Sport heute: Nach sieben Monaten Pause kehrt der alpine Ski-Weltcup zurück. Am 24. und 25. Oktober wird auf dem Rettenbachgletscher in Sölden die Saison 2026/27 eröffnet, zunächst mit dem Riesenslalom der Damen, tags darauf mit dem der Herren. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, hat der Internationale Skiverband nach der Schneekontrolle grünes Licht für beide Rennen gegeben.
Hier gibt es den kompletten Zeitplan, die Übertragung, das deutsche Aufgebot und einen Ausblick auf den weiteren Winter.
Ski-Weltcup in Sölden: Der Zeitplan für das Wochenende
An beiden Renntagen gilt derselbe Ablauf: Der erste Durchgang startet um 10.00 Uhr, die Entscheidung fällt im zweiten Lauf ab 13.00 Uhr.
| Tag | Uhrzeit | Programm |
|---|---|---|
| Freitag, 23.10. | 18.30 Uhr | Startnummernverlosung Damen |
| Samstag, 24.10. | 10.00 Uhr | Riesenslalom Damen, 1. Durchgang |
| Samstag, 24.10. | 13.00 Uhr | Riesenslalom Damen, 2. Durchgang |
| Samstag, 24.10. | 17.30 Uhr | Parade der Fanclubs |
| Samstag, 24.10. | 18.30 Uhr | Siegerinnenehrung, ab 19.00 Uhr Startnummernverlosung Herren |
| Sonntag, 25.10. | 10.00 Uhr | Riesenslalom Herren, 1. Durchgang |
| Sonntag, 25.10. | 13.00 Uhr | Riesenslalom Herren, 2. Durchgang |
Die Siegerehrung der Herren findet im Anschluss direkt im Gletscherstadion statt. Neu ist in diesem Jahr, dass das gesamte Veranstaltungsgelände bargeldlos arbeitet – Barzahlung ist an den Ständen nicht mehr möglich.
Ski-Weltcup Sölden: Die Übertragung im TV und Stream
Beide Rennen laufen im frei empfangbaren Fernsehen. Die ARD überträgt das Wochenende komplett, dazu zeigt Eurosport 1 beide Riesenslaloms in voller Länge. In Österreich ist ORF 1 am Start.
Für den Damen-Riesenslalom am Samstag nennt die Allgäuer Zeitung folgende Sendezeiten: Das Erste steigt um 9.55 Uhr in den ersten Lauf ein, Eurosport 1 und ORF 1 bereits um 9.30 Uhr. Den zweiten Durchgang begleitet die ARD Sportschau ab 13.00 Uhr, Eurosport 1 und ORF 1 melden sich um 12.45 Uhr. Als Kommentator ist Tobias Barnerssoi auf dem Gletscher im Einsatz.
Kostenlos gibt es die Rennen zusätzlich im Stream auf sportschau.de und in der ARD-Mediathek. Die Eurosport-Übertragung ist über HBO Max, Joyn und DAZN abrufbar, für diese drei Angebote fällt eine Gebühr an.
Ski-Weltcup Sölden: Das deutsche Aufgebot
Zehn Aktive des Deutschen Skiverbandes hat die Augsburger Allgemeine für die beiden Riesenslaloms gemeldet. Im Mittelpunkt steht dabei eine Athletin.
Emma Aicher (22) geht als Zweite des Gesamtweltcups in den Winter. Zehn Podestplätze, darunter drei Siege, sowie zwei olympische Silbermedaillen in Abfahrt und Team-Kombination standen zuletzt zu Buche. Ausgerechnet der Riesenslalom bleibt allerdings ihre schwächste Disziplin – in Sölden kam sie bislang nicht über Rang 28 hinaus.
Entsprechend respektvoll blickt sie auf die Strecke mit Passagen von bis zu 68 Prozent Gefälle.
Emma Aicher (DSV-Athletin) laut Merkur: Sie freue sich auf den Start, „auch wenn mir der Steilhang technisch noch Kopfzerbrechen bereitet“.
Am Samstag gehen neben ihr vier weitere Deutsche an den Start: Lena Dürr, Kira Weidle-Winkelmann, Fabiana Dorigo und Jana Fritz. Dürr kennt den Gletscherhang seit Jahren aus dem Effeff. Die 35-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen verpasste bei den Winterspielen im Februar als Vierte knapp das Podest im Riesenslalom und will in Sölden vor allem Sicherheit für den weiteren Verlauf sammeln, ohne sich an Platzierungen festzuhalten.
Bei den Herren am Sonntag ruhen die Hoffnungen auf einer breiteren Gruppe. Anton Grammel und Fabian Gratz sammelten im vergangenen Winter jeweils drei Platzierungen unter den besten zehn, dazu kommen Jonas Stockinger und Hannes Amman. Auch Linus Straßer ist dabei – der Münchner tritt neben dem Slalom regelmäßig im Riesenslalom an. Hinter einem Start von Alexander Schmid stand zuletzt noch ein Fragezeichen: Der Allgäuer arbeitet seit einem Kreuzbandriss Ende 2024 an seiner Form, die Entscheidung soll kurzfristig fallen.
Anton Grammel laut olympics.com: Er wolle sich in dieser Saison steigern und „mich Richtung Podium arbeiten“.
Ein Name steht für die nächste Generation: Nickco Palamaras feiert nach Angaben von olympics.com am Sonntag sein Weltcup-Debüt. Der 22-Jährige reist mit drei Siegen aus dem Südamerika-Cup an.
Eine Zahl beschreibt die Ausgangslage am besten: Der letzte deutsche Weltcup-Sieg im Riesenslalom liegt knapp acht Jahre zurück. Am 2. Dezember 2018 gewann Stefan Luitz in Beaver Creek, bei den Damen war Viktoria Rebensburg wenige Monate zuvor letztmals erfolgreich.
Ski-Weltcup Sölden: Die Ausgangslage bei den Damen
Die Vorzeichen für das Rennen am Samstag sprechen zunächst für die Gastgeber. Julia Scheib gewann vor einem Jahr am Rettenbachferner und sicherte sich am Saisonende auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Es war der erste österreichische Erfolg in dieser Disziplin seit rund einem Jahrzehnt.
Dahinter folgten in der Disziplinwertung Camille Rast aus der Schweiz und die Schwedin Sara Hector. Mikaela Shiffrin schloss die Wertung als Fünfte ab, will sich in diesem Winter aber stärker auf Riesenslalom und Super-G konzentrieren und dafür auf einige Slaloms verzichten.
Zum erweiterten Kreis zählen außerdem Alice Robinson aus Neuseeland sowie Paula Moltzan, die in Sölden im Vorjahr Zweite wurde. Eine besondere Rückkehr gibt es ebenfalls: Petra Vlhova steht erstmals seit drei Jahren wieder beim Auftakt am Start.
Ski-Weltcup in Sölden: Die Ausgangslage bei den Herren
Am Sonntag richtet sich der Blick auf das Duo, das die vergangene Saison prägte. Lucas Pinheiro Braathen entschied die Riesenslalom-Wertung knapp vor Marco Odermatt für sich, der zuvor fünfmal nacheinander die große Kristallkugel gewonnen hatte.
Als Dritter der Wertung reist Loic Meillard an, dahinter folgten mit Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz zwei Österreicher. Schwarz stand in Sölden im Vorjahr auf Rang zwei, Atle Lie McGrath wurde Dritter.
Weitere Namen, die am Rettenbachgletscher regelmäßig weit vorn auftauchen: Henrik Kristoffersen, Timon Haugan und Alexander Steen Olsen aus Norwegen sowie der Italiener Alex Vinatzer.
Ski-Weltcup: Wie die Piste trotz Hitzesommer bereit wurde
Dass am letzten Oktober-Wochenende überhaupt gefahren werden kann, ist kein Selbstläufer. Nach einem heißen Sommer hatten in Europa erstmals sämtliche Gletscherskigebiete geschlossen, wie nd-aktuell berichtet.
Möglich wird der Auftakt durch rund 60.000 Kubikmeter Depot-Schnee, der im Frühjahr eingelagert und über den Sommer konserviert wurde, ergänzt um moderne Beschneiung. In den Tagen vor den Rennen fiel oben am Berg zusätzlich etwas Neuschnee.
Für die Teams bedeutet die Entwicklung mehr Aufwand: Fast alle Mannschaften bereiten sich inzwischen im Sommer auf der Südhalbkugel vor, in Neuseeland oder Südamerika.
Ski-Weltcup 2026/27: So geht es nach Sölden weiter
Nach dem Auftakt folgt eine Pause von rund drei Wochen. Weiter geht es mit den Slaloms in Levi (14. November) und Gurgl (21. November). Der erste Super-G der Herren ist für den 28. November in Copper Mountain in den USA angesetzt.
Der Höhepunkt der Saison liegt im Februar: Vom 1. bis 14. Februar 2027 werden in Crans-Montana die Weltmeisterschaften ausgetragen. Zuvor und danach stehen die Klassiker in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming auf dem Programm, dazu kommen zwei Speed-Wochenenden in Garmisch-Partenkirchen.
Eine Premiere gibt es zwischen den Feiertagen: In Dachstein West/Gosau werden am 28. und 29. Dezember erstmals Technikrennen der Frauen ausgetragen. Das Saisonfinale steigt vom 20. bis 25. März 2027 in Sun Valley.
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