Fußball heute: Vor dem Klassiker gegen den FC Bayern München zollt Niko Kovac dem Gegner höchsten Respekt. Die Münchner seien nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa das Maß aller Dinge, sagte der Trainer von Borussia Dortmund auf der Pressekonferenz. Kampflos ergeben will sich sein Team aber nicht, zumal die Personallage fast keine Sorgen bereitet.
Borussia Dortmund: Kovac sieht den FC Bayern als Maßstab
Um gegen den FCB etwas mitzunehmen, brauche der BVB alle elf Spieler in Bestform, betonte Kovac. Andernfalls werde es schwierig, unmöglich sei es aber nicht. Die Marschroute ist damit klar. Fällt auch nur ein Akteur in seinem Leistungsniveau ab, dürfte das gegen diesen Kontrahenten sofort bestraft werden.
Verstecken will sich seine Mannschaft dabei nicht. Hinten reinzustellen und darauf zu hoffen, dass die Bayern kein Tor schießen, sei nicht der Plan, stellte der Coach klar. Gegen die Münchner könne jedes Team gut spielen, entscheidend sei die Effizienz bei den eigenen Gelegenheiten. Viele davon dürfte Dortmund im Klassiker schließlich nicht bekommen.
Harry Kane: Kovac setzt auf Verteidigung im Kollektiv
Harry Kane sei im Eins-gegen-eins nicht zu stoppen, deshalb müsse Dortmund gemeinsam verteidigen, erklärte Kovac. Die jüngste Auszeichnung habe sich der Torjäger mit harter Arbeit verdient. Bemerkenswert sei, dass er nach seiner Zeit als Topspieler in England in seinem Alter in Deutschland noch einmal einen großen Schritt gemacht habe. Für die BVB-Abwehr ist er damit die größte Gefahr.
Auch gegen Michael Olise ist das Kollektiv gefragt. Zwar lobte der BVB-Trainer den Auftritt von Daniel Svensson im letzten Duell, dennoch müsse die ganze Mannschaft mithelfen, Olise doppeln, viel laufen und bereit sein zu leiden. In manchen Situationen brauche es zudem etwas Glück. Gegen die Münchner Offensive wird Laufbereitschaft so zur wichtigsten Tugend.
BVB News: Karetsas zurück, Gadou bekommt eine Pause
Alle Spieler, die in den vergangenen Wochen zum Einsatz kamen, sind fit und absolvierten das Abschlusstraining. Konstantinos Karetsas wurde teilweise wieder integriert und trainierte erstmals mit den Kollegen. Bleiben Rückschläge aus, soll er am nächsten Tag voll einsteigen. Für den Klassiker wächst damit die Zahl der Optionen.
Schonen will der Trainer dagegen Joane Gadou. Der Innenverteidiger spulte für seine Position ungewöhnlich viele Kilometer ab und soll sich drei bis vier Tage erholen, um gegen Bayern bereit zu sein. Weil Dortmund hoch presse, könnten sich Gegner gelegentlich lösen, umso wichtiger sei die Absicherung dahinter. Gerade gegen Kane wird diese Restverteidigung zur Schlüsselaufgabe.
Vincent Kompany: Kovac erwartet keine Veränderung bei Bayern
Keine Auswirkungen erwartet Kovac vom Fehlen von Vincent Kompany. Die Münchner Mannschaft sei gut eingestellt, zudem gebe es vermutlich Funkkontakt zum Trainer. Ohnehin konzentriere sich Dortmund vor allem auf sich selbst und die Bayern. Auf einen Vorteil durch die Situation an der Seitenlinie spekuliert der BVB also nicht.
Vom Schiedsrichter erwartet der Coach eine Leistung auf höchstem Niveau. Kritik übte er allerdings am Videoassistenten, der sich in den vergangenen Wochen zu zurückhaltend gezeigt habe. Im Klassiker, in dem Dortmund jede Chance nutzen muss, dürfte jede strittige Szene besonders genau beobachtet werden.
Niko Kovac: Dortmund will Schwächephasen kurz halten
Differenziert fiel der Blick auf das Pokalspiel gegen Bremen aus. Über 60 Minuten habe seine Mannschaft sehr gut gespielt, ehe sie für eine Viertelstunde gewackelt und sich anschließend wieder gesteigert habe, analysierte Kovac. Gegen die Münchner dürfte eine solche Wackelphase deutlich härter bestraft werden.
Beim Thema Unbeständigkeit richtet der Trainer den Fokus lieber auf das Positive. Kein Team der Bundesliga dominiere seine Gegner über 90 Minuten, Dortmund wolle seine schwächeren Phasen aber so kurz wie möglich halten. Im Klassiker gegen den FC Bayern wird genau das zur Pflicht, wenn der BVB etwas Zählbares mitnehmen will.
