Fußball heute: Die Reifenwahl beim Start des Großen Preises von Bahrain hat bei Ferrari eine lange Aufarbeitung ausgelöst. Lewis Hamilton macht daraus kein Geheimnis. „Das war nicht gut genug, und wir haben eine riesige Diskussion darüber geführt“, sagte er Sky Sports F1. Vor dem Rennen in Singapur blickt er nun nach vorn.
Ferrari: Hamilton räumt Fehler beim Reifen-Poker ein
Ausgetragen wurde das Rennen in Sepang in Malaysia, gestartet wurde auf nasser Strecke. Ferrari rechnete mit einem schnellen Abtrocknen und schickte Hamilton und Charles Leclerc auf Slicks los. 14 der 22 Starter wählten dagegen Intermediates. Beide Ferrari fielen zurück, Hamilton rutschte von Startplatz zwei fast ans Ende des Feldes und kämpfte sich noch auf Rang drei vor.
Genau aus solchen Momenten will das Team lernen. Man wolle daran arbeiten, künftig konstanter zu besseren Entscheidungen zu kommen, betonte Hamilton. Dass er trotz des Rückschlags noch Dritter wurde, lässt erahnen, was mit Intermediates möglich gewesen wäre. Entsprechend groß war der Gesprächsbedarf im Team.
Lewis Hamilton: Bauchgefühl gegen drei Gegenstimmen
Die Schuld allein beim Strategieteam abzuladen, lehnt Hamilton ab. Getroffen hätten die Entscheidung Teamchef Fred Vasseur, der Leiter der Streckeningenieure Matteo Togninalli, sein Renningenieur und er selbst. „Tatsächlich kam die Entscheidung aber gar nicht vom Strategen. Sie entsteht gemeinsam, indem wir zusammenarbeiten“, stellte er klar.
Dabei hatte er selbst zunächst auf Intermediates gedrängt, nachdem er die Bedingungen in der Boxengasse, am Kommandostand und in der Garage geprüft hatte. Drei Gegenstimmen stimmten ihn jedoch um. Man hoffe, dass drei eher recht hätten als einer, erklärte er, manchmal sei es aber umgekehrt. Am Ende ärgere man sich, nicht dem eigenen Bauchgefühl gefolgt zu sein.
Formel 1: Hamilton sieht Ferrari härter beurteilt
Unverhältnismäßig findet Hamilton ohnehin, wie sein Team beurteilt wird. „Aus irgendeinem Grund bekommen wir als Team viel mehr Kritik ab als alle anderen“, sagte er. Auch McLaren mit Lando Norris und Oscar Piastri sei nach demselben Poker zurückgefallen. „McLaren hat dieselbe Entscheidung getroffen, und niemand hat auch nur ein Wort darüber verloren.“
Die Zeit drängt für den Ferrari-Piloten. Sieben Rennen vor Saisonende liegt er 106 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli. Umso wichtiger ist jeder Wochenend-Ertrag, und die nächste Gelegenheit bietet der Stadtkurs von Marina Bay in Singapur. Auf diesem Kurs ruhen entsprechend große Hoffnungen.
Singapur-GP: Marina Bay als Ferraris beste Siegchance?
Mit holprigem Belag, hohem Luftwiderstand und ohne lange Geraden dürfte der Kurs der Kurvenstärke des Ferrari entgegenkommen. Womöglich bietet er die beste Siegchance der Saison. „Wir sind hier, um anzugreifen. Das Qualifying ist der Schlüssel, und es wäre wirklich großartig, wenn wir morgen gut starten und im Qualifying angreifen könnten, aber wir müssen abwarten“, sagte Hamilton.
Vorsichtiger klingt Teamkollege Leclerc. „Vielleicht. Es ist definitiv eine dieser Strecken, deren Layout ziemlich gut zu uns zu passen scheint.“ Zugleich warnt er, dass Ferrari zuletzt gegenüber den Teams davor an Leistung verloren habe. Ein Sieg werde deshalb sehr schwierig. Die Hoffnung auf einen Coup bekommt damit einen deutlichen Dämpfer.
Marina Bay: Erstes Sprint-Wochenende, wenig Zeit fürs Setup
Auf Prognosen verlässt sich das Team ohnehin nicht mehr. Erwartete Siege in Monaco und Budapest blieben aus, die beiden bisherigen Erfolge kamen dagegen überraschend: Hamilton gewann in Barcelona, Leclerc in Silverstone. Gerade diese Unberechenbarkeit macht Singapur zu einer Wundertüte.
Erschwert wird die Vorbereitung durch das erste Sprint-Wochenende in Singapur. Vor dem Sprint-Qualifying, live bei Sky Sports F1, bleibt nur ein Freies Training, Ferrari muss also schnell die richtige Abstimmung finden. Die Setups aus Monaco, Montreal und Baku hat das Team geprüft, laut Hamilton braucht Marina Bay aber etwas anderes. Am Freitag zeigt sich, ob die Lösung gefunden ist.
