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Dynamo Dresden: Mit diesen Punkten wäre die SGD Tabellendritter

Dynamo-Dresden-Fans

Fußball heute: Dynamo Dresden ist das Schlusslicht der 2. Bundesliga. Nach der 2:1-Auswärtsniederlage bei Hannover 96 steht die Mannschaft mit acht Punkten ganz unten – wieder einmal nach einer Führung. Trainer Thomas Stamm (43) verteidigt trotzdem seinen riskanten Spielaufbau. Das berichten tag24.de und bild.de.

Dynamo Dresden: Führung durch Rapp, dann der Einbruch

Dabei begann die Partie vielversprechend. Mit einer stabilen Defensive und schnellen Kontern setzte Dresden die Gastgeber unter Druck, in der 10. Minute verwertete der vom Karlsruher SC gekommene Rapp eine Ecke von Alexander Rossipal am langen Pfosten. Für den Neuzugang war es das zweite Saisontor. Hannover wirkte geschockt und wurde zur Pause von den eigenen Fans ausgepfiffen.

Nach dem Seitenwechsel brach Dynamo binnen acht Minuten ein. Erst lenkte Lennart Grill einen Schuss von Marcel Hartel aus spitzem Winkel ins eigene Tor (53.). Dann landete ein riskanter Pass von Tobias Raschl bei Friedrich Müller (20), der Husseyn Chakroun foulte – Hartel verwandelte den Elfmeter zum 2:1 (61.). Nach Gelb-Rot für Müller (65.) war die Partie entschieden.

SGD-Trainer Stamm verteidigt den Spielaufbau

Wirklich schuld war der junge Innenverteidiger laut tag24.de nicht. Grill hatte unter Druck auf Raschl gespielt, dessen schwaches Zuspiel Müller erst in die Bredouille brachte. Stamm verteidigte den Ansatz: „Ich bin jetzt zweieinhalb Jahre hier, das ist das zweite Gegentor, was wir so kriegen. Wahrscheinlich haben wir es in 500 Situationen 498-Mal super gelöst und haben dadurch Räume.“

Als Beleg verwies der Schweizer auf das Pokalspiel gegen Schalke: „Dann schauen Sie sich das Pokalspiel am Mittwoch an, was – glaube ich – ganz viele gefeiert haben. Da hatten wir ganz viele von diesen Momenten.“ Ein Teil der Anhänger kritisiert den mutigen Aufbau in schwierigen Phasen allerdings regelmäßig – und das nicht erst seit Sonntag.

Thomas Stamm: „Da geht es um Entscheidungsfindung“

Für Stamm geht es nicht um das Ob, sondern um das Wann. „Es geht eher darum, zu entscheiden, wann ist der richtige Moment und wann ist der Raum da?“, erklärte er. Beim Stand von 1:1 hätte man vielleicht drei, vier Momente mehr gebraucht, zumal Christoph Daferner und Vincent Vermeij vorne die Bälle gut festmachen könnten. Die Räume seien klar besprochen gewesen.

Entscheidend sei die richtige Mischung, nicht die Überzeugung, wie er spielen lassen wolle. „Da geht es um Entscheidungsfindung und die war in dem Moment einfach nicht gut“, so der Coach. Auch die Abwehrarbeit sprach er an: „Heute hat es viel damit zu tun gehabt, wie wir verteidigen. Also nicht nur mit Mut.“ Die Pausen-Ansprache griff damit nicht.

2. Bundesliga: 13 verschenkte Punkte nach Führungen

Das Muster zieht sich durch die gesamte Saison. Wie bild.de vorrechnet, hat Dynamo nach eigenen Führungen bereits 13 Punkte verspielt. Mit diesen Zählern stünde das Team mit 21 Punkten auf Rang drei, stattdessen ist es seit Sonntag Letzter. In fünf von zehn Spielen gab Dresden einen Vorsprung aus der Hand – eine Quote, die den Klassenerhalt ernsthaft gefährdet.

In Heidenheim führte Dynamo zweimal und kassierte am Ende eine 5:3-Auswärtsniederlage. Gegen Hertha ging ein 1:0 ebenso verloren wie nun in Hannover, in Osnabrück und Braunschweig reichten Führungen nur zu einem 1:1 und 2:2. Nach Kiel half Dresden zudem bereits im zweiten Ligaspiel in Folge einem kriselnden Gegner zurück in die Spur.

Dynamo-Kapitän Hauptmann: Keine Antwort auf das Führungs-Problem

Eine Erklärung hat im Verein niemand. „Es ist ein Fakt, dass wir zu viel hergeben und zu viel Aufwand betreiben für das, was dann am Ende punktmäßig dabei rauskommt“, gab Kapitän Niklas Hauptmann (30) zu. „Wenn wir jetzt direkt die Antwort darauf hätten, warum das so ist, dann hätten wir es schon vor ein paar Wochen umgestellt.“

Ratlos zeigte sich auch Rossipal: „Wir müssen das aufarbeiten und knallhart analysieren. Aber die Lösung oder die Formel habe ich jetzt gerade auch nicht.“ Womöglich spiele der Kopf eine Rolle, mutmaßte der Linksverteidiger. „Ich weiß nicht, was teilweise in den Köpfen vorgeht. Ob wir dann nach Führungen so das Gefühl haben, mit Vorsprung was zu verspielen.“

Dynamo News: Gegen Fürth droht eine Trainerdebatte

Hauptmann sieht vor allem mangelnde Überzeugung als Problem. „Wenn du es nicht machst, wie wir in der zweiten Halbzeit, dann gerätst du unter Druck. Dann verlierst du schnell die Bälle, verteidigst tief und dann geht es schief“, sagte er. Ausflüchte ließ er nicht gelten: „Wir stehen jetzt da, wo wir stehen. Es gibt keine Ausreden.“

Um Zuversicht bemüht sich derweil Stamm. „Klar sind acht Punkte nach zehn Spielen nicht zufriedenstellend für uns“, räumte er ein, doch die Tabelle sei nicht aussichtslos. Am Freitag steigt das direkte Duell mit Fürth. Gewinnt Dynamo dort nicht, scheint laut des Blattes eine Debatte um den Trainer kaum noch vermeidbar.

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