Fußball heute: Eintracht Frankfurt erlebte gegen den FC Augsburg eine Heimniederlage, die tief sitzt. Nach einer vielversprechenden ersten Halbzeit mit verdienter Führung brach die Mannschaft im zweiten Durchgang komplett ein und verlor am Ende 1:4. Der Auftritt erinnerte stark an die enttäuschende Vorsaison – mit denselben strukturellen Schwächen, denselben Führungsverlusten.
Eintracht Frankfurt: Hütter räumt ein – „sehr weit weg“ von seinem Fußball
Sieben Gegentore in zwei Spielen, zweimal eine Führung verspielt – Trainer Adi Hütter zeigte sich nach dem Abpfiff ernüchtert. Die erste Halbzeit sei sein gewünschter Fußball gewesen, die zweite „sehr weit weg“ davon. Das sei auch „Kopfsache“, betonte der Österreicher – eine Aussage, die tiefer geht als eine rein taktische Diagnose.
Besonders die jungen Außenverteidiger Elias Baum und Keita Kosugi wirkten auf Bundesliga-Niveau überfordert, auch Keeper Noah Atubolu leistete sich einen Patzer. Von der Bank kamen keine Impulse – und nach 70 Minuten griff Hütter auf den 36-jährigen Timothy Chandler zurück, der zuletzt eher durch Social-Media-Videos als durch Fußball aufgefallen war, wie absolutfussball anmerkt. Ein Kontrast zur Situation beim Gegner: Augsburgs Trainer Manuel Baum lobte ungefragt seine eigene Kaderplanung und die Stärke seiner Reservisten.
SGE-Krise: Jahrestabelle zeigt erschreckende Zahlen
Die strukturellen Probleme reichen tiefer als ein einzelnes Spiel. In der Jahrestabelle weist Frankfurt den Schnitt eines Abstiegskandidaten auf – 20 Punkte aus 21 Spielen. Mainz, der nächste Bundesliga-Gegner, hat in diesem Zeitraum 16 Punkte mehr gesammelt. Sportvorstand Markus Krösche bat dennoch um Geduld: Man solle nicht alles infrage stellen, Hütter brauche Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten – obwohl Krösche selbst ebenfalls in der Kritik steht.
Auch Can Uzun steht im Fokus der Kritik: Der Offensivspieler leistet kaum Defensivarbeit, seine Körpersprache ist grenzwertig – und Mitspieler wie Kosugi werden von ihm im Spielaufbau weitgehend ignoriert. Baum wiederum wirkte schon nach einer Stunde komplett erschöpft – ein Hinweis auf physische Defizite, die Hütter als zentrales Problem benennt.
Hütter reagiert: Systemwechsel und Trainerteam-Umbau
Die Konsequenzen folgen auf dem Fuß. Als taktische Antwort plant Hütter einen Wechsel von der Viererkette zur Dreierkette – vor allem, weil Kapitän Robin Koch als Libero in diesem System deutlich stärker agiert. In der bisherigen Variante gehört der Innenverteidiger zu den Schwachstellen und nicht zu den tragenden Figuren der Defensive.
Auch im Trainerteam gibt es Veränderungen: Athletiktrainer Schahriar Bigdeli wurde von seinen Aufgaben entbunden, Andreas Beck rückt an die Spitze. Für Eintracht Frankfurt beginnt damit eine intensive Phase der Neuausrichtung – wie schnell die Reaktionen greifen, wird sich bereits gegen Mainz zeigen.
