Fußball heute: Derry Scherhant hat in seiner noch jungen Karriere schon einiges erlebt: den Bundesliga-Abstieg mit Hertha BSC, das Europa-League-Finale mit dem SC Freiburg und nun den Ruf in die Nationalmannschaft. Im September 2026 nominierte Bundestrainer Jürgen Klopp den 23-jährigen Offensivspieler erstmals.
Steckbrief: Derry Scherhant
| Name | Derry Lionel Scherhant |
| Geburtsdatum | 10.11.2002 |
| Geburtsort | Berlin |
| Größe | 1,86 m |
| Position | Angriff (Flügel) |
| Verein | SC Freiburg (seit Juli 2025) |
| Rückennummer (Verein) | 7 |
| Frühere Vereine | Hertha BSC II, Hertha BSC |
| Letzte Ablöse | 2 Mio. Euro per Ausstiegsklausel (2025, Hertha – SC Freiburg) |
| Nachwuchs-Nationalteams | U20, U21 |
Untypischer Weg: Erst im U19-Alter zu Hertha
Scherhants Weg zu den Profis verlief untypisch. In der Jugend spielte der gebürtige Berliner für den FC Viktoria 1889 Berlin, Tennis Borussia Berlin und den Berliner SC – zu Hertha BSC wechselte er erst 2020 und damit im U19-Alter.
Torjäger in der Regionalliga
Bei Hertha startete Scherhant umso schneller durch: Für die zweite Mannschaft erzielte er in der Regionalliga Nordost 30 Tore in 55 Spielen, allein 16 davon in seiner ersten Saison, 14 davon in der Rückrunde. Zur Spielzeit 2022/23 erhielt er daraufhin einen Profivertrag.
Bundesliga-Debüt, Abstieg und Zweitliga-Jahre
Im Januar 2023 gab Scherhant sein Bundesliga-Debüt und kam in der Rückrunde auf zehn Einsätze, in denen ihm auch sein erster Treffer im Oberhaus gelang. Am Saisonende stieg Hertha jedoch ab. In der 2. Bundesliga entwickelte er sich Schritt für Schritt zur festen Größe: Nach 28 Zweitligaspielen und zwei Toren in der Saison 2023/24 folgte 2024/25 seine bis dahin beste Spielzeit mit neun Toren und sieben Vorlagen in 37 Pflichtspielen.
Per Ausstiegsklausel nach Freiburg
Dank einer Ausstiegsklausel konnte Scherhant Hertha im Sommer 2025 für lediglich zwei Millionen Euro verlassen. Neben dem SC Freiburg hatten auch Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen Interesse an dem U21-Nationalspieler gezeigt, den Zuschlag erhielten die Breisgauer. Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach hob bei der Verpflichtung seine Physis, sein Tempo und seinen Zug zum Tor hervor. Sein untypischer Werdegang habe ihm eine unbekümmerte Spielweise beschert, betonte Hartenbach damals.
Erste Freiburger Saison: Bis ins Europa-League-Finale
In seiner ersten Saison im Breisgau bestritt Scherhant 31 Bundesliga-Spiele mit fünf Toren und lief in 13 Partien der Europa League auf, in denen ihm ein Treffer gelang. Freiburg drang in diesem Wettbewerb bis ins Endspiel vor, beim 0:3 gegen Aston Villa wurde Scherhant in der 73. Minute eingewechselt. Im DFB-Pokal kam es im Viertelfinale im Berliner Olympiastadion zum Wiedersehen mit Hertha, Freiburg erreichte später das Halbfinale. Wettbewerbsübergreifend kam er auf 49 Pflichtspiele und sieben Treffer.
Starker Start in die Saison 2026/27
Auch in die Saison 2026/27 startete der Flügelspieler stark. In den Playoffs zur Conference League war er beim Sieg gegen den FC Motherwell der auffälligste Akteur, an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen sammelte er ein Tor und drei Vorlagen. Für den DFB war Scherhant zuvor bereits in der U20 und der U21 im Einsatz.
