Fußball heute: Rund 40 Jahre nach den Allofs-Brüdern könnten beim 1. FC Köln wieder zwei Geschwister gemeinsam für die Profis auflaufen. Am Sonntag bei Union Berlin ist die Premiere von Said (20) und Malek El Mala (21) möglich. Das berichtet come-on-fc.com, das via onefootball.com zudem Saids Spielweise analysiert. Trainer René Wagner äußerte sich im Kölner Stadt-Anzeiger.
1. FC Köln: Brüder-Premiere bei Union Berlin möglich
Zweimal standen die Brüder bereits gemeinsam im Spieltagskader, doch U21-Stürmer Malek blieb gegen Schalke 04 und Union Berlin jeweils auf der Bank. Nach dem Kantersieg gegen die Berliner forderten viele Fans vergeblich seine Einwechslung. „Ich habe ihn ein bisschen aufgemuntert, dass er nicht reinkam“, sagte Said und schob nach: „Es geht weiter, das weiß er auch.“
Rückendeckung kommt auch vom Coach. „Malek ist jetzt glücklicherweise seit vier Wochen verletzungsfrei und hat zuletzt sehr hart an sich gearbeitet. Er gibt bei uns im Training immer Gas und ist wie Said ein Junge, der total fokussiert und ganz klar im Kopf ist“, sagte Wagner dem Kölner Stadt-Anzeiger. Das Lob unterstreicht, welchen Stellenwert der Angreifer inzwischen genießt.
Malek El Mala: „Klopft immer stärker an“
Den Platz im Aufgebot habe sich Malek verdient, und zwar nicht nur wegen einer möglichen Brüder-Geschichte, stellte Wagner klar. „Malek klopft immer stärker an. Bei uns wird keinem Spieler ein Einsatz geschenkt, jeder muss ihn sich verdienen“, fügte der Trainer an. Die Nominierung ist damit eine sportliche Entscheidung – und für den 21-Jährigen ein echter Fortschritt.
Immer wieder hatten ihn Verletzungen zurückgeworfen. Zwar glaubt man in Köln an seine Qualität, wollte ihn aber zunächst über einen längeren Zeitraum fit sehen und in der U21 überzeugen lassen. Ob er an der Alten Försterei seine Chance bekommt, ist offen, da Ragnar Ache in den Kader zurückkehren könnte. Said ist dennoch überzeugt: „Seine Zeit kommt, da bin ich mir sehr sicher.“
Klaus und Thomas Allofs: Das letzte Kölner Brüderpaar
Käme es dazu, würde sich in Berlin ein Stück Vereinsgeschichte wiederholen. Der letzte vergleichbare Fall beim FC waren Klaus und Thomas Allofs, die 1981 und 1982 kamen und bis zum Abschied von Klaus 1987 gemeinsam im Kader standen. Ihr letztes gemeinsames Spiel bestritten sie 1987 gegen Blau-Weiß Berlin, Klaus traf damals zum 1:1 gegen den Tabellenletzten.
Selten sind solche Konstellationen ohnehin. Lukas und Felix Nmecha spielten bis 2023 gemeinsam beim VfL Wolfsburg, zudem standen die Brüder Schlotterbeck, Eggestein und Bender schon zusammen auf dem Platz. In Hoffenheim gehörten die Philipp-Brüder gemeinsam zum Kader, eingesetzt wurde aber nur einer. Beim FC wäre es das erste Brüderpaar seit fast vier Jahrzehnten.
Said El Mala: Zu eigensinnig vor dem Tor?
Im Mittelpunkt steht bislang Said – auch wegen einer Debatte um seinen Spielstil. Dem Youngster wird mitunter Eigensinn vorgeworfen. Nur Harry Kane und Michael Olise haben in dieser Bundesliga-Saison häufiger geschossen. Im Derby gegen Gladbach legte er sich mit zwei Gegenspielern an und zog vom Strafraumrand ab, obwohl Mikey Moore, Linton Maina und Marius Bülter den Ball forderten.
Ähnlich lief es gegen Leverkusen. Aus spitzem Winkel traf El Mala nur den Innenpfosten, während Tom Krauß und Isak Johannesson im Rückraum auf ein Zuspiel warteten. Wagner hatte das Thema bereits angesprochen: „Da müssen wir dran arbeiten, dass er da mal einen sieht.“ In einem Team, das sich oft schwertut, klare Chancen herauszuspielen, übernimmt er so aber auch Verantwortung.
Köln-Youngster El Mala: Die Zahlen hinter der Kritik
Auf den ersten Blick stützen die Zahlen die Kritik. 26 eigenen Abschlüssen stehen nur fünf vorbereitete Schüsse für Mitspieler gegenüber, im Schnitt führt ein Versuch laut come-on-fc.com nur mit acht Prozent Wahrscheinlichkeit zum Tor. Und doch ist kein Kölner gefährlicher: Mit einem xG-Wert von 2,29 liegt El Mala klubintern vorn, Linton Maina ist eher Vorbereiter als Vollstrecker.
Dribbelt der Offensivspieler, zieht er oft mehrere Gegner auf sich und schafft Räume für andere. Wie oft ein Pass tatsächlich die bessere Lösung gewesen wäre, verraten die nackten Zahlen nicht. Am Dienstag war er beim Kölner Sieg verdient Spieler des Spiels – am Sonntag in Berlin ist er erneut gefragt, womöglich erstmals an der Seite seines Bruders.
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