Von 90,1 auf 26 Prozent in sechs Wochen – so dramatisch ist die Play-off-Wahrscheinlichkeit der Los Angeles Rams laut SportsLine-Projektion gesunken. Der als Super-Bowl-Favorit gestartete Klub steht bei 2:4 und auf dem letzten Platz der NFC West, wie CBS Sports berichtet. Das 16:18 gegen Arizona war mit 13,5 Punkten Favoritenstatus die größte Überraschungsniederlage seit rund drei Jahren.
NFL: Rams-Absturz – Super-Bowl-Chance von 16,3 auf 1,5 Prozent
Die Super-Bowl-Chance fiel demnach von 16,3 auf 1,5 Prozent. Für ein Team, das vor der Saison als Titelanwärter galt, ist das ein Absturz, der sich nicht mit Pech erklären lässt. Die Gründe sind messbar – und sie beginnen beim Quarterback, der im Vorjahr noch die Liga dominierte und nun in fast jeder relevanten Kategorie zurückgefallen ist.
Matthew Stafford ist weit von seiner MVP-Form entfernt. Nach ligaweit 4.707 Passing Yards und 46 Touchdowns in 2025 fiel er bei EPA pro Dropback von Platz drei auf 16, bei Air Yards pro Versuch von eins auf 13, beim Anteil tiefer Pässe über 20 Yards von drei auf 20. Nur 13 Prozent seiner Completions gehen über 20 Yards, im Vorjahr waren es 19.
Stafford und Nacua: Die Tiefe fehlt der Rams-Offense
Besonders auffällig ist die Verbindung zu seinem wichtigsten Receiver. Bei tiefen Bällen auf Puka Nacua über zehn Yards steht Stafford bei 8 von 20 ohne Touchdown mit zwei Interceptions. Die Offense produziert mit 401,3 Yards pro Spiel zwar Top-3-Werte, erzielt aber nur 22,5 Punkte – Platz 20, weniger als Giants und Steelers. Yards ohne Punkte sind für einen Titelkandidaten der teuerste Luxus.
Historisch schlecht sind die Special Teams. Ein EPA von -35,8 ist der schlechteste Wert nach sechs Spielen seit Washington 2013, kein anderes Team liegt unter -16,9. Die Field-Goal-Quote von 60 Prozent ist Ligaletzter, in viertem Viertel und Overtime trafen die Rams in zwei Saisons nur 3 von 7. Als einziges Team rangieren sie bei Kickoff- und Punt-Returns auf beiden Seiten in den Bottom 10 und bei der Feldposition jeweils auf Platz 30.
Garrett, Donald, Adams: Ausfälle und ein Duo ohne gemeinsamen Snap
Auch die Defense bleibt hinter den Erwartungen zurück. Myles Garrett und Aaron Donald standen noch nie gemeinsam auf dem Feld, Garrett spielte 40 Snaps zum Auftakt, ehe eine Knie-OP ihn auf die IR brachte. Donald bleibt erstmals in seiner Karriere vier Spiele in Folge ohne Sack, bei zwei QB-Hits und sieben Pressures. Das Pass-Rush-Duo, das die Saison definieren sollte, existiert bislang nur auf dem Papier.
Die Verletzungsliste wächst derweil weiter. Davante Adams fehlt sechs bis zehn Wochen (Oberschenkel), Poona Ford für die Saison (Trizeps), Kobie Turner vier bis sechs Wochen (Leiste), Tight End Terrance Ferguson steht mit Knöchelproblemen auf der IR. Für Stafford bedeutet das noch weniger Optionen in einer Offense, die ohnehin zu selten in die Endzone findet.
Los Angeles Rams: Nur die Patriots 2001 schafften die Wende
Die Historie spricht gegen ein Comeback. Von vier bisherigen Preseason-Favoriten mit negativer Bilanz nach sechs Spielen in den letzten 50 Jahren – Seahawks 2015, Rams 2002, Vikings 1999, Giants 1987 – erreichte keiner das Conference Championship Game. Nur die Patriots 2001 gewannen nach einem Start unter .500 so spät in der Saison noch den Super Bowl, mit Tom Brady als Bledsoe-Ersatz und einem 8:1-Endspurt.
Für die Rams bleibt damit ein Szenario, das in 50 Jahren einmal eintrat. Mit 1,5 Prozent Super-Bowl-Chance, einem Quarterback außer Form, historisch schwachen Special Teams und einer wachsenden Verletztenliste steht der Klub vor der Frage, ob diese Saison noch zu retten ist – oder ob der Favoritenstatus vom Sommer bereits zur Fußnote geworden ist.
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Bears - Patriots
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