Bei Werder Bremen rückt die Zukunft von Clemens Fritz in den Fokus. Der Vertrag des Sportgeschäftsführers endet mit Ablauf der laufenden Saison, wie fussballtransfers.com und 90min.de unter Berufung auf die Bild berichten – die Spielzeit könnte seine letzte in dieser Funktion sein. Ausgerechnet jetzt verliert der Ex-Profi zudem einen seiner wichtigsten Fürsprecher an der Klubspitze.
Werder Bremen: Vertrag von Clemens Fritz läuft im Sommer aus
Das Arbeitspapier des 45-Jährigen läuft im kommenden Sommer aus, nach dann drei Jahren als Geschäftsführer Profifußball. Gespräche über eine Verlängerung werde es demnach erst geben, wenn auf anderen Ebenen Klarheit herrscht. Intern steht Fritz dem Bericht zufolge „unter Beobachtung“ – eine Formulierung, die bei einem Klub mit dem Anspruch Werders einem Warnsignal gleichkommt.
Ursache dafür ist der im Vorjahr nur mit Mühe geschaffte Klassenerhalt. Zwar hatte der Aufsichtsrat den Kaderplaner danach einstimmig gestützt, zugleich aber eine konkurrenzfähige Mannschaft eingefordert, und das unter schwierigen finanziellen Vorzeichen. Da seine Kaderpolitik häufig als glücklos gilt, muss Fritz nun Ergebnisse liefern, um seine Position zu behaupten.
Hess-Grunewald tritt nicht mehr an – Fritz verliert Fürsprecher
Erschwerend kommt hinzu, dass Präsident und Aufsichtsratschef Hubertus Hess-Grunewald im November nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Damit verliert der Geschäftsführer einen der größten Fürsprecher, den er im Verein hatte. Über seine Zukunft wird der künftige Klubchef entscheiden – wie der Nachfolger die Arbeit von Fritz bewertet, ist völlig offen.
Seine Perspektive hängt laut 90min.de damit an zwei offenen Fragen: der sportlichen Entwicklung in den kommenden Wochen und der Neuordnung an der Klubspitze nach der Präsidentenwahl. Solange beides unklar ist, bleibt sie in der Schwebe. Für den Sportgeschäftsführer bedeutet das Monate der Ungewissheit, in denen jede Niederlage zusätzlich Gewicht bekommt.
SVW-Finanzen: Defizit von 15 bis 17 Millionen Euro
Verschärft wird die Lage durch die Finanzen. Kaufmännischer Geschäftsführer Klaus Filbry hatte gegenüber der Deichstube ein Defizit von 15 bis 17 Millionen Euro beziffert. Weil der Aufsichtsrat eine ausgeglichene Bilanz verlangt, muss die sportliche Leitung regelmäßig Transferüberschüsse erzielen – was den Aufbau eines wettbewerbsstarken Kaders erheblich erschwert.
Auch Filbry selbst gerät dabei zunehmend in die Kritik. Laut Bild wächst im Gremium der Vorwurf, er setze zu stark auf Spielerverkäufe und erschließe zu wenige andere Einnahmequellen. Für Fritz ist das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits teilt er den Druck mit dem kaufmännischen Kollegen, andererseits bleiben ihm ohne neue Erlöse kaum Spielräume auf dem Transfermarkt.
Werder-Zukunft: Der Platz und die Präsidentenwahl entscheiden
Einen Hoffnungsschimmer gibt es immerhin auf dem Platz. Nach dem schwachen Bundesliga-Auftakt scheint sich die Mannschaft zuletzt stabilisiert zu haben. Die Entwicklung der vergangenen Jahre wird dennoch als unbefriedigend bewertet, sodass Fritz ein paar gute Wochen allein kaum reichen dürften, um die Zweifel im Aufsichtsrat auszuräumen.
Bis zur Präsidentenwahl im November bleibt die Personalie damit offen. Erst wenn feststeht, wer den Klub künftig führt, dürfte über eine Verlängerung gesprochen werden. Bis dahin entscheidet der Platz mit darüber, ob der 45-Jährige seine Zukunft in Bremen selbst gestalten kann – oder ob die neue Führung einen anderen Weg einschlägt.
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