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Zverev verliert Tennis-Krimi gegen Djokovic – Traum von Platz 1 geplatzt

Tennis-Shanghai-Masters

Tennis heute: Alexander Zverev hat bei den China Open in Peking ein hochklassiges Viertelfinale gegen Novak Djokovic denkbar knapp verloren. Deutschlands Nummer eins führte gegen den 24-maligen Grand-Slam-Sieger bereits mit einem Satz, musste sich nach 2:34 Stunden aber noch mit 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben.

Besonders bitter: Zverev war über weite Strecken auf Augenhöhe und hatte Djokovic bereits am Rande seiner ersten Niederlage überhaupt in Peking. Doch ausgerechnet in den entscheidenden Momenten zeigte der 39-Jährige einmal mehr seine ganze Klasse.

Zverev erwischt Djokovic früh und holt den ersten Satz

Zverev ging als topgesetzter Spieler in das Duell und zeigte von Beginn an, dass er bereit war. Der Deutsche nahm Djokovic direkt im ersten Aufschlagspiel den Service ab und verschaffte sich damit den perfekten Start.

Danach entwickelte sich ein intensives Match mit langen Grundlinienduellen und nur wenigen kostenlosen Punkten. Zverev hielt seinen Vorsprung jedoch konsequent fest und brachte den ersten Satz mit 6:4 nach Hause.

Für Djokovic war das ein ungewohntes Bild. Der Serbe war vor dem Viertelfinale bei seinen sechs bisherigen Teilnahmen in Peking noch nie als Verlierer vom Platz gegangen. Auch bei seiner Rückkehr zum Turnier nach elf Jahren hatte er seine perfekte Bilanz zunächst auf 31 Siege in 31 Spielen ausgebaut.

Djokovic schlägt im entscheidenden Moment zurück

Im zweiten Durchgang wurde das Match zunehmend zum Geduldsspiel. Beide Spieler verteidigten ihre Aufschlagspiele und lange deutete vieles darauf hin, dass ein Tiebreak über den Satz entscheiden könnte.

Doch beim Stand von 5:4 für Djokovic kam der Serbe plötzlich zu seiner Chance. Zverev geriet bei eigenem Service unter Druck und Djokovic nutzte den Moment eiskalt. Mit dem entscheidenden Break zum 6:4 erzwang er den dritten Satz.

Der Spielverlauf hätte kaum enger sein können. Zverev hatte Djokovic fast den kompletten Satz über kontrolliert, verlor jedoch ausgerechnet das letzte Aufschlagspiel. Mit dem Satzausgleich war das Momentum plötzlich auf die Seite des Serben gekippt.

Zverev hält lange dagegen – dann wiederholt sich das Drama

Auch im Entscheidungssatz lieferte Zverev dem früheren Weltranglistenersten einen offenen Schlagabtausch. Keiner der beiden Spieler konnte sich zunächst entscheidend absetzen. Jeder Aufschlagverlust hätte das Match wohl entschieden.

Und erneut kam es aus deutscher Sicht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Beim Stand von 5:4 für Djokovic musste Zverev gegen den Matchverlust servieren. Wieder erhöhte der Serbe den Druck – und wieder gelang ihm genau dann das Break.

Zverev wehrte noch den ersten Matchball ab, beim zweiten war die Partie jedoch beendet. Djokovic verwandelte zum 6:4 und jubelte über seinen 32. Sieg im 32. Match bei den China Open.

Djokovic bleibt in Peking weiterhin unantastbar

Die Bilanz des Serben in der chinesischen Hauptstadt ist außergewöhnlich. Djokovic gewann das Turnier bereits sechsmal und hat bei seinen bisherigen Auftritten noch kein einziges Match verloren.

Auch Zverev gelang es nicht, diese Serie zu beenden. Dabei war der Deutsche näher dran als viele seiner Vorgänger. Nach dem gewonnenen ersten Satz fehlten am Ende nur wenige Punkte, um Djokovic erstmals in Peking zu Fall zu bringen.

Für den 39-Jährigen ist der Erfolg gleichzeitig ein wichtiges Signal nach einer schwierigen Saison. Djokovic hatte zuletzt immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen und bezeichnete sein Jahr selbst als großen Kampf. In Peking steht er nun trotzdem nur noch zwei Siege von seinem siebten Titel entfernt.

Niederlage trifft Zverev auch im Kampf um Platz 1 hart

Für Zverev geht mit dem Viertelfinal-Aus dagegen eine große Chance verloren. Nach der Absage von Jannik Sinner für das Masters in Shanghai hatte sich dem Deutschen plötzlich die Möglichkeit eröffnet, erstmals in seiner Karriere die Spitze der Weltrangliste zu übernehmen.

Die Rechnung war allerdings klar: Zverev hätte sowohl in Peking als auch anschließend in Shanghai den Titel holen müssen. Durch die Niederlage gegen Djokovic ist dieses Szenario nun vom Tisch.

Trotzdem bleibt die Asien-Tour für den Deutschen enorm wichtig. Weil Sinner wegen seiner Knieverletzung auch in Shanghai fehlen wird, kann Zverev dort weiterhin wertvolle Punkte auf den Italiener gutmachen.

Djokovic trifft im Halbfinale auf Medvedev

Während Zverev Peking verlassen muss, bekommt Djokovic bereits die nächste schwere Aufgabe. Im Halbfinale wartet mit Daniil Medvedev ein weiterer früherer Weltranglistenerster.

Djokovic jagt dabei nicht nur seinen siebten Titel in Peking, sondern auch seinen ersten Turniersieg der Saison. Zverev bleibt dagegen nur wenig Zeit zum Durchatmen. Schon beim Masters in Shanghai bietet sich dem Deutschen die nächste Gelegenheit, die Niederlage abzuhaken und im Kampf um die Weltranglistenspitze wieder anzugreifen.