Fußball heute: Was für ein Abend im Signal-Iduna-Park! Borussia Dortmund führte in der 2. Runde des DFB-Pokals bereits mit 2:0, ehe Niclas Füllkrug mit einem Doppelpack binnen vier Minuten ausglich. Marcel Sabitzer verhinderte per Freistoß in der Nachspielzeit die Verlängerung und schoss den BVB zum 3:2. Niko Kovac, Gregor Kobel, Nico Schlotterbeck, Daniel Thioune, Marco Friedl und Clemens Fritz äußerten sich nach dem Abpfiff. Hier findest du die Stimmen zum Duell Dortmund gegen Bremen.
Dortmund vs. Bremen Stimmen – Kovac: „Ende gut, alles gut“
Trotz des Weiterkommens fiel das Urteil des Dortmunder Trainers streng aus.
Niko Kovac (Cheftrainer Borussia Dortmund) auf bvb.de: „Wir müssen das Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden. Spätestens nach der Chance von Carney in der zweiten Halbzeit müssen wir es nur noch zu Ende spielen.“
Was danach folgte, beschrieb er als ungeordnet. Seine Elf habe zu große Lücken gelassen, die Gäste seien mehrfach durch das Zentrum hindurchgekommen – taktisch sei das nicht zufriedenstellend gewesen. Entsprechend wertete er den Ausgleich als nachvollziehbar und den späten Treffer als Glücksfall.
Sein Fazit fiel am Ende dennoch versöhnlich aus: „So stelle ich mir das nicht vor – aber Ende gut, alles gut!“
Beim Matchwinner spielte der Coach auch direkt eine Rolle.
Marcel Sabitzer (Torschütze zum 3:2) auf bvb.de: „Der Trainer hat gesagt, dass ich schießen soll. Das hat mich nur nochmal bestärkt, dass ich das machen kann.“
Den Moment selbst ordnete der Österreicher gegenüber Sky hoch ein: „Das ist einer der emotionalsten Momente im BVB-Trikot.“
Stimmen zum Spiel von Borussia Dortmund – Kobel nimmt es mit Humor
Deutlich entspannter ging der Torhüter mit dem Verlauf um.
Gregor Kobel (Torhüter Borussia Dortmund) auf bvb.de: „Wir wollten den Fans etwas bieten und dachten: Warum mit mehr als einem Tor Unterschied gewinnen, wenn es auch knapp geht…“
Hinter der Ironie steckte allerdings auch Anerkennung für den Gegner, den er als Tabellensechsten mit gelungenem Saisonstart einordnete. Dass der Abend am Ende knapp wurde, wollte er trotzdem nicht schönreden.
Ernster blickte der Kapitän auf den Bruch im Spiel.
Nico Schlotterbeck (Kapitän Borussia Dortmund): „Wir hatten in der ersten Halbzeit eigentlich alles unter Kontrolle, haben dann mit Serhou und Carney die Riesenchance auf das 3:0.“
Den Wendepunkt machte er beim Strafstoß aus. Danach habe seine Mannschaft den Faden verloren, zu viele lange Bälle gespielt und die Abpraller nicht mehr erobert. Der Ausgleich sei deshalb folgerichtig gewesen: „Am Ende ist es dann ein 50/50 Spiel, das Sabi mit einem Geniestreich entscheidet.“
Waldemar Anton (Borussia Dortmund) bei Sky: „Es muss sich jeder an seine eigene Nase fassen. Die zweite Halbzeit war heute nichts.“
Der Innenverteidiger verwies dabei auf ein wiederkehrendes Thema: Die klaren Gelegenheiten würden seit mehreren Partien nicht genutzt, eigentlich hätte es früh deutlicher stehen müssen. Anschließend sei die Ordnung verloren gegangen.
Lars Ricken (Geschäftsführer Borussia Dortmund) auf bvb.de: „Es war für alle eine ziemliche Achterbahnfahrt!“
Die Stimmung in der Kabine beschrieb er als gemischt. Reine Euphorie sei nicht aufgekommen, weil ein Ausscheiden durchaus im Bereich des Möglichen gelegen habe.
Stimmen zum Spiel vom SV Werder Bremen – Friedl: „Eine der bittersten Niederlagen meiner Karriere“
Auf der Gegenseite überwog die Enttäuschung über das Ende – bei gleichzeitigem Stolz auf die Aufholjagd.
Daniel Thioune (Cheftrainer SV Werder Bremen) auf werder.de: „Es ist eine unfassbare Mannschaft und maximal beeindruckend, dass sie so zurückgekommen ist.“
Den Weg dorthin erklärte der Coach mit konkreten Eingriffen: Zunächst habe sein Team zu wenig Zugriff gehabt und sich in die eigene Hälfte drängen lassen. Zur Pause stellte er auf ein 4-3-3 um, um den Ballführenden früher zu attackieren, anschließend brachte er vier frische Kräfte. Das sei die stärkste Phase gewesen.
Einen Augenblick benannte er als entscheidend: „Uns hat der eine Moment gefehlt, wo Mitchell Weiser auf 3:2 stellen kann. Damit hätten wir sie heute bekommen.“
Noch drastischer formulierte es der Spielführer.
Marco Friedl (Kapitän SV Werder Bremen) auf werder.de: „Das ist eine der bittersten Niederlagen, die ich in meiner Karriere erlebt habe.“
Die Ursache verortete er früh im Spiel: In den ersten 20 Minuten sei seine Elf nicht in die Duelle gekommen und habe im Aufbau zu viele Fehler produziert, der Rückstand sei verdient gewesen. Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Bild – umso schwerer wog für ihn der Ausgang: „In der Nachspielzeit dann zu verlieren, ist unglaublich bitter.“
Niclas Füllkrug (Doppeltorschütze SV Werder Bremen) auf werder.de: „Es ist sehr bitter. Für uns geht die Welt nicht unter, das muss man auch sagen.“
Der Angreifer, der erst nach einer Stunde eingewechselt wurde, nahm die Rotation ausdrücklich in Schutz. Bei einem Kader dieser Größe werde jeder gebraucht, und die Eingesetzten hätten sich ihre Einsätze verdient. Woran es gehakt habe, beschrieb er dennoch deutlich: Die Verlässlichkeit in der Absicherung, die seine Mannschaft zuletzt ausgezeichnet habe, sei in der ersten Hälfte an einigen Stellen ausgeblieben.
Den eigenen Anteil an der Wende stellte er nicht in den Vordergrund, sondern die veränderte Herangehensweise: „Wir haben uns das 2:2 erarbeitet, indem wir mutiger angelaufen sind.“ Anschließend habe sein Team die Linie allerdings zu weit zurückgenommen.
Mitchell Weiser (SV Werder Bremen): „Wie wir zurückkommen wieder, Hut ab vor der Mannschaft!“
Die Gelegenheit zur Führung, die er selbst vergab, ließ ihn nicht los. Danach seien zu viele lange Bälle gefolgt, ehe der Freistoß einschlug. Eine Erkenntnis nahm er trotzdem mit: Mit dieser Einstellung könne seine Mannschaft jedem Gegner Paroli bieten.
Clemens Fritz (Geschäftsführer Fußball SV Werder Bremen) auf werder.de: „Wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause, denn wir haben gesehen, dass wir selbst in Dortmund mithalten können.“
Den einen Kritikpunkt formulierte der Sportchef ausdrücklich nicht als Vorwurf an die Spieler: Nach dem Ausgleich habe schlicht der letzte Schwung gefehlt, um nachzulegen.
Dortmund vs. Bremen: Die Tore und Besonderheiten
Tore:
- 1:0 Serhou Guirassy (6.)
- 2:0 Carney Chukwuemeka (17.)
- 2:1, 2:2 Niclas Füllkrug (65./Foulelfmeter, 69.)
- 3:2 Marcel Sabitzer (90.+3)
Besonderheiten:
- Füllkrug kam erst nach gut einer Stunde ins Spiel und traf binnen vier Minuten doppelt
- Sabitzer entschied die Partie per direktem Freistoß in der Nachspielzeit und verhinderte so die Verlängerung
- Ein Treffer von Guirassy wurde wegen Abseits zurückgenommen (14.)
- Beide Teams hatten sich zweieinhalb Wochen zuvor am selben Ort bereits 2:2 getrennt
- Thioune stellte zur Pause auf ein 4-3-3 um und wechselte vierfach
Für den BVB geht es am Samstag um 18.30 Uhr beim FC Bayern weiter, Werder empfängt drei Stunden früher die TSG Hoffenheim.
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