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Biathlon News: DSV-Quartett verpasst «Riesenfest» denkbar knapp

Autor: dpa Sport /Thomas Meyer (Tipico)

Oberhof (dpa) – Biathlon News im Sport heute: Vor der traumhaften Oberhofer Winterkulisse ließ sich David Zobel von den tausenden Fans feiern. «Der Tag bleibt mir für ewig in Erinnerung», sagte Zobel nach dem spannendsten Staffelrennen der jüngeren Biathlon-Historie mit fünf Teams innerhalb von sechs Sekunden.

Entscheidung fällt erst im Siegspring

Zwar zog er am Ende im Fünfkampf gegen die siegreichen Norweger, die Franzosen, Schweden und Italiener auf der Ziellinie den Kürzeren. Dennoch verkaufte sich der 29-Jährige, der für den erkrankten Philipp Horn auf die Schlussposition gerückt war, mit Justus Strelow, Lucas Fratzscher und Philipp Nawrath im Kampf gegen die Besten der Besten teuer.

Hätte Zobel stehend keinen Nachlader gebraucht, «dann könnten wir hier ein Riesenfest feiern». So hatten die Deutschen nach zehn Nachladern 5,4 Sekunden Rückstand auf den Olympia-Favoriten Norwegen. «Schade, dass es knapp nicht gereicht hat. Aber wir sind sehr zufrieden. Es ist so knüppelhart im Herrenbereich, da muss alles genau stimmen», sagte Bundestrainer Tobias Reiter.

Team nähert sich langsam der Olympia-Form

In der abschließenden Verfolgung wurde Franziska Preuß beim zweiten Erfolg von Sprintsiegerin Elvira Öberg aus Schweden als beste Deutsche Fünfte. Mit der Platzierung sei sie «auf alle Fälle» zufrieden, sagte Preuß in der ARD. «Zwei Fehler, das ist wieder einer zu viel. Aber ich bin von Runde zu Runde besser reingekommen.» Vanessa Voigt schob sich durch vier fehlerfreie Schießeinlagen von Rang 27 auf Position acht nach vorn.

Das Rennen gebe Selbstvertrauen für den am Mittwoch mit der Frauen-Staffel (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) beginnenden Weltcup in Ruhpolding. Dort bekommen Zobel und der ebenfalls couragiert laufende Fratzscher eine weitere Chance. Für beide geht es noch um die Olympia-Norm.

Potenziale nutzen und Druck überwinden 

Vier Wochen vor den Olympischen Spielen in Italien waren Rang zwei von Nawrath im Sprint sowie Staffelrang drei durch die Frauen zwar deutliche Mutmacher. Trotzdem ist mit Blick auf den Saisonhöhepunkt in Antholz noch viel Luft nach oben. Insgesamt holte das deutsche Team in den bisher 18 Saisonrennen lediglich vier Podestplätze, ein Sieg war noch nicht dabei.

Die Schwankungen sind weiterhin groß. In der Staffel kompensierten die Norweger und Franzosen sogar zwei Strafrunden, Italien eine. Ausnutzen konnte das DSV-Quartett das nicht. Zudem patzten Nawrath und Co. in der Verfolgung am Schießstand gleich reihenweise. Nawrath kam im Jagdrennen am Samstag und in der Staffel als Führender zum Schießstand, die Nerven spielten aber nicht mit. «Es war wieder sehr aufregend. Ich habe versucht, mich vor dem Schießen fokussiert zu beruhigen. Aber es funktioniert hier gerade nicht so ganz», sagte Nawrath.

Unter Druck steht momentan zudem Nachwuchshoffnung Selina Grotian. Denn ihr Traum von ihren ersten Olympischen Spielen droht zu platzen. Die 21-Jährige hat noch keine Norm. Nach ihrer Corona-Infektion und dem Fehlen bei zwei Weltcups hat sie erst fünf Saisonrennen absolviert. Und in Oberhof konnte sie mit Rang 30 im Sprint und Platz 23 in der Verfolgung nichts reißen. In der Staffel schoss sie zudem eine Strafrunde.

Erschwerend kommt hinzu, dass mit Preuß, Julia Tannheimer, Voigt, Janina Hettich-Walz und Anna Weidel bereits fünf ihrer Teamkolleginnen die Olympia-Norm haben.

Die Olympischen Spiele in Norditalien rücken immer näher. In Ruhpolding wollen die deutschen Biathleten sich das notwendige Selbstbewusstsein holen. 

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