Fußball heute: Satte 31,1 Millionen Euro hat der Hamburger SV im Sommer in feste Neuzugänge gesteckt – und Vorstand Eric Huwer (42) denkt nicht daran, diesen Kurs zu ändern. Im Podcast „Football Finance“ kündigte er an, auch künftig kräftig auf dem Transfermarkt mitzumischen. Das berichten mopo.de, t-online.de und fussballtransfers.com.
Hamburger SV: Huwer will weiter auf dem Transfermarkt zuschlagen
„Wir wollen das Geld nicht zurückhalten. Wir wollen es investieren. Das haben wir jetzt auch gemacht im Transferfenster“, sagte Huwer. Viele Beobachter staunten über die Summe, im Klub selbst hielt sich das Erstaunen in Grenzen. Laut mopo.de waren die Ausgaben ohne Boni der neunthöchste Wert der Bundesliga – für einen Klub im zweiten Jahr nach der Rückkehr eine bemerkenswerte Größenordnung.
Bewusst hatte der Verein seine Pläne vor den späten Verpflichtungen von Fábio Vieira (26) und Zakaria El Ouahdi (24) nicht öffentlich gemacht, „um hinten heraus zu überraschen“. Allein diese beiden Transfers machen laut fussballtransfers.com mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus. Eingenommen hat der HSV im Gegenzug rund zehn Millionen Euro.
HSV News: Winter-Transfers nach Remberg-Ausfall denkbar
An diesem Vorgehen soll sich nichts ändern. „Das soll auch weiterhin der Weg sein. Wenn wir von Spielern überzeugt sind, die uns besser machen und die Leute hier begeistern, dann: Let’s go“, erklärte der Vorstand. Neue Gesichter sind schon im Winter denkbar – abhängig davon, wie das Team von Merlin Polzin den langen Ausfall von Kapitän Nicolai Remberg verkraftet.
Spielraum hat die sportliche Leitung genug. „Unser Sportdirektor hat vor der Transferperiode nicht gesagt bekommen: ‚Du musst jetzt 30 Millionen Euro Transferüberschuss verdienen.‘ Sondern: Jeden Euro, den er eingenommen hat, darf er zu 100 Prozent reinvestieren“, so Huwer. Claus Costa plant den Kader mit Chefscout Sebastian Dirscherl, das letzte Wort hat Kathleen Krüger.
Eric Huwer: Rekordumsatz von 182,1 Millionen Euro
Möglich machen das die Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldete der Klub im September einen Rekordumsatz von 182,1 Millionen Euro, wie t-online.de berichtet – die alte Bestmarke von 161 Millionen Euro stammte aus der Saison 2008/09. Hinzu kommt ein Gewinn von mehr als acht Millionen Euro, das fünfte Plus in Folge.
Allein die Einnahmen aus Partnerschaften stiegen von 17,5 auf 31,4 Millionen Euro. „Die Umsatzgröße, dass wir im ersten Bundesligajahr 180 Millionen überschreiten, haben wir nicht für möglich gehalten. Dass wir das schaffen, mit Platz 13, ist schon à la bonne heure“, gab Huwer zu. Gemeinsam mit seinem Team hat er den Klub inzwischen schuldenfrei gemacht.
HSV-Finanzvorstand Huwer: Spott als Antrieb
Hinter dem Aufschwung steckt auch eine Portion Trotz. Jahrelang war der HSV vor und nach dem Abstieg sowie nach zwei verlorenen Relegationen bundesweit verspottet worden. Er und seine Kollegen hätten das persönlich genommen, sagte Huwer: „Wir wollten einfach nicht mehr diese Lachnummer sein.“ Investiert wurde deshalb in Seriosität, Stabilität und Gelassenheit.
Ausruhen will sich der Finanzvorstand auf dem Erreichten nicht. „Für uns hört die Reise nicht mit dem Aufstieg auf, ganz im Gegenteil: Für uns geht jetzt gerade erst eine Dekade los, ohne wieder große Traumschlösser zu bauen“, betonte er. Selbst ohne den Aufstieg im Mai 2025 wäre der Klub nach seinen Worten noch einige Jahre finanziell stabil geblieben.
Bundesliga: HSV bleibt trotz Siegesserie bescheiden
Wie schnell sich die Lage drehen kann, zeigte der Saisonstart. Drei Niederlagen und 0:12 Tore setzten auch Huwer zu, überrascht hat ihn das Szenario aber nicht: „Ich kann als verantwortlicher Vorstand nicht sagen: Es konnte keiner damit rechnen, dass wir jetzt fünf Spiele verlieren. Das ist Teil meines Planungsszenarios.“
Drei Bundesliga-Siege in Serie hat der HSV inzwischen eingefahren, doch der 42-Jährige bleibt nüchtern. „So hart es sich anhört: Der HSV kann auch wieder absteigen“, warnte er, deshalb müsse der Klub gerüstet sein. Langfristig soll es dennoch bergauf gehen: In ein paar Jahren möchte der HSV bei normalem Verlauf um die obere Tabellenhälfte mitspielen.
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