreuther steht im Tor, in der Defensive sind Wahl und Hornby eingeplant, im Mittelfeld Rexhbecaj, in der Offensive Reese und Glatzel – dieses Sextett bildet den Kern des Kaders. Aus seiner finanziellen Sonderstellung macht Hecking im Interview mit dem kicker keinen Hehl: „Eines müssen wir gar nicht verheimlichen: Natürlich zahlt der VfL Wolfsburg gute Gehälter. Wir haben Möglichkeiten, die kaum ein anderer Zweitligist jemals hatte.“ Mit Reese und Glatzel seien lange Gespräche geführt worden.

Gleichzeitig ist der Umbruch noch nicht abgeschlossen. Keine Zukunft mehr beim VfL haben Kamil Grabara, Denis Vavro, Moritz Jenz und Mohamed Amoura, die allesamt auf der Verkaufsliste stehen. „Stand heute“ werden sie nicht mehr auflaufen, so Hecking – zu Schnäppchenpreisen gibt es das Quartett aber nicht: „Wir sind ein fairer Verhandlungspartner, aber auch sehr klar in unseren Forderungen.“ Sollte der Markt „etwas Spannendes“ hergeben, könnten die Wölfe sogar noch einmal selbst nachlegen.

Nur ein Ziel: zurück nach oben

Mit einem Kaderwert von 154 Millionen Euro überragt Wolfsburg die Konkurrenz deutlich – und macht damit aus seiner Favoritenrolle kein Geheimnis. Etwas verklausuliert bestätigte Hecking, dass es für den deutschen Meister von 2009 in dieser Saison einzig um die Rückkehr ins Oberhaus geht. „Wir sind die Gejagten und müssen diese Rolle erst einmal annehmen“, sagte er. Erfolg heiße in diesem Fall, „ganz weit vorne“ zu stehen.

Zugleich warnte der Geschäftsführer vor verfrühten Erwartungen: „Wir sollten aber nicht nach dem ersten oder fünften Spieltag darüber reden, was im Mai sein muss. Abgerechnet wird nach dem 34. Spieltag.“ Der Auftakt geriet mit dem 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern jedenfalls holprig – ein erster Hinweis darauf, dass Favorit zu sein in der 2. Liga noch keine Punkte garantiert.

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