Fußball heute: Adi Hütter hat bei Eintracht Frankfurt trotz des 2:0-Testsiegs gegen Hull City erneut Verstärkungen gefordert – doch so einfach ist das nicht. Der Kader ist zu groß, und ehe keine Spieler abgegeben sind, fehlt der finanzielle Spielraum für Zugänge. Vor allem in Abwehr und Angriff drückt der Schuh.
Eintracht Frankfurt: Der aufgeblähte Kader als Problem
Hütters Botschaft war unmissverständlich. „Der Kader ist noch nicht so, wie ich ihn mir vorstelle. Daran arbeiten wir hinter den Kulissen“, sagte der Trainer und sah Bedarf gleich in mehreren Mannschaftsteilen – in der Innenverteidigung, auf den defensiven Außenpositionen und in der Offensive. Mit Sportvorstand Markus Krösche stehe er im engen Austausch.
Das Grundproblem: Mit rund 31 Feldspielern ist das Aufgebot deutlich zu groß. Schon seit dem Ende der enttäuschenden Vorsaison lautet die Vorgabe, spürbar zu verkleinern. „Ich mag es nicht, mit 28 oder 30 Feldspielern zu trainieren. Irgendwann müssen wir einen Cut machen“, wird Hütter im kicker zitiert. Übersetzt heißt das: Die SGE muss verkaufen und Gutverdiener von der Gehaltsliste bekommen, ehe sie investieren kann.
Die Verkäufe stocken
Genau hier hakt es. Wie SGE4EVER.de analysiert, steckt die Eintracht in einer schwachen Verhandlungsposition, weil bislang kaum ein aussortierter Profi den Klub verlassen hat. Ellyes Skhiri wurde freigestellt, entschied sich gegen eine Rückkehr nach Köln, zuletzt wurde Interesse des FC Sevilla kolportiert. Bei Elye Wahi, für den die Hessen eine deutlich zweistellige Millionenablöse aufrufen, kommt bislang kein konkretes Angebot zustande.
Ähnlich zäh verlaufen die Personalien um Noel Futkeu, Michy Batshuayi und Niels Nkounkou. Und weil ohne Einnahmen der Spielraum fehlt, sind Verantwortlichen wie Trainer die Hände gebunden. Hütters Frust über den Kader ist damit vor allem ein Fingerzeig an die eigene Führungsetage.
Baustelle Abwehr: dünn auf den Außen
Sportlich zeigt sich der Bedarf am deutlichsten in der Defensive. Kapitän Robin Koch ist in der Innenverteidigung gesetzt, doch neben ihm ist die Lage offen: Nnamdi Collins kehrt nach einer schwierigen Zeit zurück und braucht Rhythmus, Neuzugang Otávio benötigt laut Hütter noch Zeit und körperliche Anpassung. Die Zukunft von Arthur Theate wiederum ließ der Coach betont offen.
Vor allem auf den Außenbahnen ist es eng. Wie die hessenschau beschreibt, ist links mit Keita Kosugi und rechts mit Hütters Aufsteiger Elias Baum jeweils nur ein junger Spieler eingeplant – echte Alternativen fehlen. Gegen Hull City musste der eigentliche Flügelspieler Ansgar Knauff hinten rechts aushelfen, was die Personalnot offenlegte. Ein Nachlegen auf den defensiven Außen erscheint dringend geboten.
Baustelle Sturm: ein anderes Profil fehlt
Auch vorne ist die Decke dünn. In Hütters System mit Doppelspitze ist Jonathan Burkardt – Torschütze zum 1:0 gegen Hull City – klar gesetzt. „Jonny ist gesetzt, das muss man klar sagen. Er ist der Stürmer, der für die Tore sorgen soll“, betonte der Coach. Dahinter aber wird es schnell dünn, ein zweiter vollwertiger Stürmertyp mit anderem Profil fehlt.
Als Ergänzung zu Burkardt wäre ein schneller, wendiger Angreifer ideal – ein Typ, wie ihn Wunschspieler Arnaud Kalimuendo verkörpert. Der Franzose liebäugelt weiter mit Frankfurt, doch auch dieser Transfer lässt sich nur realisieren, wenn zuvor Einnahmen fließen. Immerhin: Im Mittelfeld ist die SGE mit Kreativkräften wie Uzun, Doan und Götze gut bestückt, und die Sechserposition gilt mit Aséko und Onyedika als gelöst. Vor dem Pokalauftakt am 21. August bei St. Tönis bleibt für Krösche also vor allem eine Aufgabe: verkaufen, um verstärken zu können.
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