Fußball heute: Mit einem Dreierpack zum Zweitliga-Auftakt hat Mohamed Ali Zoma den 1. FC Nürnberg im Alleingang zum 3:0 gegen Dynamo Dresden geschossen. Der Stürmer krönt damit eine bemerkenswerte Entwicklung – vom belächelten Zugang zum begehrten Torjäger mit millionenschwerem Preisschild.
1. FC Nürnberg: Zomas rasante Entwicklung
Den Spielball durfte Zoma als Erinnerungsstück behalten – schließlich war es schon sein zweiter Dreierpack auf deutschem Boden. Dabei war der Italiener vor der vergangenen Saison als weitgehend unbekannter Spieler vom italienischen Drittligisten AlbinoLeffe nach Franken gewechselt. Wie die Bild berichtet, wurde der Transfer damals belächelt, zumal die Ablöse von rund 800.000 Euro nicht eben günstig war.
Heute lacht niemand mehr: Zomas Marktwert wird inzwischen auf rund acht Millionen Euro taxiert, und für einen Abschied haben die Verantwortlichen zuletzt eine Grenze von 20 Millionen Euro gezogen. Angesichts seines Alters und seiner Qualitäten kein überzogener Preis.
„Ich habe meine Art, Fußball zu spielen, komplett verändert“
Wie aber gelang der Sprung binnen eines Jahres? Zoma selbst liefert die Erklärung: „Ich habe meine Art, Fußball zu spielen, komplett verändert. In Italien habe ich noch anders gespielt. Ich habe die 2. Liga vorher genau studiert und bin gekommen, um meine Qualität zu steigern.“ Vor allem am ersten Ballkontakt, an der An- und Mitnahme sowie an seiner Technik feilte der Angreifer – in Italiens dritter Liga hatte häufig schon sein Tempo ausgereicht.
Eine große Rolle spielt für ihn auch das Umfeld. „Das hat sicher auch viel mit Selbstbewusstsein zu tun“, sagte Zoma und verwies auf die eingespielten Abläufe und das Vertrauen der Mannschaft: „Ich spüre das Vertrauen der gesamten Mannschaft, und daraus ziehe ich eine Menge Selbstvertrauen.“ In seiner ersten Saison in Deutschland kam er auf 14 Tore und fünf Vorlagen in 29 Zweitligaspielen.
Bleibt der Torjäger dem Club erhalten?
Genau dieses Vertrauen ist womöglich das größte Pfund des FCN, um seinen Torjäger zumindest in dieser Saison zu halten. Trainer Miroslav Klose gab sich gelassen: „Ich bin da optimistisch und guter Dinge. Der Junge weiß, dass er noch nicht fertig ist. Er hat es sehr, sehr gut gemacht, jetzt soll er das Jahr bestätigen.“ Er wisse, dass es schnell gehen könne, habe aber viele Gespräche geführt – „es zeigt, dass der Junge vernünftig ist“.
Auch Sportvorstand Joti Chatzialexiou strahlt Ruhe aus. Wie ran berichtet, verwies er auf die entspanntere Lage: „Wir haben andere Voraussetzungen als noch vor zwei Jahren, als wir das Messer am Hals hatten und zwingend verkaufen mussten.“ Eine Garantie für einen Verbleib ist das aber nicht – ausschließen wollte Chatzialexiou nichts, ein hohes Angebot könne wie im Vorjahr bei Caspar Jander (Wechsel nach Southampton) alles ändern. Zoma selbst äußerte sich zu Transfergerüchten nicht, sondern freute sich über seinen Dreierpack und blickt bereits auf das Frankenderby gegen Greuther Fürth.
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