Sieben NBA-Spiele alt – und schon gesperrt. Die Liga hat Hawks-Rookie Kingston Flemings für eine Partie aus dem Verkehr gezogen, weil er Pelicans-Guard Bryce McGowens laut offizieller Begründung „intentionally elbowing“ am Kopf traf, wie Yahoo Sports berichtet. Der 19-Jährige verpasst damit das Spiel gegen Indiana am Montag – und zwar ohne Gehalt.
NBA: Flemings-Ellbogen in New Orleans – die Szene im Detail
Die Szene ereignete sich in den Schlussminuten des 99:121 in New Orleans, als das Spiel beim Stand von 93:119 längst entschieden war. Beim Zug zum Korb im Umschaltspiel traf Flemings McGowens zunächst mit dem Unterarm im Gesicht – der Pelicans-Guard blockte den Wurf dennoch. Bis dahin eine harte, aber alltägliche Aktion, wie sie in einer verlorenen Partie häufiger vorkommt.
Entscheidend war, was danach geschah. Auf dem Weg zurück, Seite an Seite, setzte Flemings laut des Berichts einen Ellbogen an McGowens‘ Kopf, der nichts mit einer Basketball-Aktion zu tun hatte. Es folgte eine Rangelei, nach Videostudium kassierte der Rookie ein technisches Foul und wurde des Feldes verwiesen. Genau diese Trennung macht den Unterschied zwischen einer Verwarnung und einer Sperre.
Atlanta Hawks: Nummer-8-Pick mit starkem Start – und einem Makel
Dass die Liga den Vorsatz ausdrücklich in ihre Begründung aufnahm, ist bemerkenswert. Ein Ellbogen am Kopf gehört zu den Vergehen, die die NBA konsequent ahndet, unabhängig von Spielstand oder Erfahrung des Spielers. Für Flemings heißt das, dass sein Name bereits in den ersten Wochen seiner Karriere in einem Disziplinarbericht steht – kein Start, den sich Atlanta für seinen Erstrundenpick gewünscht hat.
Sportlich ist der Guard ein wichtiger Baustein der Hawks-Zukunft. Im Juni wurde er nach einer starken Freshman-Saison in Houston an achter Stelle gedraftet, in seinen ersten sieben NBA-Spielen kam er auf 7,1 Punkte, 4,6 Assists, 2,9 Rebounds und 0,9 Steals in 20,1 Minuten. Die Quoten von 47,6 Prozent aus dem Feld und 38,5 Prozent von außen deuten an, warum Atlanta so früh zugegriffen hat.
Kingston Flemings: Was die Sperre für den Rookie bedeutet
Umso ärgerlicher ist der Ausfall gegen die Pacers. Ein Rookie braucht Spielminuten, um sich an das Tempo der Liga zu gewöhnen – und Flemings hat sich mit seinen ersten Auftritten gerade erst eine feste Rolle in der Rotation erarbeitet. Dass diese Entwicklung nun durch eine unnötige Aktion in den Schlussminuten einer klaren Niederlage unterbrochen wird, dürfte auch intern Thema sein.
Für Atlanta bleibt der Vorfall hoffentlich eine Episode. Die Hawks haben in Flemings einen Spieler, der mit 19 Jahren bereits Verantwortung als Aufbauspieler übernimmt, und eine einzelne Sperre ändert nichts an seinem Potenzial. Die Lehre aus New Orleans ist dennoch eindeutig: In der NBA endet der Wettkampf mit dem Pfiff – nicht auf dem Weg zurück in die eigene Hälfte.
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