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Ex-S04-Keeper stellt klar: „Dieser Anspruch ist nicht mehr da“

Schalke-Fans

Einen Tag vor dem Bundesliga-Comeback gegen den FC Bayern meldet sich Ralf Fährmann zu Wort. Der frühere Torhüter von Schalke 04 sieht den Anspruch bei den Königsblauen deutlich gesunken – und hält genau das für richtig, wie er im Interview mit Absolut Fussball erklärt. Statt Europapokal-Träumen laute das Ziel in dieser Saison schlicht Klassenerhalt.

Schalke 04: Fährmann sieht den Anspruch gesunken – und findet das richtig

Im Vergleich zu vor 15 oder 20 Jahren habe sich der Klub komplett gewandelt, so der 37-Jährige. Wo Schalke heute um Spieler für zwei bis drei Millionen Euro Ablöse kämpfe, holten RB Leipzig oder Borussia Dortmund für dieselbe Summe U19-Talente. Für einen Verein, der einst selbst zu den Großen der Liga zählte, beschreibt Fährmann damit eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse.

Ohne Stars und erfahrene Bundesliga-Profis müsse die junge Mannschaft zunächst Erstliga-Routine sammeln, betonte der Ex-Keeper. Eine Siegpflicht in jedem Spiel könne es deshalb nicht geben. Für die Königsblauen bedeutet diese Einordnung, dass der Kader mit kleinem Budget zunächst reifen soll, bevor größere Ziele überhaupt formuliert werden.

Fährmann über die S04-Fans: „So positiv bekloppt“

Sportlich verlief der Start durchwachsen. Im Pokal gab es beim Viertligisten Hallescher FC erst nach Verlängerung ein 5:2, zum Bundesliga-Auftakt setzte es in Augsburg eine 0:3-Pleite, dazu ein Platzverweis. Die Aufstiegseuphorie sei dennoch ungebrochen, sagte Fährmann gegenüber Absolut Fussball: „Die Schalker Fans sind so positiv bekloppt, dass die Euphorie keinesfalls abgeflacht ist.“

Der Hype rund um Schalke sei zurück, ergänzte er, und auch die Bundesliga freue sich über die Rückkehr des Klubs. Für den Aufsteiger ist diese Stimmung ein Kapital, das bei einem schwierigen Saisonverlauf entscheidend werden kann. Sie sorgt dafür, dass selbst ein 0:3 wie in Augsburg die Anhänger nicht von ihrem Verein abbringt.

FC Bayern als Highlight – Union Berlin als Gradmesser

Als Highlight ohne Erwartungsdruck ordnet Fährmann das Heimspiel gegen die Münchner am Samstag um 18.30 Uhr ein. Gegen den Rekordmeister sei ein Aufsteiger nicht in der Pflicht, für Schalke geht es beim ersten Bundesliga-Heimspiel nach dem Aufstieg vor allem um das Erlebnis. Punkte wären demnach ein Bonus, kein Muss.

Richtungsweisend für die Stimmung sei vielmehr die anschließende Partie bei Union Berlin am Freitag, 11. September, um 20.30 Uhr. Dort trifft Schalke auf einen Gegner, gegen den nach Augsburg und Bayern erstmals ein Ergebnis auf Augenhöhe erwartet wird. Nach Einschätzung des Ex-Keepers entscheidet dieses Spiel darüber, ob die Euphorie in den Alltag getragen wird.

Schalke-Spielplan: Elversberg, Freiburg und Mainz warten

Danach wartet auf die Königsblauen ein Programm, an dem sich das Ziel Klassenerhalt konkret messen lässt. Am 20. September kommt die SV Elversberg nach Gelsenkirchen, am 10. Oktober geht es nach Freiburg, am 17. Oktober folgt das Heimspiel gegen Mainz 05. Gerade die Duelle mit dem Aufsteiger und den Mainzern dürften zeigen, wie weit die junge Mannschaft schon ist.

Fährmanns Botschaft ist damit klar: Schalke muss Geduld beweisen. Der Klub von vor 15 oder 20 Jahren existiert in dieser Form nicht mehr, heute kämpft man um Spieler für zwei bis drei Millionen Euro – und daran muss sich der Anspruch orientieren. Die Fans, so positiv bekloppt wie eh und je, dürften diesen Weg mitgehen, solange am Ende der Klassenerhalt steht.

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