Fußball heute: Der SV Werder Bremen hat sein Trainingslager im Zillertal mit einem gelungenen Abschluss beendet. Beim 2:0 gegen den VfL Bochum überzeugte vor allem ein 18-Jähriger, den zuvor kaum jemand auf dem Zettel hatte: Paul Erevbenagie. Trainer Daniel Thioune zeigte sich rundum zufrieden.
Werder Bremen: Erevbenagie krönt einen starken Auftritt
Im über zweimal 60 Minuten ausgetragenen Härtetest gegen den Zweitligisten setzten sich die Bremer im Parkstadion von Zell am Ziller vor rund 2.200 Zuschauern souverän mit 2:0 durch. Den Führungstreffer erzielte Erevbenagie in der 37. Minute, ehe Salim Musah nach der Pause einen Foulelfmeter verwandelte.
Vor allem das 1:0 unterstrich das Talent des jungen Angreifers. Olivier Deman, kurz zuvor von Torwart Karl Hein freigespielt, schickte ihn steil in die Tiefe – den Rest erledigte Erevbenagie mit einer sehenswerten Einzelaktion: erst gegen Keeper Timo Horn, dann gegen Abwehrmann Michael Steinwender, ehe er zum 1:0 vollendete. Auch sonst zählte der Rechtsaußen über weite Strecken zu den auffälligsten Spielern der Partie.
Werder-Juwel überrascht: Erevbenagie glänzt gegen Bochum
Bekannt war der Name zuvor allenfalls den treuesten Werder-Anhängern. Vergangene Spielzeit wechselte der junge Offensivmann noch zwischen U19 und U23 hin und her und verbuchte in der Regionalliga vier Tore in 18 Einsätzen. Seit 2022 gehört er dem Bremer Nachwuchs an, 2025 gewann er mit der A-Jugend den DFB-Pokal, Anfang Juli unterschrieb er schließlich seinen Profivertrag.
Begünstigt wurde seine Chance durch eine dünne Personaldecke auf den offensiven Außenbahnen. Denn zum Abschluss des Camps musste Thioune auf zahlreiche Profis verzichten: Neben Senne Lynen, Mitchell Weiser und Julian Malatini fehlten am Samstag auch Karim Coulibaly, Justin Njinmah und Samuel Mbangula – die letzten drei krankheitsbedingt. Die WM-Fahrer um Marco Friedl, Romano Schmid und Alexander Schlager befinden sich zudem weiter im Urlaub.
Thioune lobt – und stellt mehr Einsätze in Aussicht
Entsprechend angetan zeigte sich der Cheftrainer vom Nachwuchs. „Er hat Abschlussqualität und bringt Torgefahr mit. Außerdem kämpft er um jeden Ball“, sagte Thioune über Erevbenagie und schränkte zugleich ein: „Er trifft noch nicht immer die richtige Entscheidung. Aber er hat noch Zeit. Paul ist ein junger Spieler und hat Eindruck hinterlassen.“
Ob der 18-Jährige nun bei den Profis bleibt oder zunächst zur U23 zurückkehrt, ließ der Coach offen – machte aber Hoffnung: „Wenn mich jemand mit Leistung bedroht, honoriere ich das. Daher kann ich mir vorstellen, dass er noch häufiger bei uns zu sehen sein wird.“ Auch mit dem Gesamtbild des Trainingslagers war Thioune zufrieden: „Wir haben seriös gearbeitet.“
Lob gab es zudem von Vorlagengeber Deman. „Paul hat sich heute richtig gezeigt. Man kann ihn schwierig verteidigen“, sagte der Belgier und mahnte gleichzeitig: „Er muss jetzt auf dem Boden bleiben und weiterarbeiten. Für sein Alter macht er es mit seinem Tempo und niedrigen Körperschwerpunkt aber sehr gut.“
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