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Italien: Sechs-Jahres-Plan für den Neuaufbau der Squadra Azzurra

Italien-Fans

Fußball heute: Italien sucht weiter einen neuen Nationaltrainer – und greift dabei nach den ganz großen Namen. Der neue Technische Direktor Paolo Maldini räumte am Donnerstag ein, mit gleich zwei Weltklasse-Coaches gesprochen zu haben. Eine Entscheidung soll rasch fallen, doch der Verband will sich nicht drängen lassen.

Italien-Trainersuche: Maldini spricht von Zeitdruck

Nach einer gemeinsamen Sitzung mit Vertretern der Serie A traten Verbandspräsident Giovanni Malagò, Maldini und dessen Berater Leonardo vor die Presse – konkrete Namen des Wunschkandidaten wollten sie dabei allerdings nicht nennen. „Ideal wäre es, innerhalb einer Woche einen Trainer zu ernennen, aber noch wichtiger ist es, auf die Person zu warten, die wir wirklich wollen“, sagte die italienische Fußball-Ikone laut Sport1.

Als aussichtsreichster Anwärter gilt seit Tagen Pep Guardiola. „Wir stehen unter Zeitdruck“, bestätigte Maldini, im Fall des Spaniers gebe es aber „noch keine Neuigkeiten“. Zuvor hatten Verbandsvertreter laut Sky mehrere Tage in Barcelona verbracht, um den 55-Jährigen von einem Engagement zu überzeugen. Guardiola hatte erst vor wenigen Wochen sein zehnjähriges Kapitel bei Manchester City beendet.

Überraschung: Auch Ancelotti stand auf der Liste

Für den eigentlichen Paukenschlag sorgte Maldini mit einem Nebensatz. „Wir haben auch mit Ancelotti gesprochen“, verriet der 58-Jährige. Der Landsmann steht als Nationaltrainer Brasiliens unter Vertrag – laut Sport1 bis zur WM-Endrunde 2030 –, ein Wechsel wäre also alles andere als einfach. Maldini begründete den Vorstoß dennoch: „Es schien richtig, mit den Besten der Welt zu beginnen, aber ihre Verfügbarkeit muss noch geklärt werden.“

Wie Football Italia berichtet, betonte Maldini zudem, wie sehr ihn das Projekt reize: Der Verbandschef habe lange gebraucht, um ihn zu überzeugen – wenn Italien rufe, falle ein Nein jedoch schwer. Sein Posten habe es in dieser Form zuvor gar nicht gegeben, weshalb er der Auswahl nun eine eigene fußballerische Handschrift geben wolle.

Malagòs Plan: Sechs Jahre für den Umbau des italienischen Fußballs

Präsident Malagò machte deutlich, dass ein Cheftrainer „so schnell wie möglich“ verpflichtet werden solle, zugleich aber „unsere Ziele“ klar definiert werden müssten. „Wir wollen die Lücke zu den anderen Nationalmannschaften schließen, das ist offensichtlich“, so der Verbandschef. Für das Projekt, das strukturelle Veränderungen im gesamten italienischen Fußball vorsieht, veranschlagt er sechs Jahre – Maldini sprach gegenüber den Klub-Vertretern sogar von acht bis zehn Jahren.

Berater Leonardo skizzierte den Ansatz laut Football Italia genauer: Bislang habe eine verbindende Strategie zwischen A-Nationalmannschaft, Nachwuchsteams und Akademien gefehlt. Künftig sollen einheitliche Leitlinien von der Basis aufwärts greifen – und der neue Trainer soll fußballerisch ähnlich denken wie die sportliche Führung, damit nicht alle zwei bis drei Jahre alles wieder umgeworfen wird.

Der Handlungsdruck ist enorm: Italien verpasste zum dritten Mal in Folge die WM-Endrunde, woraufhin Trainer Gennaro Gattuso, Teammanager Gianluigi Buffon und der frühere Verbandschef Gabriele Gravina ihre Posten räumen mussten. Viel Zeit für den Neustart bleibt nicht – in der im September beginnenden Nations League bekommt es der viermalige Weltmeister mit Frankreich, Belgien und der Türkei zu tun.

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