Nach nur sechs Pflichtspielen ist Dino Toppmöller bei RC Lens wieder Geschichte. Der Auslöser lag allerdings nicht auf dem Rasen, wie der kicker berichtet. Die Klubführung wollte seinen langjährigen Assistenten Nelson Morgado freistellen – ein Eingriff, den der 45-Jährige nicht hinnehmen wollte. Aus Loyalität zu seinem Co-Trainer verließ er den Verein ebenfalls.
RC Lens: Streit um Co-Trainer beendet Toppmöllers Amtszeit
Angeeckt sein soll der Assistent demnach intern. Von den französischen Kollegen hatte Morgado mehr Einsatz, Leidenschaft und Energie eingefordert, was einigen im Klub offenbar zu unbequem wurde. Die Führungsetage zog daraus Konsequenzen – allerdings ohne den Cheftrainer in die Entscheidung einzubinden.
Genau diesen Eingriff in seinen Zuständigkeitsbereich ließ der Coach nicht gelten. Dass ein Übungsleiter seinen Posten räumt, um seinen Co-Trainer zu schützen, kommt im Profifußball selten vor. Für Lens bedeutet der Doppelabgang einen kompletten Neuanfang auf der Bank – nach gerade einmal sechs Pflichtspielen.
Toppmöller: Ex-Frankfurt-Coach mit starker Bilanz in Frankreich
Sportlich lag dabei kein Grund zur Trennung vor. Zum Auftakt gewann der Deutsche mit seinem Team den Supercup gegen Paris Saint-Germain, in der Champions League folgte ein 3:2 bei Slavia Prag. In der Ligue 1 sammelte die Mannschaft vier Punkte aus vier Partien – ein Ertrag, der niemanden in Erklärungsnot brachte.
Seine Laufbahn als Vereinstrainer begann in Luxemburg bei F91 Dudelange, ehe er in Belgien für Royal Excelsior Virton arbeitete. Im März 2023 trat er bei Eintracht Frankfurt das Erbe von Oliver Glasner an. Dort führte er die Hessen in seiner ersten Spielzeit auf Platz drei und in die Champions League.
Dino Toppmöller: Rückkehr in die Bundesliga möglich
Beenden durfte er die darauffolgende Saison allerdings nicht. Nach einer schwachen Rückrunde wurde er im Januar entlassen – ein Abschied, der ihm die Tür zu Lens öffnete. Nun steht er nach wenigen Monaten in Frankreich erneut ohne Verein da, diesmal jedoch aus gänzlich anderen Gründen.
Gefragt sein könnte der 45-Jährige schon bald wieder in Deutschland. In der Bundesliga trennte sich Borussia Mönchengladbach bereits von seinem Trainer, an weiteren Standorten wackeln die Verantwortlichen auf der Bank – darunter beim HSV. Ein erfahrener Coach ohne laufenden Vertrag dürfte auf dem Markt schnell Interessenten finden.
