5:2, Rang drei im Osten, ein Superstar in MVP-Form – und trotzdem ein Vergleich, der in Boston niemandem gefallen dürfte. Ex-NBA-Forward Chandler Parsons hat die Celtics in der Sendung „Run It Back“ als „Lakers of the Eastern Conference“ bezeichnet, wie NESN berichtet. Gemeint ist ein Team, das aus seiner Sicht zu stark von wenigen Stars abhängt – und dem die Tiefe fehlt.
NBA: Parsons über die Celtics – Tatum und George sicher, dahinter Fragezeichen
Parsons differenzierte dabei durchaus. Bei Jayson Tatum wisse man, was man bekomme, Paul George sei überraschend gut und gesund. Die Fragen stellten sich dahinter: Könne Hugo Gonzalez den nächsten Schritt machen, was bekomme man von Baylor Scheierman, was von Jordan Walsh? Boston brauche fast zwingend einen dieser Spieler, der zum X-Faktor werde.
„But outside those top 3 or 4 guys, they’re a little thin with depth and you don’t know where that production is going to come“, sagte Parsons. Vertrauen in Head Coach Joe Mazzulla habe er durchaus. Er bezweifle aber, dass das Talent im Kader ausreiche, um die Eastern Conference zu gewinnen – für einen Klub mit Bostons Ansprüchen eine unbequeme Einschätzung.
Boston Celtics: Die Zahlen hinter der Kritik – Pritchard, White, Robinson
Die Zahlen stützen die Kritik. Payton Pritchard kommt laut NESN auf 13,4 Punkte bei nur 40,3 Prozent Wurfquote, Derrick White trifft lediglich 32,4 Prozent seiner Dreier, Mitchell Robinson bleibt hinter den Erwartungen zurück. Walsh, Scheierman und Gonzalez suchen noch ihre Rolle. Gerade die Guards, die zuletzt Bostons Tiefe ausmachten, liefern derzeit nicht auf gewohntem Niveau.
Dass es trotzdem für 5:2 reicht, liegt an der Spitze des Kaders. Tatum spielt wieder auf MVP-Niveau, George liefert ab – und genau das macht den Lakers-Vergleich so treffend: Zwei Stars tragen die Mannschaft, der Rest hängt sich an. Solange die beiden gesund bleiben, funktioniert das Modell. Fällt einer aus, wird die fehlende Tiefe sofort zum Problem.
Celtics-Zukunft: Ein junger Spieler muss den Schritt machen
Die Lösung liegt laut NESN im eigenen Kader. Macht einer der jungen Spieler den nächsten Schritt – Gonzalez, Scheierman oder Walsh -, ist der Conference-Titel realistisch. Für Mazzulla heißt das, in den kommenden Wochen gezielt Minuten zu verteilen und herauszufinden, wer von den Nachrückern bereit ist für mehr Verantwortung, bevor es in der Postseason darauf ankommt.
Für Boston ist die Kritik von Parsons damit weniger Abgesang als Auftrag. Rang drei im Osten nach sieben Spielen ist eine Ausgangslage, mit der sich arbeiten lässt, und Tatum in MVP-Form gibt es nicht alle Jahre. Ob die Celtics am Ende mehr sind als die „Lakers of the Eastern Conference“, entscheidet sich nicht an ihren Stars – sondern an den Spielern, die Parsons mit einem Fragezeichen versehen hat.
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