Zwölf Würfe, zwölf Treffer, zehn Dunks – Walker Kessler hat bei seinem Debüt für die Los Angeles Lakers eine Vorstellung abgeliefert, die in der Franchise-Geschichte nur Wilt Chamberlain gelungen war. Beim 127:105 gegen die Golden State Warriors kam der Center auf 26 Punkte, neun Rebounds und zwei Blocks, wie ClutchPoints, Yahoo Sports und Reuters berichten. Shaquille O’Neal reagierte mit einer Liebeserklärung.
NBA: Kessler-Debüt mit Bestmarke seit 1996/97
Mit zehn Dunks stellte Kessler laut Yahoo Sports eine Bestmarke auf: die meisten eines Lakers seit Shaquille O’Neal 2003 und laut ESPN die meisten eines Spielers seit Beginn der Play-by-Play-Erfassung 1996/97. Neben Wilt Chamberlain, der im März 1969 14 von 14 traf, ist er der einzige Spieler der Franchise-Geschichte mit einem perfekten Wurfabend bei mindestens zwölf Versuchen.
O’Neal adelte den Center danach bei ESPNs Inside the NBA: „The way you played tonight you played like the best big man in the league. I’m happy for you, I’m proud of you. Welcome to the big man alliance. I love you brother. Continue to play well.“ Kessler antwortete sichtlich gerührt: „That means so much coming from you, Shaq.“
Lakers-Center Kessler: 130-Millionen-Risiko zahlt sich früh aus
Der Auftritt rechtfertigt früh, warum der Klub laut ClutchPoints 130 Millionen Dollar in den Center investierte. Kessler kam per Sign-and-Trade aus Utah, wo er in der Vorsaison nach einer Schulteroperation nur fünf Spiele bestritten hatte – die Verpflichtung mit Geld und Draft-Picks war daher ein Risiko. Gegen die kleinen Warriors nutzte er sein Größenplus voll aus und zeigte, wie wichtig er als langfristige Lösung auf der Fünf sein kann.
Angeführt wurde das Team von Luka Doncic mit 28 Punkten, acht Rebounds und sieben Assists. Der erste Spielzug des Abends, ein Alley-oop von Doncic auf Kessler nach einem Drive an Draymond Green vorbei, gab die Richtung vor, im dritten Viertel bediente der Slowene seinen neuen Center mit einem Pass hinter dem Rücken im Stil von Magic Johnson. Austin Reaves steuerte 23 Punkte, sechs Assists und vier Rebounds bei.
Doncic nach Wortgefecht: „You got a different me“
Angestachelt wurde Doncic von einem Wortgefecht mit Warriors-Rookie Yaxel Lendeborg im zweiten Viertel, nachdem er zur Halbzeitsirene von jenseits der Mittellinie getroffen hatte. „Everybody knows when somebody starts talking, you got a different me“, sagte er laut Reuters anschließend. Für die Lakers ist das ein vertrautes Muster: Ein gereizter Doncic ist meist ein besserer Doncic.
Die Warriors verloren den Faden, als Coach Steve Kerr den 38-jährigen Stephen Curry spät im ersten Abschnitt auf die Bank setzte. Nach 33 Gegenpunkten im ersten Viertel, Curry allein erzielte 16, ließ die Lakers-Defense im zweiten und dritten Viertel zusammen nur 35 Punkte zu, L.A. führte zwischenzeitlich mit 35 Zählern. Curry kam in 21 Minuten auf 23 Punkte.
Los Angeles Lakers: Bronny-Floater als Schlusspunkt der Post-LeBron-Ära
Den Schlusspunkt setzte Bronny James. Nach „We want Bronny“-Rufen brachte ihn Coach JJ Redick im vierten Viertel, sein Floater zum 127:100 ließ die Halle explodieren. Es war das erste Spiel nach LeBron James‘ Abgang zu den Philadelphia 76ers – und nach einem Sommer großer Umbrüche, zu dem auch der Verkauf der Franchise gehörte.
Dass ausgerechnet der Sohn des abgewanderten Superstars den letzten Jubel des Abends auslöste, passt zu einem Auftakt, der die Lakers ohne ihren langjährigen Anführer neu definiert. Am Freitag folgt das zweite Saisonspiel gegen die Clippers – und die Frage, ob Kessler, Doncic und Reaves diese Form bestätigen können.
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