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Transfer-Flaute bei Hertha BSC: Warum Leitl trotzdem gute Laune hat

Hertha-Fans

Fußball heute: Eigentlich müsste bei Hertha BSC Alarmstimmung herrschen: Zwölf Abgänge, kein einziger Neuzugang – und in gut zwei Wochen beginnt die Zweitliga-Saison. Doch im Trainingslager in Kitzbühel geht es erstaunlich locker zu, und Trainer Stefan Leitl strahlt Ruhe aus.

Hertha BSC: Kein Neuzugang, aber beste Stimmung in Kitzbühel

Statt in Hektik zu verfallen, zieht der 48-Jährige Kraft aus seiner jungen Truppe. „Die Jungs bereiten so viel Freude, wir haben so einen geilen Teamspirit und die Jungs ziehen voll mit“, sagte Leitl nach dem 1:1 im Test gegen die Mamelodi Sundowns. Dass sein Kader komplett fit ist, tut ein Übriges: „Ich habe keinen verletzten Spieler. Das macht unheimlich viel Spaß.“

Der nüchterne Blick auf die Lage fällt dennoch klar aus. Nach zwölf Abschieden ist Hertha der einzige Profiklub in ganz Deutschland ohne einen einzigen Sommer-Zugang. Mit Fabian Reese und Michaël Cuisance verließen wichtige Führungsspieler den Verein, dazu kamen unter anderem die Abgänge von Stammkeeper Tjark Ernst und Talent Kennet Eichhorn. Dem Team, das in der Vorsaison Rang sieben erreichte, fehlt es damit spürbar an Breite und Erfahrung.

Leitls Plan: Auf die Talente setzen – und auf eine neue Hierarchie

In dieser Lage rücken die Nachwuchskräfte in den Fokus. Gleich mehrere Talente nahm Leitl mit nach Österreich, dazu reiste mit Burak Özkanlı ein vierter Torhüter an. Die jungen Spieler bekommen reichlich Einsatzzeit – und überzeugen ihren Coach. „Selim Telib ist spannend oder Jerome Diallo. Wenn ich den heute spielen sehe, der kann auch auf der Sechs spielen. Er spielt ruhig und abgeklärt“, lobte Leitl.

Der Umbruch eröffnet nach Ansicht des Trainers auch neue Chancen. „Eine neue Hierarchie bildet sich. Das ist ganz normal“, erklärte er und nannte ein Beispiel: „Ich erlebe schon, dass Spieler, die vermeintlich nach außen hin vielleicht nicht so gewirkt haben, jetzt ein bisschen aus dem Schatten heraustreten. Ein Beispiel ist Kevin Sessa, der unfassbar gut coacht, sich einbringt und eine Emotionalität mit reinbringt.“

Wo es klemmt: Stürmer und Linksverteidiger dringend gesucht

Ganz ohne Verstärkungen wird es aber nicht gehen, das weiß auch Leitl. Priorität haben ein Stürmer sowie ein Linksverteidiger. Auf der linken Abwehrseite behilft sich der Coach derzeit mit Leih-Rückkehrer Gustav Christensen, einem etatmäßigen Offensivmann. „Er macht es wirklich ordentlich, aber er ist kein gelernter Defensivspieler“, sagte Leitl. „Aber er ist definitiv ein Offensivspieler.“

Noch dünner ist die Personaldecke im Angriff, wo neben Sebastian Grönning kaum Alternativen bereitstehen. Luca Schuler arbeitet in Kitzbühel an seinem Comeback und ist bereits teilintegriert ins Mannschaftstraining. „Luca muss einfach fit werden, weil wir ihn brauchen. Wir haben momentan keine großen Alternativen im Sturm“, so der Trainer, der bis Ende August aber fest mit Zugängen rechnet: „Ich bin auch davon überzeugt, dass was kommen wird.“

Viel Zeit bleibt nicht: Am 7. August eröffnet Hertha die Saison beim VfL Bochum. „Wenn es dann in Richtung Bochum geht, dann beginnt die heiße Phase“, sagte Leitl. „Aber ich bin total glücklich mit den Jungs.“

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