Fußball heute: Beim 3:0 im Test gegen Trabzonspor ließ Adi Hütter erstmals deutlich erkennen, wie er seine Eintracht formen will: aggressiv, laufstark und variabel. Nach zwei Wochen Arbeit blitzten schon die Elemente auf, mit denen Frankfurt zurück in die Erfolgsspur finden soll – flankiert von einer klaren Ansage aus der Mannschaft.
Eintracht Frankfurt: Pressing als Markenzeichen
Vor allem das Anlaufverhalten erinnerte an Hütters erste Amtszeit. Der Trainer zeigte sich nach dem Spiel besonders mit der Anfangsphase zufrieden. „Was mir speziell gut gefallen hat am Anfang, war, dass wir, wenn wir den Ball verloren haben, trotzdem gleich aktiv geblieben sind, dass wir versucht haben, dranzubleiben, Bälle zurückzuerobern. Das habe ich speziell in den ersten 15 Minuten sehr gut gesehen“, sagte der Österreicher.
Konkret heißt das: sofortiger Zugriff nach Ballverlusten, statt den Gegner erst in Ruhe aufbauen zu lassen. Entscheidend sind dafür die Abstände im Team – bleibt der Verbund eng zusammen, lassen sich Bälle zurückgewinnen; reißt er auf, entstehen gefährliche Lücken.
Standards als Schlüssel – das erste Tor als Beleg
Einen zweiten Baustein lieferte das Führungstor gleich mit: Es fiel nach einer kurz ausgeführten Ecke. Für Hütter kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Arbeit. „Standardsituationen sind im Fußball grundsätzlich nicht wegzudenken. Die können ein Spiel komplett drehen, in beide Richtungen“, betonte der Coach und ergänzte, dass man die ruhenden Bälle am Vormittag noch trainiert habe – „dass wir es gleich so umsetzen, ist natürlich absolut erfreulich.“ Gerade in engen Bundesliga-Duellen können solche Szenen den Ausschlag geben.
Flexibel statt starr: Hütters taktische Idee
Besonders aufschlussreich war die taktische Anlage. Auf dem Papier stand ein 4-4-2, in der Praxis interpretierte Hütter das System aber deutlich beweglicher. „In Wahrheit ist es ein bisschen ein verkapptes 4-2-2-2. Ich habe halt auch gerne, dass die Außenverteidiger höher gehen, dass die Zehner ein bisschen reinschieben“, erklärte er. Sobald ein Stürmer abkippe, lasse sich die Formation ebenso gut als 4-2-3-1 deuten.
Dabei will es der Trainer aber nicht belassen. „Ich glaube, wir müssen uns auch darauf einstellen, dass wir noch eine zweite Variante haben, vielleicht auch mal mit einer Dreierkette zu spielen“, kündigte Hütter an. Die Mannschaft soll wandelbar bleiben und dem Gegner immer neue Fragen stellen – ein Team, das den Gegner attackiert und jagt, statt eine Führung bloß zu verteidigen.
Knauffs Ansage: „Es soll wieder unangenehm sein“
Diese Haltung deckt sich mit der Stimmung im Kader. Nach der enttäuschenden Vorsaison stehe die Aufgabe im Raum, das Vertrauen der Anhänger neu zu verdienen, machte Ansgar Knauff deutlich. „Es soll wieder unangenehm sein, gegen uns zu spielen“, forderte der Flügelspieler und verwies auf die Tugenden, die Frankfurt zuletzt abhandengekommen seien.
Den Grund für den Absturz sieht Knauff auch in der Unruhe abseits des Platzes. „Es gab viele Themen drumherum, mit denen man sich beschäftigt hat. Das hat dem Fokus nicht gedient“, erklärte er, blickt nun aber optimistisch nach vorn: „Es ist für uns alle ein Neuanfang.“ Die Intensität in der Vorbereitung sei hoch, der Spirit ein anderer. Sein Ziel formulierte der 24-Jährige unmissverständlich – die Eintracht wolle wieder um Europa mitspielen.
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