Fußball heute: Ausgerechnet vor dem Duell mit dem VfB Stuttgart muss der Hamburger SV auf seinen Kapitän verzichten. Nicolai Remberg zog sich beim 3:2-Erfolg in Hoffenheim einen Kreuzbandriss zu. Merlin Polzin stellte auf der Abschluss-PK klar, dass kein Spieler gleichen Typs die Lücke schließen soll – stattdessen wird sich die Spielweise der Hanseaten verändern.
HSV ohne Remberg: Polzin plant eine neue Herangehensweise
„Wir können Rambo nicht eins zu eins ersetzen, weil er ein fantastischer Spieler ist und eine Art und Weise auf den Platz bringt, die einzigartig ist“, erklärte der Coach. Man werde den Ausfall anders auffangen müssen. Für die Rothosen wiegt der Verlust doppelt schwer, weil mit Remberg nicht nur ein Leistungsträger, sondern auch der Spielführer fehlt.
Als Trainer sei es seine Aufgabe, Bock auf diese Herausforderung zu haben und es anders zu gestalten, betonte Polzin. Mit der Mannschaft und den infrage kommenden Kandidaten habe er bereits besprochen, dass sich im Spiel etwas verändern werde. Gefragt seien Positionstreue, Zweikampfhärte und das Nachziehen im Pressing. Wer am Samstag beginnt, lässt der Übungsleiter noch offen.
Kofi Amoako: Stärken und Baustellen eines möglichen Ersatzmanns
Einer dieser Anwärter ist Kofi Amoako. „Für ihn spricht, dass er eine hohe Positionstreue hat“, sagte Polzin. Er habe die Rolle schon verlässlich ausgefüllt, auch wenn das Niveau in der zweiten und dritten Liga ein anderes gewesen sei. Zudem suche Amoako immer wieder eine Balance zwischen Offensive und Defensive – genau jene Eigenschaft, die auf der vakanten Position gefragt ist.
Zuletzt machte der Kandidat auf sich aufmerksam. Im Testspiel gegen Kopenhagen traf er, in Hoffenheim trug er seinen Teil zur Aufholjagd bei. Polzin verschwieg allerdings nicht, dass es Gründe für die geringe Einsatzzeit in den vergangenen Wochen gab und gemeinsam noch an einigen Dingen gearbeitet wird. „Allerdings ist es manchmal so, dass du an deinen Herausforderungen wächst“, fügte er an.
Hamburger SV: Albert als Option – Pato fehlt noch
Remberg selbst traf die Diagnose hart. Nach Polzins Worten sei der Kapitän zunächst niedergeschlagen gewesen, versuche inzwischen aber bereits wieder, positiv zu sein und die Kollegen zu unterstützen. „Er wird uns schmerzhaft in den nächsten Monaten fehlen“, sagte der Trainer. Die Hamburger müssen also nicht nur gegen Stuttgart, sondern auf längere Sicht eine Lösung ohne ihren Anführer finden.
Etwas Entlastung könnte dagegen von anderer Stelle kommen. Baka, Sambi und Albert trainierten zuletzt teils mit der Mannschaft und absolvierten teils noch ihr Aufbauprogramm, bei allen dreien stehen finale Tests aus. Vor allem bei Albert ist der Coach zuversichtlich, weil das Training richtig gut gelaufen sei. Für Pato reicht es an diesem Wochenende dagegen noch nicht.
VfB Stuttgart: Polzin warnt vor dem Team von Sebastian Hoeneß
Mit Stuttgart wartet nun ein Gegner aus der Königsklasse. „Stuttgart ist ein absolutes Topteam der Bundesliga und spielt verdientermaßen in der Champions League“, lobte Polzin. Besonders im Rückspiel der vergangenen Saison habe man gesehen, wozu der VfB fähig sei, wenn man ihm zu viel Raum lasse. Hinzu kämen fantastische Einzelspieler und eine klare Idee, die Hoeneß über Jahre entwickelt habe.
Zugleich erinnerte der HSV-Coach an das Hinspiel, in dem seine Elf einen besonderen Moment erleben durfte. Damals sei die Mannschaft mit der richtigen Haltung und absoluter Klarheit aufgetreten. „Ich bin mir sicher, dass der VfB das Spiel im vergangenen Jahr nicht vergessen hat“, sagte Polzin, der ein heißes Duell erwartet, in dem jeder Einzelne gebraucht werde – auf dem Rasen wie auf den Rängen.
Bundesliga: Nach drei Pleiten zum Auftakt zwei Siege in Serie
Rückenwind liefert immerhin die jüngste Entwicklung. Nach drei Niederlagen zum Saisonstart gegen Dortmund, Mainz und Leipzig fingen sich die Hamburger mit einem 2:1 gegen Köln und dem 3:2 in Hoffenheim. Zwei Siege in Serie haben das Team stabilisiert – doch der Ausfall des Kapitäns stellt diesen Aufwärtstrend nun auf eine harte Probe.
Gegen den Champions-League-Teilnehmer muss am Samstag deshalb alles passen. „Es ist eine Riesenherausforderung für uns. Wir müssen die Dinge, die wir uns vornehmen, zu 100 Prozent umsetzen“, forderte Polzin. Gelingt das, könnte der HSV seine Serie trotz des bitteren Ausfalls auf drei Siege ausbauen und den Fehlstart weiter hinter sich lassen.
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