Fußball heute: Rayan Philippe nutzt die Vorbereitung wie kaum ein anderer HSV-Profi, um sich in den Vordergrund zu spielen. Auch beim 2:2 im Test gegen Lille überzeugte der Franzose. Dabei hätte er den Verein im Sommer verlassen können – lehnte aber alle Anfragen ab, um sich in Hamburg durchzubeißen.
HSV: Philippe spielt sich in den Fokus
Kaum ein Profi drängt sich derzeit so nachdrücklich für die Startelf auf wie der Angreifer, der rechtzeitig zum Saisonstart in Topform kommt. Beim 2:2 gegen den Champions-League-Teilnehmer Lille setzte er mit einem direkt verwandelten Freistoß zum zwischenzeitlichen 1:1 den Höhepunkt seiner Vorstellung, wie der offizielle Spielbericht des HSV festhält. Es war nicht sein erster Glanzmoment: Bereits beim 3:1 gegen Heidenheim traf der gebürtige Nizzarder, gegen Everton bereitete er zuletzt einen Treffer vor.
Entsprechend groß war die Freude von Trainer Merlin Polzin. „Mein einziges Wort nach dem Tor war dreimal hintereinander: beautiful!“, verriet er grinsend und fügte an: „Ich habe mich sehr für ihn gefreut.“
Klare Absage an Wechselgedanken
Dass Philippe überhaupt noch für den HSV auf dem Platz steht, war keine Selbstverständlichkeit. Wie die Mopo berichtet, sollen mindestens zwei französische Erstligisten beim Angreifer angeklopft haben. Auf ernsthafte Verhandlungen ließ sich der 25-Jährige jedoch nie ein – sein Ziel war es, sich in Hamburg durchzusetzen.
Statt über einen Abschied nachzudenken, feilte Philippe bereits früh im Sommer mit einem Privattrainer in seiner Heimatstadt an seiner Form. Diesen Weg setzte er im Volkspark fort. „Er ist auch wieder aktiver, was das Gym angeht“, bemerkte Kapitän Nicolai Remberg. „Dort sehe ich ihn jetzt öfter. Er ist immer der Erste, der da ist.“
Ein neuer Anlauf in zentraler Rolle beim Hamburger SV
Für Polzin ist der Franzose „ein absoluter Musterprofi, was seine Professionalität auf und neben dem Platz angeht“. Die harte Arbeit zahle sich nun aus. Dabei hatte Philippe eine schwierige Vorsaison hinter sich: Trotz fünf Treffern in 28 Bundesligaspielen verlor er zwischenzeitlich sogar seinen Kaderplatz und begann kurz nach Saisonende mit der Aufarbeitung.
Nun startet der Angreifer den nächsten Versuch, sich nachhaltig festzusetzen – und das in leicht veränderter, zentralerer Rolle. Leicht wird das angesichts der Konkurrenz nicht, zumal sich Neuzugang Martin Adeline und der zuletzt am Knie verletzte Albert Grønbæk ebenfalls anbieten. Philippe aber zeigt gerade eindrucksvoll, dass er zu mehr bereit ist.
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