Rund zehn Prozent der Saison sind gespielt – und die erste Bilanz der hochgelobten Draft-Klasse 2026 fällt gemischt aus. Laut dem bei Yahoo Sports übernommenen Ranking von The Sporting News kämpfen einige Top-Picks mit der Wurfeffizienz, während Spieler außerhalb der Top 10 den größten Einfluss haben. An der Spitze steht ein Mann, der im Draft erst an elfter Stelle aufgerufen wurde.
NBA Rookie-Ranking: Lendeborg als Einziger mit A+
Yaxel Lendeborg von den Warriors bekommt als Einziger die Note A+. Der Nummer-11-Pick zählt bei Punkten, Rebounds und Assists zu den Top fünf aller Rookies und trifft 50,0 Prozent aus dem Feld sowie 40,0 Prozent von außen. Überraschend ist laut des Rankings vor allem sein Scoring – im College kam er nur einmal über 30 Punkte. Die Off-Ball-Defense bleibt ausbaufähig, langfristig dürfte er nicht der Beste der Klasse bleiben.
Dahinter folgt mit Cameron Boozer der Nummer-3-Pick der Grizzlies. Nach 29 Prozent Wurfquote in den ersten drei Spielen hat er seinen Rhythmus gefunden und steht bei 17,7 Punkten, 38,5 Prozent aus dem Feld und 37,2 Prozent von außen. Beim 111:108 gegen die Warriors traf er 20 Sekunden vor Schluss den Siegwurf – als jüngster Spieler der Liga wirkt er bereits wie ein Veteran. Note: A-.
Dybantsa, Wilson, Acuff: Die A-Minus-Gruppe mit Fragezeichen
Dieselbe Note erhalten Caleb Wilson und AJ Dybantsa. Wilson, Nummer-4-Pick der Bulls, überzeugt mit Athletik: 17 Dunks bedeuten Platz sechs ligaweit, in Transition ist er unaufhaltsam, dazu kommen spektakuläre Blocks und Steals. Der Jumper schwankt allerdings mit 32,3 Prozent aus der Mitteldistanz und 32,1 Prozent von der Dreierlinie – genau die Baustelle, die Chicago im Blick behalten muss.
Dybantsa, der Nummer-eins-Pick der Wizards, verpasste den Saisonstart mit einer Knöchelverletzung – lieferte dann aber mit 19 Punkten bei zwölf Würfen gegen Cleveland das beste Debüt aller Rookies und ist defensiv besser als erwartet. Für Washington ist das nach der verzögerten Premiere ein beruhigendes Signal, dass die Wahl an erster Stelle richtig war.
Darius Acuff führt die Rookies im Scoring an – mit großem Haken
Darius Acuff von den Kings ist der auffälligste Fall der Klasse. Der Nummer-7-Pick führt alle Rookies mit 26,1 Punkten an – allerdings bei ligaweit höchsten 23,6 Würfen pro Spiel, 40,6 Prozent aus dem Feld und 31,3 Prozent von außen. Seine Patzer in der Defense gingen viral, nach Impact-Stats zählt er zu den zehn schlechtesten Verteidigern der Liga. Trotzdem gibt es ein A-.
Solide Noten gibt es für Kingston Flemings und Brayden Burries. Flemings, Nummer-8-Pick der Hawks, hat sich mit 7,1 Punkten, 4,6 Assists, 47,6 Prozent aus dem Feld und 38,5 Prozent von außen das Vertrauen von Quin Snyder verdient – zuletzt kam er auf 23 Punkte und fünf Assists. Burries liefert für die Bucks 8,9 Punkte in 17 Minuten, trifft aber nur 25 Prozent seiner Dreier. Beide erhalten ein B.
NBA Draft 2026: Peterson und Wagler enttäuschen – die Position zählt wenig
Enttäuschend fällt das Zeugnis für zwei Top-5-Picks aus. Darryn Peterson, als Nummer zwei von den Jazz gewählt, kommt auf 13,4 Punkte bei 36,3 Prozent aus dem Feld, nimmt viele Floater und saß zuletzt gegen die Spurs in der Schlussphase auf der Bank. Keaton Wagler, Nummer-5-Pick der Clippers, steht bei 12,1 Punkten und nur 29,0 Prozent Wurfquote und hat Probleme mit der Physis. Beide bekommen ein C-.
Ehrenvolle Erwähnungen gehen an Meleek Thomas, Aday Mara, Mikel Brown Jr., Trevon Brazile, Morez Johnson, Sergio de Larrea, Allen Graves, Graham Ike, Emanuel Sharp und Bennett Stirtz. Nach zehn Prozent der Saison steht damit fest: Die Draft-Position sagt in dieser Klasse wenig über den aktuellen Wert aus – wer im Juni ganz oben stand, muss das auf dem Parkett erst noch beweisen.
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