Fußball heute: Mit seinen Aussagen zur Taktik des FC Bayern hat Bundestrainer Jürgen Klopp (59) während des 2:2 gegen den FC Arsenal für Wirbel gesorgt. Dabei soll ihm Vincent Kompany (40) sein System längst persönlich erklärt haben – sogar an einer Tafel. Das berichten fcbinside.de und blick.ch unter Berufung auf die Bild.
FC Bayern: Klopp rätselt über das Pressing
In der Halbzeitpause hatte Klopp bei DAZN gestanden: „Ich habe es bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht.“ Laut fcbinside.de irritierten ihn vor allem die wechselnden Pressing-Zuordnungen. „Mal ist es hybrid, dann Mann gegen Mann, dann nicht gegen den Mann. Ich lerne immer noch“, sagte der Bundestrainer.
Besonders die Rolle von Harry Kane (33), der sich zum Pressen oft ins Mittelfeld fallen lässt, warf Fragen auf. „Harry Kane ist überall. Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball?“, so Klopp. Viele werteten das als Kritik an Kompany, der 59-Jährige spielte seine Worte aber herunter: Er sei nicht der Papst des Fußballs, jeder dürfe machen, was er wolle.
Vincent Kompany: „Nächste Frage“
Kompany selbst wollte die Aussagen nach dem Spiel nicht kommentieren. Auf die Frage von Reporter Heiko Niedderer antwortete er knapp: „Da werde ich nichts zu sagen, nächste Frage.“ Die kurze Reaktion sorgte für zusätzliche Spekulationen über das Verhältnis der beiden.
Grundsätzlich hat Kompany laut Niedderer wenig Interesse daran, auf andere Trainer oder Experten zu reagieren. Er vermutet aber, dass ihn die Äußerungen diesmal gestört haben könnten – schließlich kamen sie von Klopp, der als Experte für intensives Pressing und modernes Verteidigen gilt. Gerade aus diesem Mund dürfte die Kritik schwerer wiegen.
Christian Falk: Kompany erklärte Klopp das System
Pikant ist, was Bild-Fußballchef Christian Falk im Podcast „Bayern Insider“ enthüllte. Demnach hatten sich Klopp und Kompany bereits an der Säbener Straße getroffen, um über die Taktik zu sprechen – auch über die Frage nach einer klassischen Manndeckung. „Aber Kompany hat ihm erklärt, wir spielen gar keine Manndeckung, wir spielen Hybrid“, so Falk.
Der Bayern-Coach zeichnete das System sogar auf. „Und er hat ihm an so einer Tafel an der Trainerkabine mal aufgemalt, habe ich bei Bayern gehört, wie dieser Hybridfußball umgesetzt wird“, erzählte Falk. Klopps öffentliche Verwunderung erscheint damit in einem neuen Licht. Einen persönlichen Konflikt gebe es laut Falk aber nicht, beide verstünden sich weiterhin gut.
Harry Kane: Zuordnungsprobleme gegen Arsenal
Ganz aus der Luft gegriffen waren Klopps Beobachtungen allerdings nicht. Kane bestätigte sie laut blick.ch zum Teil: „Arsenal war in der Laufarbeit ziemlich knifflig. Normalerweise haben wir einen klaren Anhaltspunkt, wen wir decken sollen.“ Gerade in der zweiten Halbzeit habe es Probleme gegeben.
„Wegen ihrer Laufwege, vor allem in der zweiten Halbzeit, hatte ich das Gefühl, dass wir ein bisschen durcheinanderkamen, wer wen decken sollte“, erklärte der Angreifer. Die Zuordnungsprobleme, die Klopp von außen sah, nahm also auch Kane auf dem Platz wahr – zumindest gegen einen so beweglichen Gegner wie Arsenal.
Max Eberl: Rückendeckung für den Trainer
Sportdirektor Max Eberl (53) verteidigte die Herangehensweise dennoch. „Wir machen uns Gedanken, und der Trainer macht sich viele Gedanken“, betonte er. Zudem verwies er auf die Besonderheit des Gegners: „Ein Spiel gegen Arsenal ist sehr, sehr flexibel und rollierend, unglaublich viele Positionswechsel.“
Am Ende bleibt eine Debatte, die mehr über die Komplexität des modernen Pressings als über ein Zerwürfnis verrät. Klopp will sich nach eigener Aussage weiterbilden, Kompany schweigt öffentlich. Ob die beiden das Thema bei einem weiteren Treffen an der Säbener Straße vertiefen, bleibt offen.
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