Kaum ist das Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag um 15.30 Uhr gespielt, wird es im Volkspark leer. In der dreiwöchigen Länderspielpause droht dem Hamburger SV ein Aderlass von mehr als elf Profis, wie die Mopo berichtet. Für Trainer Merlin Polzin kommt das zur Unzeit, denn er bräuchte die Wochen mit dem Team dringend, um vor allem die Sommerzugänge besser einzubinden.
HSV: Zwölf Nationalspieler stehen auf der Abrufliste
Zwölf Spieler des aktuellen Kaders waren in diesem Jahr bereits mit ihren Nationalteams unterwegs und gelten damit als Kandidaten für die kommende Pause. Dazu zählen Sander Tangvik und David Møller Wolfe (Norwegen), Warmed Omari (Komoren), Terem Moffi (Nigeria), Patson Daka (Sambia) sowie Nicolás Capaldo (Argentinien). Die Reisewege dieser Gruppe sind entsprechend lang.
Hinzu kommen Miro Muheim (Schweiz), Albert Grønbæk (Dänemark), Zakaria El Ouahdi (Marokko) und Immanuel Pherai (Suriname). Aus dem DFB-Nachwuchs stehen zudem Otto Stange und Louis Lemke auf der Liste. Für Polzin bedeutet das, dass praktisch in jedem Mannschaftsteil Stammkräfte oder wichtige Alternativen fehlen könnten.
Poulsen, Nadir, Remberg: Die HSV-Liste könnte noch wachsen
Das Ende der Aufzählung ist damit womöglich noch nicht erreicht. Yussuf Poulsen sieht seine Zeit im dänischen Team nicht als beendet an, Bilal Nadir zählt zum erweiterten marokkanischen Kreis. Nicolai Remberg gehört laut Sky mittlerweile sogar zu den Kandidaten für das DFB-Aufgebot – eine Nominierung, die für den HSV sportlich ehrenvoll, organisatorisch aber ein weiteres Loch wäre.
Besonders belastend sind die Programme einiger Profis. Für Moffi, Daka, Omari und El Ouahdi stehen je zwei Spiele in der Qualifikation für den Afrika-Cup im nächsten Jahr an, auf Møller Wolfe und Grønbæk warten in der Nations League sogar vier Partien. Wer nach zwei Wochen mit vier Einsätzen zurückkehrt, braucht erst einmal Regeneration statt Taktikschulung.
Trainer Polzin muss in der Länderspielpause improvisieren
Die Nominierungen werden erst im Lauf der Woche bekannt gegeben. Schon jetzt zeichnet sich laut Mopo aber ab, dass so viele Hamburger wie lange nicht abgestellt werden müssen – darunter mehrere Sommer- und Last-Minute-Zugänge. Genau jene Spieler also, die Polzin in den drei Wochen eigentlich näher an sein System heranführen wollte.
Auch der Plan, die Pause mit einem Testspiel zu nutzen, gerät ins Wanken. Am 4. Oktober ist eine Partie gegen den FC Kopenhagen angesetzt, doch bei mehr als elf Abstellungen dürfte der Trainer auf einigen Positionen improvisieren müssen. Statt drei Wochen Feinschliff mit dem kompletten Kader bleiben Polzin womöglich nur wenige Tage, in denen alle an Bord sind – umso wichtiger wäre ein gutes Ergebnis gegen Köln, um mit Rückenwind in diese Phase zu gehen.
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