Fußball heute: Im fünften Pflichtspiel hat Sandro Wagner (38) endlich seinen ersten Sieg als Trainer von Hannover 96 gefeiert. Für Gesprächsstoff sorgte nach dem 2:1 gegen Dynamo Dresden aber vor allem sein trotziger Auftritt auf der Pressekonferenz. Im Netz spaltet der Coach damit die Fans – zwischen Kopfschütteln und demonstrativer Rückendeckung.
Hannover 96: Wagners Pressekonferenz sorgt für Wirbel
Mit verschränkten Armen saß Wagner auf dem Podium. Gefragt, warum er nach dem Schlusspfiff direkt in die Kabine verschwunden sei, antwortete er: „Ich musste auf die Toilette. Das ist das Eine. Und: Wäre wichtig, wenn Sie den Fokus auf die Spieler legen nach dem Spiel und nicht auf mich.“ Schon diese Szene gab den Ton für den weiteren Auftritt vor.
Als ein Reporter „zwei, drei Sätze“ zum Weg der Mannschaft hören wollte, konterte Wagner: „Ich sage so viele Sätze, wie ich möchte.“ Auch die Einschätzung eines Journalisten, die erste Hälfte sei die schwächste der Saison gewesen, wies er zurück: „Ich möchte Ihre Brille nicht diskreditieren, aber das sehe ich nicht so.“ Genau diese Sätze machen nun im Netz die Runde.
H96-Trainer Wagner: Fans kritisieren die „große Klappe“
Viele Nutzer reagieren mit Unverständnis. „Einmal gewonnen und schon wieder eine große Klappe“, kommentiert ein Fan auf Instagram. Ein anderer zieht eine direkte Verbindung zu den jüngsten Ereignissen im Verein: „Kaum ist boldt weg & der erste sieg eingefahren, ist der alte Sandro Wagner wieder da.“ Für diese Kritiker passt der Auftritt nicht zur sportlichen Lage.
Ähnlich klingt es auf Facebook. „Wenn die Leistungen wenigsten passen würde, dann könnte man vielleicht so auftreten, aber so, absolut lächerlich“, schreibt ein User. Ein anderer spitzt zu: „Er sagt soviel Sätze wie er möchte. Das ist vielleicht die Ursache des Problems.“ Gerade der Satz-Konter kommt bei Teilen der Anhänger schlecht an.
2. Bundesliga: Hannover nur auf Platz zwölf
Manche Fans sehen den Trainer bereits auf Abruf. „Wagner lernt es einfach nicht. Der hat eine unterirdische Aussendarstellung bei überschaubarer Leistung. Weihnachten erlebt er nicht mehr in Hannover“, heißt es in einem Kommentar. Die Zahlen liefern den Kritikern Futter: Drei der ersten fünf Spiele gingen verloren, darunter das Pokal-Aus gegen Kaiserslautern.
Nach zehn Spieltagen steht Hannover in der 2. Bundesliga mit elf Punkten nur auf Platz zwölf – eine magere Ausbeute für einen Klub, der im Vorjahr erst am letzten Spieltag den Aufstieg verpasste. Nach Trainer Christian Titz musste am Samstag auch Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt gehen, der Wagner geholt hatte. Der Druck auf den 38-Jährigen ist damit weiter gestiegen.
Sandro Wagner: Unterstützer fordern mehr Ruhe
Bemerkenswert viel Zuspruch erhält Wagner auf der anderen Seite. „Ja, er ist ein ungewöhnlicher Typ, er polarisiert. Aber genau solche Typen wollen wir doch auch im Fußball haben“, schreibt ein Instagram-Nutzer und fordert: „Jetzt sollte man ihn auch mal arbeiten lassen.“ Ein anderer schätzt seine direkte Art und bekennt sich ausdrücklich: „Team Sandro Wagner“.
Einige Unterstützer richten ihren Ärger gegen die Fragesteller. „Natürlich dürfen und sollen Journalisten kritisch nachfragen“, heißt es in einem Kommentar, doch bei manchen Fragen gehe es kaum noch ums Spiel. Ein anderer User verteidigt Wagners Reaktion: „Er reagiert halt nicht mehr so wie es euch passt und das stört euch.“ Auf Facebook fordert jemand: „Lasst Wagner doch einfach mal in Ruhe.“
Hannover-Coach Wagner: Glückwünsche zum ersten Dreier
Auch Glückwünsche zum ersten Dreier gibt es reichlich. „Glückwunsch an Hannover und an Sandro Wagner gönne ich ihm“, schreibt ein Nutzer auf X. Ein anderer lobt: „Da hat Sandro Wagner doch die richtigen Worte in der Pause gefunden und die Mannschaft auf ein anderes Level gebracht.“ Für viele Anhänger zählt nach turbulenten Wochen vor allem das Ergebnis.
Wagner selbst lässt der Sieg nach eigener Aussage kalt. „Es hat mit mir vorher nichts gemacht und macht mit mir jetzt auch nichts. Ich versuche, im Inhalt zu bleiben und die Mannschaft zu entwickeln“, sagte er. Ein Fan auf Facebook hofft dennoch, „dass der Knoten, auch wenn nicht alles gut war, endlich geplatzt ist.“ Die nächsten Spiele werden zeigen, ob sich dieser Wunsch erfüllt.
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