Fußball heute: Weniger als 24 Stunden nach dem 2:3-Erfolg in Mainz richtet Daniel Thioune (52) den Blick bereits auf den DFB-Pokal. Am Dienstag (20:45 Uhr, ZDF und Sky) gastiert Werder Bremen bei Borussia Dortmund, die Favoritenrolle sieht der Trainer klar beim Gastgeber. Kampflos will er sich trotz geplanter Rotation aber nicht ergeben.
Werder Bremen: Thioune will in Dortmund mehr als nur Gast sein
„Unser Ziel ist, eine Runde weiterzukommen. Wir wollen nicht nur Gast sein“, sagte Thioune auf der Pressekonferenz. Der Wettbewerb sei etwas Besonderes, er selbst habe den Weg bis ins Halbfinale schon einmal erlebt. Alle wollten nach Berlin, unterwegs müsse man sich aber mit den besten Teams messen. Dass Werder dabei gleich auf einen der härtesten Brocken trifft, schreckt ihn nicht ab.
Ein Auswärtsspiel in Dortmund zähle zwar mit zu den schwerstmöglichen Aufgaben, eine leichte gebe es im Pokal aber ohnehin nicht. „Wir sind Außenseiter, der BVB ist Favorit. Darauf freuen wir uns, vielleicht können wir ihre Party crashen“, erklärte der Coach. Mit dem Rückenwind aus Mainz reist Werder also durchaus selbstbewusst an.
Olivier Deman: Einsatz beim BVB fraglich
Personell gibt es ein Fragezeichen. „Olivier Deman hatte Probleme mit der Sehne unter dem Fuß, weswegen er zweite Halbzeit nicht mehr spielen konnte“, berichtete Thioune. Es bestehe die Gefahr, ihn nicht rechtzeitig fit zu bekommen. Alle anderen seien zwar etwas ermüdet, aber nicht verletzt. Ein Ausfall von Deman bliebe damit vorerst die einzige Sorge.
Froh zeigte sich der Trainer über die Breite im Kader. „Wir müssen rotieren, werden die Partie aber auf keinen Fall abschenken“, stellte er klar. Bei Mitchell Weiser und Niclas Füllkrug müsse man Chance und Risiko abwägen. Ob beide in Dortmund von Beginn an auflaufen, entscheidet sich damit erst kurzfristig.
Werder News: Das Liga-Remis in Dortmund als Vorlage
Als Mutmacher dient das jüngste Ligaspiel beim BVB, in dem Werder spät zurückkam. „Ich war mehr als einverstanden mit der Vorstellung in der Partie“, sagte Thioune. Die Dortmunder hätten sich erst spät angemeldet, viel zugelassen habe sein Team aber nicht. „Auf mentaler Ebene spricht es für den Geist der Mannschaft, dort in der 86. Minute noch zurückzukommen.“
Die Partie werde für Werder zu keinem Zeitpunkt vorbei sein, das helfe bei späten Treffern. Zugleich wisse man, dass der Gegner zur Halbzeit umgestellt habe. Darauf werde man die Spieler vorbereiten und ihnen mit dem Ball den einen oder anderen Schlüssel an die Hand geben. Einige Anpassungen hält der Coach im Vergleich zum jüngsten Duell also für nötig.
Alex Schlager oder Karl: Thioune lässt die Torwartfrage offen
Noch offen ist die Besetzung im Tor. „Ich habe noch keine finale Entscheidung getroffen. Ich kaue ein wenig darauf rum“, gab Thioune zu. In der ersten Runde habe Alex Schlager gespielt, weil Karl nicht fit gewesen sei, zudem stimme er sich mit Kiki Vander ab. „Wir haben dort unabhängig davon, wer im Tor steht, kein Problem.“ Beide Optionen genießen also sein Vertrauen.
Vorbereitet ist Werder auch auf ein mögliches Elfmeterschießen. „Es stellt sich immer die Frage, wie man diese Situation simulieren kann? 80.000 Fans, müde Beine, schwerer Kopf und Gregor Kobel im Tor“, sagte der Coach. Ein paar Strafstöße zu üben, schade aber nicht. Mit Füllkrug, der in den letzten drei Fällen voller Überzeugung antrat, hat Werder dafür zumindest einen erprobten Schützen.
Daniel Thioune: Lieber 3:2 als 1:0
Zur Defensive äußerte sich der Trainer selbstkritisch. „Wir haben seit Wochen sechs, sieben Neuzugänge auf dem Platz und das braucht Zeit“, erklärte er. Noch kassiere sein Team zu viele Gegentreffer, spiele dafür aber Fußball. „Ich habe schon mal gesagt, dass ich lieber 3:2 als 1:0 spiele.“ Das Ergebnis in Mainz passt damit genau ins Bild.
Die Mission, möglichst schnell 40 Punkte zu sammeln, laufe nach Plan, so Thioune. Lob gab es für Marco Grüll, der inzwischen bester Vorlagengeber ist, und für Arthur, der die Forderung nach mehr Offensivdrang umsetze. „Es war wieder ein super Spiel von ihm.“ Bestätigen die beiden ihre Form in Dortmund, könnte Werder dem Favoriten tatsächlich die Feier verderben.
