Angelo Stiller hätte den VfB Stuttgart im Sommer offenbar innerhalb der Bundesliga verlassen können – und lehnte ab. Bayer Leverkusen soll beim Nationalspieler angefragt haben, kassierte aber eine Absage, wie transfermarkt.de, sport.de und fussballdaten.de übereinstimmend unter Berufung auf die Sport Bild berichten. Brisant sind vor allem die Details zur Ausstiegsklausel des 25-Jährigen.
VfB Stuttgart: Stiller erteilte Bayer Leverkusen im Sommer eine Absage
Der Kontakt lief demnach über die Spielerseite. Bayer-Geschäftsführer Simon Rolfes soll sich telefonisch bei Stillers Berateragentur Sports360 gemeldet haben, um die Möglichkeit eines Transfers auszuloten. Nach kurzer Bedenkzeit wies der Mittelfeldspieler die Avancen Ende Juli jedoch zurück und informierte auch seinen Klub darüber. Die Personalie war damit erledigt, bevor sie überhaupt öffentlich wurde.
Als Hauptgrund für die Absage gilt laut des Berichts die Champions League. Mit den Schwaben spielt Stiller in dieser Saison auf der größten europäischen Bühne, während die Werkself lediglich in der Europa League vertreten ist. Hinzu kommt sein gutes Verhältnis zu Trainer Sebastian Hoeneß, der ihn bereits beim FC Bayern trainierte und als sein größter Förderer gilt.
Stillers Ausstiegsklausel: Nicht im Winter, aber im Sommer 2027
Interessant ist die Meldung auch mit Blick auf seinen Vertrag, der bis 2028 datiert ist. Zuletzt hatten Kicker und Sport Bild übereinstimmend gemeldet, die enthaltene Ausstiegsklausel über kolportierte 36,5 bis 37 Millionen Euro sei abgelaufen. Nun heißt es, diese Option existiere weiterhin – allerdings nicht für den Winter, sondern erst wieder für den Sommer 2027.
Ein weiterer Passus, den sport.de hervorhebt, ist entscheidend. Der VfB kann Stiller die Exit-Option demnach für rund 3,5 Millionen Euro abkaufen. Hätte Leverkusen also ein offizielles Angebot abgegeben, wären die Stuttgarter mit diesem Vetorecht in der Lage gewesen, den Abgang zu verhindern. Wie fussballdaten.de schreibt, wären Verhandlungen zwischen den Klubs deshalb ohnehin schwierig geworden.
Angelo Stiller: 45 Millionen Euro Marktwert und lange Interessentenliste
Für den Sommer 2027 verschiebt sich die Machtbalance dann wieder. Ob Stuttgart einem Verkauf zustimmt, dürfte Stiller laut sport.de weitgehend selbst in der Hand haben. Sollte er signalisieren, keinen Verbleib anzustreben, müsste der VfB eine Trennung nach der laufenden Saison wohl in Betracht ziehen, um einen ablösefreien Wechsel im Jahr 2028 zu verhindern.
Wie wertvoll der gebürtige Münchner ist, zeigt eine Zahl. Sein Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei 45 Millionen Euro, damit ist er der wertvollste Profi im VfB-Kader und der zweitwertvollste defensive Mittelfeldspieler Deutschlands. In der Vergangenheit wurde bereits Real Madrid, dem FC Barcelona und dem FC Bayern Interesse an ihm nachgesagt – Leverkusen reiht sich in eine lange Liste ein.
VfB gegen Dortmund: Stiller nach Knieprellung wohl wieder dabei
Auf dem Platz ist der Linksfuß auch in dieser Saison unverzichtbar. In allen fünf Partien stand er auf dem Rasen, musste allerdings bei der 1:2-Niederlage in Hoffenheim nach 35 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Die Untersuchungen ergaben eine Knieprellung, ein längerer Ausfall ist demnach nicht zu befürchten.
Weiter geht es für den VfB am Samstag um 18.30 Uhr gegen Borussia Dortmund – womöglich wie gewohnt mit Stiller in der Startelf. Zumindest bis zum Saisonende bleibt der Strippenzieher in Bad Cannstatt, danach beginnt das Ringen um seine Zukunft von Neuem. Der letzte Spieler, der aus Stuttgart nach Leverkusen wechselte, war übrigens Keeper Bernd Leno.
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