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Borussia Mönchengladbach: Brouwers rechnet mit Kleindienst ab

Gladbach-Fans

Nach der Trennung von Eugen Polanski hat Roel Brouwers einen klaren Favoriten für die Nachfolge bei Borussia Mönchengladbach. „Wenn du Favre bekommen kannst, würde ich ihn immer holen“, sagte der Ex-Profi gegenüber SPORT1. Der 44-Jährige rechnet allerdings nicht damit, dass der Schweizer seinen angekündigten Rückzug vom Trainerjob revidiert – und nimmt auch die Spieler in die Pflicht.

Borussia Mönchengladbach: Brouwers würde Favre „immer holen“

Grundsätzlich hält Brouwers nun einen erfahrenen Coach für sinnvoll. Die Parallele zur Saison 2010/11, als Favre den Tabellenletzten übernahm und vor dem Abstieg bewahrte, sieht er durchaus, damals habe dessen Philosophie vom ersten Spiel an gegriffen. Ob das mit dem heutigen Kader ebenso schnell klappen würde, sei allerdings offen.

Hoffnung macht ihm ein anderes Beispiel aus der Vereinsgeschichte. In der Saison 2015/16 führte André Schubert die Borussia nach fünf Auftaktniederlagen und Favres Rücktritt noch auf Platz vier und in die Champions League. Brouwers selbst kam unter Schubert damals allerdings kaum noch zum Zug – ein Detail, das zeigt, wie sehr ein Trainerwechsel Hierarchien verschieben kann.

Polanski als „Opfer dieser Entwicklung“ – Spieler in der Pflicht

Für Brouwers ist Polanski „ein bisschen das Opfer dieser Entwicklung“ geworden. Die Entlassung nach drei Niederlagen sei aber absehbar gewesen, zumal es schon im Sommer Zweifel an seinem Verbleib gegeben habe. Mit dem Trainer spielte er noch ein Jahr zusammen und beobachtete ihn später bei der U23, wo dieser aus seiner Sicht durchweg gute Arbeit leistete.

Verantwortung sieht der 44-Jährige aber keineswegs nur auf der Bank. Die Spieler müssten sich genauso hinterfragen: Eine 3:1-Heimführung gegen Elversberg dürfe nie verspielt werden, ein 0:5 in Freiburg mit zehn Mann gehe nicht. Für eine Mannschaft, die sich gerade in den entscheidenden Momenten zerlegt, ist ein neuer Coach allein deshalb kaum die ganze Lösung.

Kritik an Kleindienst: „Darf das Team nicht zusätzlich schwächen“

Namentlich kritisiert Brouwers Tim Kleindienst. Nach dessen öffentlicher Mahnung an die Mitspieler sei die Gelb-Rote Karte im folgenden Spiel schlecht getimt gewesen. Wer so etwas sage, dürfe das Team nicht zusätzlich schwächen, betonte der Ex-Profi. Gerade von einem Spieler, der andere öffentlich ermahnt, erwartet er auf dem Platz ein Vorbild.

Zwölf Gegentore in drei Spielen sind für den früheren Gladbacher zudem viel zu viel. Die Defensive müsse als Erstes stabilisiert werden, forderte er. Bei einem Schnitt von vier Gegentreffern pro Partie ist jede Diskussion über die Offensive zweitrangig, denn ohne stabile Abwehr lässt sich in dieser Lage kein Vertrauen aufbauen.

Gladbach gegen Mainz und Köln: „Jetzt zählt nur ein Sieg“

Richtungsweisend werden aus seiner Sicht die kommenden Aufgaben. Das Heimspiel gegen Mainz und anschließend das Derby in Köln wertet Brouwers als Wegmarken, jetzt zähle nur ein Sieg, notfalls ein 1:0 in der 93. Minute, um Vertrauen zu tanken. Wer nach acht oder neun Spieltagen noch im Keller stehe, komme dort nur schwer wieder heraus.

Damit formuliert der Ex-Profi eine klare Warnung. Die Tabelle lässt der Borussia keine Zeit für lange Experimente, weshalb der neue Trainer schnell Ergebnisse liefern muss. Ob Favre, ein anderer erfahrener Coach oder eine Überraschungslösung übernimmt, entscheidet über den weiteren Verlauf dieser Saison.

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