Fußball heute: Rund drei Wochen vor dem Bundesligastart hat Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt Transfer-Klartext gesprochen. Nach dem 2:0 im Test gegen Hull City richtete der Trainer klare Forderungen an seine Vorgesetzten. Dabei ist der Kader nach Einschätzung von Beobachtern schon jetzt stark genug für einen Europapokalplatz.
Eintracht Frankfurt: Hütters klare Ansage
Mit dem Gesehenen war Hütter nur teilweise zufrieden. „Der Kader ist noch nicht so, wie ich ihn mir vorstelle“, zitiert ihn die Bild. Hinter den Kulissen werde aber daran gearbeitet, bis zum Ligastart eine schlagkräftige Elf beisammenzuhaben. Mit Sportchef Markus Krösche stehe er dabei in engem Austausch. „Ich entscheide dann auf dem Platz, was passiert. Ich weiß auch, was ich brauche“, so der Österreicher, der die Eintracht nach dem enttäuschenden achten Platz zurück in die Erfolgsspur führen soll.
Vor allem der Spielaufbau bereitet dem Coach noch Kopfzerbrechen. „Wir haben uns bei ein paar Dingen nicht gut angestellt: Rückpässe und ein paar wirklich dumme, naive technische Fehler“, kritisierte er. Auch das schnelle Umschalten nach vorne gefiel ihm noch nicht: „Das haben wir noch nicht so, wie ich mir das vorstelle.“
Der Spagat für Krösche: aufwerten und verkleinern
Die Aufgabe für Krösche ist knifflig. Einerseits soll der Kader qualitativ verstärkt, andererseits von rund 30 Feldspielern auf etwa 22 verkleinert werden. Das erklärt laut FAZ auch, warum die bisherigen Testspiele nur begrenzt Aufschluss über die Leistungsfähigkeit geben – ablesbar war vor allem die Perspektive einzelner Profis. Torwart Kaua Santos und Außenverteidiger Elias Baum etwa rückten im internen Ranking nach oben.
Ein zusätzliches Problem: Der internationale Transfermarkt gilt derzeit als weitgehend festgefahren, was schnelle Lösungen erschwert. Trotzdem drängt die Zeit, denn die Vorbereitung neigt sich dem Ende zu.
Warum kein Grund zur Sorge besteht
Bei aller Kritik: Nach Einschätzung der FAZ müssen sich die Fans keine akuten Sorgen um das Ziel Europa machen. Schon der bestehende Kader biete ein Grundgerüst, das für Platz sechs reichen könne – mit dem Vorbehalt, dass ein außergewöhnliches Angebot für Leistungsträger wie Burkardt doch noch eintreffen könnte. Spieler wie Koch, Doan, Knauff, Hojlund und Götze bilden dabei die stabile Achse.
Hinzu kommt: Bei den Zugängen Otavio, Onyedika, Aseko und Pimpong spricht die Frankfurter Erfahrung dafür, dass ein Teil von ihnen einschlägt – Krösches Trefferquote auf dem Transfermarkt war zuletzt überdurchschnittlich. Hütters eigentliche Aufgabe ist es, das vorhandene Potenzial wieder freizulegen. In seinen ersten Wochen am Main hat der Trainer die Erwartungen bereits erfüllt und mit Leidenschaft und Klarheit den Schlendrian ausgetrieben, der sich zuletzt eingeschlichen hatte.
Die Pflichtspielsaison beginnt für die Hessen am 21. August mit dem Pokalspiel bei Oberligist SC St. Tönis, ehe es in der Liga am 29. August auswärts bei Union Berlin losgeht. Zuvor stehen noch Tests gegen den FSV Frankfurt und Brentford an.
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