Wenige Stunden vor dem Ende des türkischen Transferfensters wird es für Eintracht Frankfurt noch einmal brisant. Fenerbahce Istanbul soll ein offizielles Angebot für Can Uzun abgegeben haben, wie absolutfussball unter Berufung auf die türkische Tageszeitung Sabah berichtet. Für die SGE kommt der Vorstoß zur denkbar ungünstigsten Zeit – denn Ersatz ließe sich nicht mehr besorgen.
Eintracht Frankfurt: Fenerbahce bietet 37 Millionen Euro für Can Uzun
Das Paket ist demnach üppig geschnürt. Fenerbahce bietet laut des Berichts 37 Millionen Euro fix plus bis zu fünf Millionen Euro an Boni für den 20-Jährigen. Wie die Eintracht auf die Offerte reagiert hat, ist bislang unbekannt, ein Abgang gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die Summe unterstreicht dennoch, wie hoch Uzun in Istanbul gehandelt wird.
Neu ist das Werben vom Bosporus nicht. Schon Wochen zuvor hatte Uzun ein Angebot von Galatasaray abgelehnt, nun versucht es der Stadtrivale mit einer offiziellen Offerte. Dass gleich zwei türkische Topklubs um den Offensivspieler buhlen, zeigt, welchen Marktwert er sich in Frankfurt inzwischen erarbeitet hat.
SGE ohne Ersatzoption: Deutsches Transferfenster längst geschlossen
Nur weil das Transferfenster in der Türkei erst am Freitag, 4. September, um 23.59 Uhr schließt, ist der späte Vorstoß überhaupt möglich. In Deutschland ist der Markt bereits seit Dienstagabend zu, die Hessen könnten also keinen Nachfolger mehr verpflichten. Trainer Adi Hütter müsste im Fall eines Verkaufs schlicht mit einem Mann weniger auskommen – ein Szenario, das kaum im Interesse des Klubs liegt.
Verschärft wird die Lage durch die ohnehin dünne Sturmbesetzung. Der Rückholversuch von Arnaud Kalimuendo ist geplatzt, weil Nottingham Forest auf 30 Millionen Euro Ablöse bestand, obwohl sich Sportvorstand Markus Krösche bis zuletzt bemüht hatte. Mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib stehen damit nur zwei bundesligataugliche Mittelstürmer bereit.
Can Uzun als Notlösung im Sturm – die Zahlen des Shootingstars
Im Notfall müssten Ansgar Knauff oder Uzun selbst in der Spitze einspringen. Genau diese Flexibilität des 20-Jährigen ist ein weiteres Argument, den Shootingstar nicht ziehen zu lassen. Bei zwei echten Mittelstürmern im Kader wäre jede Alternative für die Sturmmitte über eine ganze Saison hinweg schlicht unverzichtbar.
Seine Entwicklung untermauert diesen Stellenwert. In der vergangenen Bundesliga-Saison kam Uzun in 21 Spielen auf acht Tore und vier Vorlagen, nachdem es in der Spielzeit zuvor in 20 Einsätzen vier Treffer und zwei Assists gewesen waren. Dazu erzielte er in fünf Champions-League-Partien zwei Tore, im DFB-Pokal steuerte er zuletzt beim 11:0 beim SC St. Tönis zwei Treffer und drei Vorlagen bei.
Eintracht-Spielplan: Augsburg am Sonntag, dann Mainz
Sportlich läuft es für die Frankfurter zum Saisonstart noch nicht rund. Beim Auftakt am 29. August reichte es bei Union Berlin nur zu einem 3:3, in der Tabelle steht die Eintracht aktuell auf Platz acht. Ein Abgang von Uzun würde die Suche nach Stabilität in der Offensive kaum erleichtern.
Am Sonntag um 17.30 Uhr geht es weiter mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg, ehe am 12. September um 15.30 Uhr die Partie bei Mainz 05 ansteht. Bis dahin ist die Personalie längst entschieden, denn das türkische Fenster schließt noch in der Nacht. Läuft Uzun gegen Augsburg auf, hat die SGE dem Werben aus Istanbul endgültig widerstanden.
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